Fernverkehr auf der Schiene

Palla warnt vor „ungesteuertem Wettbewerb“ im Fernverkehr

Bahnchefin Evelyn Palla warnt vor den Folgen, die ein härterer Wettbewerb im Fernverkehr auf der Schiene haben könnte. (Archivbild)

Bahnchefin Evelyn Palla warnt vor den Folgen, die ein härterer Wettbewerb im Fernverkehr auf der Schiene haben könnte. (Archivbild)

Von dpa

Angesichts drohender Konkurrenz im Fernverkehr hat Bahnchefin Evelyn Palla die Politik aufgerufen, bessere politische Rahmenbedingungen zu schaffen. „Sonst droht ein ungesteuerter Wettbewerb, dessen Folgen sich am Ende womöglich für die Mehrheit negativ auswirken“, sagte Palla vor Journalisten in Berlin.

Hintergrund ist die Ankündigung des italienischen Unternehmens Italo, ab 2028 in Deutschland Fernverkehrsfahrten anbieten zu wollen. Das Unternehmen will dafür umfangreich in Züge investieren - aber auch eine gewisse Sicherheit haben, dass es lukrative Trassen bedienen darf. Diese Trassen, also Streckenabschnitte zu einer bestimmten Zeit, vergibt die Bahn-Tochter InfraGo unter Aufsicht der Bundesnetzagentur.

Italo will zunächst die Strecken München-Frankfurt-Köln-Dortmund im Stundentakt und München-Berlin-Hamburg alle zwei Stunden fahren. Das Unternehmen hätte gerne langfristige Verträge, solche sogenannten Rahmenverträge gibt es in Deutschland aber seit 2017 nicht mehr. Trassen werden derzeit bei der jährlichen Fahrplanerstellung immer neu vergeben.

Darüber hinaus wollen die Italiener eine Gewährleistung, dass ein festgelegter Mindestanteil an Kapazitäten für neue Marktteilnehmer reserviert wird. Mit beiden Anliegen hat sich Italo an die Bundesnetzagentur gewandt, eine Entscheidung steht noch aus.

Die Bahn betont seit Wochen, dass sie nichts gegen Wettbewerb habe, warnt aber davor, dass Fernverkehrsfahrten in die Fläche wegfallen könnten, wenn lukrative Trassen an Konkurrenten gehen. „Wettbewerb ist eben auch kein Selbstzweck und wir müssen achtsam sein“, sagte Bahnchefin Palla. „Wir müssen achtsam sein, dass diese Vorteile auch wirklich bei allen Menschen in Deutschland ankommen und nicht nur bei einigen wenigen. Bei einigen wenigen in den Metropolen, die heute bereits über ein sehr gutes Mobilitätsangebot verfügen.“

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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