Conference League
Zwei Eigentore bei Schusters Jubiläum: Freiburg siegt erneut
Der SC Freiburg hat seinem Trainer Julian Schuster zum Jubiläum einen verdienten Heimsieg geschenkt. Im ersten Conference-League-Spiel der Vereinsgeschichte siegten die Südbadener gegen den tschechischen Fußball-Erstligisten FK Jablonec mit 3:2 (1:1). Vincenzo Grifo (15. Minute), Dusan Pavlovic (56./Eigentor) und Maximilian Eggestein (65.) sorgten für die SC-Treffer. Matthias Ginter (28./Eigentor) und Garang Kuol (90.+3) waren für die Gästetore vor 28.100 Zuschauern verantwortlich. Für Schuster war es in seinem 100. Pflichtspiel als SC-Coach der 52. Sieg.
Torschütze Eggestein äußerte sich nach der Partie trotz des erfolgreichen Auftakts kritisch: „Es war sehr wechselhaft. Wir hatten gute Phasen, hatten aber auch weniger gute Phasen“, meinte der 29 Jahre alte Mittelfeldspieler. „Darüber müssen wir sprechen.“ Eggestein stellte aber auch fest: „Am Ende haben wir verdient gewonnen.“
Für seine Jubiläumspartie hatte der 41 Jahre alte Schuster im Vergleich zum 2:1-Ligasieg gegen den FC Schalke gleich sieben Änderungen in der Startelf vorgenommen. Lediglich Torhüter Mio Backhaus, Ginter, Maximilian Eggestein und Yuito Suzuki begannen erneut. Unter anderem rutschten Kapitän Christian Günter und Grifo neu in Schusters 4-2-3-1-System.
Choreo der Freiburger Fans: „Der Traum vom Titel bleibt“
„Der Traum vom Titel bleibt“, hatten die SC-Fans ihren Europapokal-Wunsch auf eine rot-weiße Choreo gepinselt, nachdem in der Vorsaison nur Aston Villa die Freiburger im Europa-League-Finale (0:3) stoppen konnte. Dass die Schuster-Elf auch in der Conference League gern wieder für das Endspiel nach Istanbul reisen würde, zeigten sie mit einem über weite Strecken dominanten Auftritt.
Der Ball lief gut durch die Freiburger Reihen, die sich den tief stehenden Gegner immer wieder zurechtlegten und schon in der Anfangsphase einige Torchancen kreierten. Flügelflitzer Cyriaque Irié und Lukas Kübler, der einen Kopfball nach Irié-Flanke an die Latte setzte, verpassten die Führung noch knapp. Grifo machte es mit einem direkt verwandelten Freistoß aus 17 Metern dafür umso präziser.
Ginters Eigentor konterkariert den Spielverlauf
Von den Gästen war offensiv quasi nichts zu sehen, trotzdem stand es zur Pause überraschend 1:1. Eine Hereingabe von Jiri Slama nahm Antonin Rusek direkt, Ginter fälschte den Ball unhaltbar für Backhaus ab. Schuster stemmte sichtlich bedient die Arme in die Hüften. Der Ausgleich entsprach so gar nicht dem Spielverlauf.
Gästetrainer Lubos Kozel, der oft sein Notizbuch aus der Innentasche seines schwarzen Mantels hervorkramte, durfte den Treffer derweil nicht Rusek gutschreiben. Ginter wurde als Eigentorschütze gelistet. Den gut 300 Fans aus Nordböhmen, die schon in den Freiburger Stadtbahnen fleißig ihre Lieder angestimmt hatten, war's egal. Sie schwenkten glücklich ihre grün-weißen Fahnen.
Videobeweis löst auf: Ball im Tor
In den Playoffs hatte sich der Club aus der 46.000-Einwohnerstadt Jablonec nad Nisou noch überraschend gegen den schottischen Spitzenclub Glasgow Rangers durchgesetzt. Doch in Freiburg blieb das Glück ein kurzes. Nach der Pause lag Jablonec, das auf alt-tschechisch Apfelbäumchen bedeutet, schnell wieder zurück: Pavlovic unterlief nach einem Eckstoß ebenfalls ein Eigentor. Der Videobeweis, den die organisierte SC-Fanszene erneut kritisch begleitete („Videobeweis - weg mit dem Scheiss!“), löste auf, dass der Ball knapp hinter der Torlinie war.
In Stürmer Igor Matanovic und Linksverteidiger Jordi Makengo, die Lucas Höler und Günter ersetzten, schickte Schuster frische Kräfte aufs Feld. Für das vorentscheidende 3:1 sorgte aber Eggestein mit einer wuchtigen wie technisch anspruchsvollen Direktabnahme. Vom zweimaligen tschechischen Pokalsieger kam insgesamt viel zu wenig, um den Bundesliga-Tabellenführer ernsthaft zu gefährden. Kuols Tor zum 3:2 in der Nachspielzeit änderte daran nichts mehr.
Für die in dieser Saison noch ungeschlagenen Breisgauer war es der achte Sieg im neunten Pflichtspiel. In der Bundesliga geht es für den Sport-Club am Sonntag in Leverkusen weiter. In der Conference League tritt die Schuster-Elf am kommenden Donnerstag bei der AS Monaco an.















