Finanzen
Rendite von US-Staatsanleihen erreicht Hoch seit Finanzkrise
Der Ausverkauf an den weltweiten Märkten für Staatsanleihen hält an. In den USA setzen sich die Kursverluste fort, im Gegenzug kletterte die Rendite zehnjähriger Anleihen am Dienstagvormittag bis auf 5,025 Prozent - der höchste Stand seit der Finanzkrise 2007.
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen ist seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar schon um mehr als einen Prozentpunkt gestiegen. Die hohen Zinsen sind ein immenses Problem für Regierungen, da sie die Neuaufnahme von Schulden stark verteuern.
Hintergrund des Ausverkaufs bei Anleihen sind Inflationssorgen infolge des Iran-Kriegs. Da mit steigenden Ölpreisen die Verbraucherpreise anziehen, erwarten Ökonomen eine höhere und länger anhaltende Teuerung sowie steigende Leitzinsen der Zentralbanken. Während die Europäische Zentralbank jüngst bereits die Leitzinsen erhöht hat, wird auch eine Zinsanhebung der US-Notenbank Fed an diesem Mittwoch erwartet.
Dazu kommen Sorgen über die wachsende Verschuldung in einigen Industriestaaten, allen voran in den USA. Der Schuldenberg dort hatte jüngst die Marke von 40 Billionen US-Dollar überstiegen.
Renditen von Bundesanleihen steigen - Folgen für Bauherren
Auch die Eurozone und Deutschland sind von der Krise am Anleihenmarkt betroffen: Die Rendite für richtungsweisende zehnjährige Bundesanleihen legte am Dienstag bis auf 3,57 Prozent und erreichte so ein Mehrjahreshoch. Ende Februar waren es erst rund 2,6 Prozent.
Der Anstieg hat Folgen für Immobilienkäufer und Bauherren in Deutschland, da sich die Bauzinsen an zehnjährigen Bundesanleihen orientieren. Zuletzt stiegen die Zinsen für Baufinanzierungen mit zehn Jahren Zinsbindung auf rund 4,25 Prozent jährlich, schrieb die Analysefirma Barkow Consulting. Das seien 0,60 Prozentpunkte mehr als Ende Juni und der höchste Stand seit Mai 2011.
Da Bauherren und Hauskäufer in der Regel hohe Summen per Kredit finanzieren, können schon kleine Aufschläge teuer werden und Pläne zunichte machen. Experten halten weitere Zinsanstiege für möglich. „Wir nähern uns bei den Bauzinsen langsam den möglichen 4,5 Prozent“, schreibt Max Herbst, Gründer der Frankfurter FMH-Finanzberatung.









