IHK-Umfrage

Nach Durststrecke: Wirtschaft in Ostbayern schöpft wieder Hoffnung

Jürgen Helmes ist Hauptgeschäftsführer der IHK Regensburg.

Jürgen Helmes ist Hauptgeschäftsführer der IHK Regensburg.

Wahl-O-Mat
Von Redaktion Wirtschaft

Die Unternehmen im Zuständigkeitsgebiet der Industrie- und Handelskammer Regensburg blicken wieder zuversichtlicher auf ihre Geschäfte. Die aktuelle IHK-Konjunkturumfrage meldet positive Signale für die Region, teilte die Kammer mit.

„Nach langer Durststrecke liegen Industrie und Handel in der Oberpfalz und dem Landkreis Kelheim wieder vorsichtig im Aufwind“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Helmes. Damit sei noch zur Jahresmitte nicht zu rechnen gewesen. Die Industrie wachse langsam wieder, vor allem dank der besseren Weltkonjunktur. Das erkläre auch, warum vor allem die größeren international tätigen Betriebe in der Region jetzt besser dastehen.

Mit Ausnahme der Bauwirtschaft bewerten die Unternehmen in der Oberpfalz und dem Landkreis Kelheim ihre Geschäftslage besser als im Frühjahr. 30 Prozent der Befragten berichten laut IHK von einem höheren Auftragsvolumen aus dem Inland. 35 Prozent melden eine volle Kapazitätsauslastung - der höchste Wert seit Anfang 2025.

Hohe Bürokratie bleibt Belastung für die Firmen

Am deutlichsten habe sich die Lage gegenüber dem Frühjahr im Handel und bei größeren Industrieunternehmen verbessert. Im Hotel-, Gaststätten- und Reisegewerbe sei der saisonale Effekt über den Sommer ähnlich positiv ausgefallen wie im Vorjahr. Bau und Dienstleistungen hätten eine Seitwärtsbewegung verzeichnet.

Der Außenhandel trage spürbar zur verbesserten Lage in der Industrie bei. 27 Prozent der befragten Industrieunternehmen würden ein höheres Exportauftragsvolumen verzeichnen. Deutlich zulegen konnten der IHK zufolge die Absatzmärkte in der Euro-Zone, dem sonstigen EU-Raum und in China. Eine grundlegende Beruhigung der Märkte sei jedoch nicht in Sicht: Die geopolitische Instabilität halte an. Nach Angaben von 41 Prozent der Unternehmen führt dies zu verhaltenem Wachstum.

Trotz der gestiegenen Inlandsnachfrage zwinge die weiterhin vorhergesagte Nachfrageschwäche in Deutschland vor allem die Investitionsgüterindustrie dazu, sich auf den Export zu konzentrieren.

Die Beschäftigtenpläne der Befragten bleiben verhalten, der Abwärtstrend ist laut IHK aber mit Ausnahme der Industrie gestoppt. Von den 19 Prozent aller Firmen, die mit einer sinkenden Beschäftigtenzahl rechnen, begründen 73 Prozent dies mit geplantem Stellenabbau. 27 Prozent davon können offene Stellen aufgrund des Arbeitskräftemangels nicht nachbesetzen.

Für die kommenden Monate erwarten nur Industrie und Handel ein moderates Wachstum. Die Erholung könnte je nach Branche unterschiedlich ausfallen: Bau und Tourismus erwarten saisonbedingt Rückgänge, während sich die Dienstleister überraschend pessimistisch zeigen. Insgesamt lässt sich ein Aufschwung noch nicht ableiten.

Bei den wirtschaftlichen Risiken für die kommenden Monate verzeichnen die Energie- und Rohstoffpreise sowie das Thema Finanzierung einen starken Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Dauerthema ist und bleibt die hohe bürokratische Belastung der Wirtschaft. Die politisch angekündigten Gegenmaßnahmen erreichen die Schreibtische der Unternehmen nicht. Mit 65 Prozent der Nennungen stehen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen erneut an der Spitze der Geschäftsrisiken.

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