Sparpläne bei Volkswagen

IG Metall: Zeichen bei VW stehen auf Konflikt

IG-Metall-Bezirkschef Gröger hält die Pläne des VW-Vorstands für überzogen. (Archivbild)

IG-Metall-Bezirkschef Gröger hält die Pläne des VW-Vorstands für überzogen. (Archivbild)

Von dpa

In der VW-Krise wirft die Industriegewerkschaft Metall dem Vorstand des Autokonzerns eine schädliche Außendarstellung vor. Bei den Produktstrategien sei Volkswagen auf dem Weg der Besserung, sagte Niedersachsens IG-Metall-Bezirkschef Thorsten Gröger der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Aber die Art und Weise, wie die aktuelle Debatte jetzt seitens des Vorstands geführt wird, ist ein Super-GAU. So sendet man keine positiven Signale an die Kunden.“

Konzernchef Oliver Blume hatte angekündigt, den Sparkurs bei VW zu verschärfen. Seitdem bangen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer um Zehntausende weitere Jobs und vier ganze Standorte in Deutschland.

Wird 2027 bei VW gestreikt?

Auf die Frage, ob der Vorstand den Arbeitnehmern den Krieg erklärt habe, sagte Gröger: „So etwas würde ich niemals sagen, aber die Zeichen stehen auf Konflikt.“ Die Kommunikation des Vorstands stelle alles infrage, was für das Vertrauen der Beschäftigten in das Unternehmen gesorgt habe. Bisher sei es immer um eine Gleichrangigkeit von Wirtschaftlichkeit und sicherer Beschäftigung gegangen. „Wenn man das grundsätzlich infrage stellt, ist klar, dass man eine Auseinandersetzung provoziert, die wir uns nicht wünschen. Aber auf die wir uns natürlich vorbereiten.“

VW-Chef Blume will den Sparkurs im Autokonzern verschärfen. (Archivbild)
VW-Chef Blume will den Sparkurs im Autokonzern verschärfen. (Archivbild)
VW-Chef Blume will den Sparkurs im Autokonzern verschärfen. (Archivbild)
Mehreren VW-Werken, hier das in Hannover, droht die Schließung. (Archivbild)
Mehreren VW-Werken, hier das in Hannover, droht die Schließung. (Archivbild)
Mehreren VW-Werken, hier das in Hannover, droht die Schließung. (Archivbild)

Mit Blick auf Streiks verwies Gröger auf die bis zum Jahreswechsel geltende Friedenspflicht. „Im neuen Jahr gäbe es also theoretisch die Möglichkeit, zur Arbeitsniederlegung aufzurufen“, sagte der Gewerkschafter. „Wir sind jedenfalls davon überzeugt, dass die Härte der Maßnahmen, mit der die Auseinandersetzung von vielen Arbeitgebern geführt wird, in keinem Verhältnis steht zu der durchaus problematischen Situation in der Automobilindustrie.“

Was die Gewerkschaft als „unglaublichen Vorgang“ sieht

Gröger äußerte sich auch zu Spekulationen, wonach VW seine Sparpläne auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am Aufsichtsrat vorbei durchsetzen könnte. „Dass das überhaupt im Raum steht und nicht sofort klargestellt wird, dass dies keine Option sein kann, halte ich für einen unglaublichen Vorgang“, sagte er und erinnerte an die historische Grundlage des VW-Gesetzes, das einen besonderen Schutz für die Werke und einen besonderen Einfluss des Landes Niedersachsen im Unternehmen sichert.

„Volkswagen wurde mit dem Vermögen aufgebaut, das die Nationalsozialisten den Gewerkschaften verbrecherisch geraubt hatten. Wer diese Geschichte kennt, sollte sich seiner besonderen Verantwortung gegenüber den Beschäftigten bewusst sein“, appellierte Gröger.

Heute endet mit einer Betriebsversammlung im VW-Werk in Hannover eine Serie von außerordentlichen Treffen zwischen Vorstand und Belegschaft. Es ist die neunte und letzte Zusammenkunft dieser Art vor möglichen neuen Beschlüssen.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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