Erster Deutscher seit Becker

Zverev auf Tennis-Thron: Als Nummer eins auf die Malediven

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Zweimal Alexander und die Eins: Tennis-Champion Zverev mit seinem Vater.

Zweimal Alexander und die Eins: Tennis-Champion Zverev mit seinem Vater.

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Von dpa

Im Moment der Krönung zum ersten deutschen Weltranglisten-Ersten seit Boris Becker 1991 dachte Alexander Zverev auch an die zahlreichen Rückschläge in den vergangenen Jahren. „Ich habe viele auch schwere Momente gehabt in meiner Karriere“, sagte Zverev. „Ich habe etliche Grand-Slam-Finals verloren, die schwere Verletzung 2022. Aber ich habe immer doch dran geglaubt und weitergemacht.“

In Wien wurde Deutschlands Tennisstar nun endgültig für seine Hartnäckigkeit und Willensstärke belohnt. Durch das 6:4, 7:5 im Achtelfinale gegen den Niederländer Tallon Griekspoor steht fest, dass Zverev von diesem Montag an die Nummer eins der Welt sein wird. Als erst zweiter deutscher Tennisspieler seit Becker vor 35 Jahren. Bei den Frauen schafften es nur Steffi Graf und Angelique Kerber auf den Thron.

Ganz Wienerisch: Alexander Zverev mit Handkuss für seine Freundin Sophia Thomalla.
Ganz Wienerisch: Alexander Zverev mit Handkuss für seine Freundin Sophia Thomalla.
Ganz Wienerisch: Alexander Zverev mit Handkuss für seine Freundin Sophia Thomalla.
Endlich am Ziel: Alexander Zverev ist die Nummer eins der Tennis-Welt.
Endlich am Ziel: Alexander Zverev ist die Nummer eins der Tennis-Welt.
Endlich am Ziel: Alexander Zverev ist die Nummer eins der Tennis-Welt.
Das Ziel einer langen Reise: Alexander Zverev ist die Nummer eins der Tennis-Welt.
Das Ziel einer langen Reise: Alexander Zverev ist die Nummer eins der Tennis-Welt.
Das Ziel einer langen Reise: Alexander Zverev ist die Nummer eins der Tennis-Welt.

„Das ist eines der besten Gefühle auf der Welt“, sagte der 29-Jährige neben einer großen, weißen Eins stehend. Durch den 64. Sieg auf der ATP-Tour in diesem Jahr löst Zverev den Italiener Jannik Sinner ab, der seine Saison wegen einer Knieverletzung bereits beenden musste und seit dem gewonnenen Wimbledon-Finale gegen Zverev im Juli kein Match mehr bestritten hat.

Dank an das Team

Schon vor vier Jahren war Zverev bei den French Open in Paris nah dran, ehe er sich im Halbfinale gegen Rafael Nadal schwer am Fuß verletzte. „Manchmal muss man auf die besten Dinge im Leben etwas warten“, sagte Zverev, als er es am Donnerstag um 20.20 Uhr endlich geschafft hatte. Angesichts des Saisonendes von Sinner stand bereits länger fest, dass Zverev das Jahr als Weltranglistenerster abschließen wird.

Als der Sprung auf Platz eins wirklich Realität war, bat Zverev sein gesamtes Team zum Gruppenfoto auf den Platz der Wiener Stadthalle. Sein Vater Alexander Senior war ebenso dabei wie seine Freundin Sophia Thomalla, bei der er sich kurz zuvor auf typisch wienerische Art mit einem Handkuss für die Unterstützung bedankt hatte. „Ohne all die Leute hätte ich es nicht geschafft“, sagte Zverev. Nur seine Mutter Irina fehlte, da sie derzeit mit den Enkelkindern in der Tennis Academy von Rafael Nadal auf Mallorca weilt.

Zverev hat noch Ziele

Der Nachwuchs arbeitet also schon daran, in Zverevs Fußstapfen zu treten, doch noch denkt der gebürtige Hamburger nicht an ein Karriereende. Obwohl er sich mit dem Gewinn der French Open und der US Open sowie dem Sprung an die Spitze der Weltrangliste zwei große Träume in diesem herausragenden Jahr erfüllt hat, verfolgt Zverev immer noch Ziele.

In den kommenden Wochen stehen das Masters-1000-Event in Paris, die ATP Finals in Turin und die Davis-Cup-Endrunde in Bologna auf dem Programm. Vor allem der Gewinn des Mannschaftswettbewerbes würde die Traum-Saison krönen. „Ich habe das Gefühl, dass sich das Zeitfenster für uns ein bisschen schließt“, sagte Zverev angesichts der Altersstruktur im deutschen Team, weshalb er in Bologna auf jeden Fall dabei sein wird.

Fitness als Schlüssel

Danach geht es für Zverev dann wie in jeder Saisonpause auf die Malediven. Doch auch wenn er sich 2026 so viele Träume erfüllt hat, wird sich Zverev dort nicht lange auf die faule Haut legen. „Ich mache zehn Tage frei und dann beginnt die Vorbereitung auf das neue Jahr.“ Schließlich will er nicht nur für kurze Zeit auf Platz eins stehen. Sondern auch dann der beste Tennisspieler der Welt sein, wenn Jannik Sinner und der in diesem Jahr ebenfalls lange fehlende Carlos Alcaraz wieder im Vollbesitz ihrer Kräfte sind.

Dass Kritiker darauf verweisen, er sei nur die Nummer eins der Welt geworden, weil Sinner und Alcaraz nicht fit waren, kümmert Zverev wenig. Im Gegenteil: „Fitness und fit sein ist ein großer Teil von Sport“, sagte Zverev. „Wenn ich eine Off-Season mache, wenn ich meine vier Wochen Training mache, dann mache ich ungefähr fünf bis sechs Stunden Fitnesstraining am Tag und spiele nur eine oder eineinhalb Stunden Tennis“, sagte Zverev. „Das ist genau dafür, dass ich fit bleibe und keine Verletzungen habe und im fünften Satz noch genauso fit bin wie im ersten Satz.“

Da Sinner in diesem Jahr nicht mehr spielen wird, kann Zverev seinen Vorsprung in der Weltrangliste weiter ausbauen. Dass er die 13 Wochen, die Becker 1991 mit Unterbrechung Nummer eins war, knackt, gilt deshalb als sehr wahrscheinlich. „Dann hat sich ja der Sieg gelohnt“, scherzte Zverev in Richtung des dreimaligen Wimbledonsiegers, der immer wieder als Kritiker von Zverev aufgetreten war, ihm nun aber über die sozialen Medien gratulierte.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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