Fleischkonsum in Deutschland

Geflügel im Trend - Fleisch kommt zunehmend aus dem Ausland

In Deutschland ist der Konsum von Geflügelfleisch in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. (Archivbild)

In Deutschland ist der Konsum von Geflügelfleisch in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. (Archivbild)

Von dpa

Neun von zehn Hähnchen und Puten, die in Deutschland im Jahr 2025 auf den Tellern der Verbraucher landeten, sind hierzulande gemästet worden - doch dieser Anteil dürfte in den kommenden Jahren deutlich sinken. Das prognostiziert der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) in einer gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen Roland Berger erstellten Analyse.

Demnach werde sich der steigende Geflügelkonsum in Deutschland weiter fortsetzen. Zwischen 2022 und 2025 ist der Pro-Kopf-Konsum von Geflügel hierzulande um mehr als zwei Kilogramm auf 14,7 Kilogramm gestiegen, wie das Bundeslandwirtschaftsministerium vor einiger Zeit mitteilte.

Hähnchenfleisch treibt den Konsum

Zwischen 2010 und 2025 verzeichnete die Branche eigenen Angaben zufolge gar einen Anstieg beim Verbrauch um 30 Prozent auf fast 1,9 Millionen Tonnen pro Jahr. Bis 2040 rechnet der ZDG mit einem jährlichen Wachstum beim Konsum von 3,4 Prozent. „Das sind gut 50 Prozent mehr Marktvolumen bis 2040“, teilte der Verband mit.

Treiber dieses Wachstums ist Hähnchenfleisch. Dort stieg der Konsum zwischen 2010 und 2025 der Analyse des Verbands zufolge um 65 Prozent, während der Verbrauch von Putenfleisch um fast ein Viertel zurückgegangen ist.

Produktion steigt - aber langsamer

Auch die Produktionskapazitäten sind gestiegen - allerdings deutlich langsamer. Der Studie zufolge wurde im Jahr 2025 in Deutschland fast zehn Prozent mehr Geflügelfleisch produziert als 2010. Demnach deckte die inländische Erzeugung den Verbrauch in Deutschland damals noch mehr als vollständig. Inzwischen sind es den Angaben zufolge nur noch 91 Prozent.

„Obwohl die Branche investieren und ihre Kapazitäten
ausbauen will, wächst die inländische Produktionskapazität
deutlich langsamer als es möglich wäre“, heißt es in dem Bericht. Der Grund: „Die in Deutschland äußerst restriktiven Rahmenbedingungen“, wozu der Verband langwierige Genehmigungsverfahren für Stallbauten, steigende Tierwohl- und Umweltanforderungen und umfangreiche Berichtspflichten zählt.

Halter durch Tierseuchen belastet

Hinzu kämen externe Herausforderungen, insbesondere Tierseuchen wie die im Frühjahr dieses Jahres in Brandenburg und Bayern festgestellte Newcastle-Krankheit oder „atypische Geflügelpest“.

Um die Produktionskapazitäten in Deutschland zu erweitern, fordert der Verband vor allem einen raschen Bürokratieabbau. „Planungs-, Bau-, Umwelt- und Immissionsschutzverfahren sollten einfacher, digitaler und verlässlicher werden“, heißt es. „Auch die Umnutzung leerstehender Ställe sollte schneller möglich sein. Klare politische Leitlinien können Kommunen und Behörden zusätzliche Entscheidungssicherheit geben.“

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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