Reifenhersteller
Milliardendeal: Continental gibt Kunststofftechnik an Lone Star ab

Ole Spata/dpa
Continental verkauft seine Kunststofftechnik-Tochter Contitech - Gewerkschaft und Betriebsrat fordern vom Käufer Zusagen ein. (Archivbild)
Der Reifenhersteller Continental verkauft seine Kunststofftechniksparte Contitech für eine Milliardensumme an den Finanzinvestor Lone Star Funds. In einem nun unterzeichneten Kaufvertrag sei ein Unternehmenswert von vier Milliarden Euro vereinbart worden, teilte das Unternehmen in Hannover mit. Hinzu kommen sollen noch mögliche erfolgsabhängige Komponenten in Höhe von bis zu 250 Millionen Euro in den kommenden Jahren.
Noch stehe der Vollzug der Transaktion unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen, insbesondere der Freigabe durch die zuständigen Kartellbehörden, hieß es von dem Dax-Konzern. Der Verkauf könne noch bis Ende des laufenden Jahres erfolgen.
Mit dem Verkauf wird Continental nun zu einem reinen Reifenhersteller. Das Unternehmen suchte zuletzt nach einem Käufer für seine Kunststofftechnik-Tochter Contitech, die unter anderem Schläuche, Antriebsriemen und Förderbänder für die Industrie liefert. Im vergangenen Jahr hatte die Continental-Tochter bereits Werkschließungen in mehreren Bundesländern angekündigt. Zuletzt beschäftigte die Sparte mehr als 20.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weltweit, davon etwa 7.700 in Deutschland.
Wer von dem Verkauf profitieren soll
Einen Großteil der Einnahmen des Verkaufs plant Continental an die Aktionäre weiterzugeben. 2,5 Milliarden Euro des erwarteten Mittelzuflusses von rund 3,1 Milliarden Euro sollen entweder in Form einer Sonderdividende oder über den Rückkauf von Aktien und eine außerordentliche Ausschüttung an die Anteilseigner fließen, wie Continental mitteilte.
Bereits am Freitag hatte der Reifenhersteller bekanntgegeben, dass Vorstand und Aufsichtsrat dem Abschluss eines Kaufvertrages auf Basis einer Unternehmensbewertung von vier Milliarden Euro zustimmten.
Conti hatte den Spartenverkauf schon vor längerem angekündigt. Der Konzern hat bereits seine Autozuliefersparte Aumovio abgespalten.
Nach Bekanntwerden des Verkaufs hat die IGBCE Widerstand gegen mögliche weitere Stellenstreichungen angekündigt. Man setze auf Dialog mit dem neuen Eigentümer, sollte es aber Pläne eines weiteren Arbeitsplatzabbaus über die beschlossene Größenordnung hinaus geben, werde das auf „entschiedenen Widerstand“ stoßen, sagte Francesco Grioli, Mitglied des Continental-Aufsichtsrats und des geschäftsführenden Hauptvorstands der Industriegewerkschaft.
Continental hatte im Mai angekündigt, bei der Kunststofftechnik-Tochter Contitech weltweit 3.000 Stellen abzubauen, davon 1.600 in Deutschland. Betriebsbedingte Kündigungen sollen bis mindestens Ende 2030 vermieden werden, teilte die IGBCE damals mit.











