0:3 gegen Europameister
Tränen und Stolz: Österreichs WM-Comeback endet früh
Marko Arnautovic weinte auf dem Rasen nach dem letzten Länderspiel seiner Karriere, seine Kollegen suchten den WM-Abschied mit erhobenem Kopf. „Ja, es tut auf jeden Fall sehr weh. Es sind auch Tränen geflossen in der Kabine“, sagte Kapitän David Alaba, und meinte dann: „Grundsätzlich, glaube ich, stimmt der Weg. Wir waren jetzt seit fast 30 Jahren nicht bei einer Weltmeisterschaft. Dementsprechend glaube ich, ist der Weg der richtige.“
Spanien, darin waren sich alle einig, ist einfach noch eine Nummer zu groß für Österreich. Das 3:0 des Europameisters durch Tore von Mikel Oyarzabal per Doppelpack (36./89. Minute) und Pedro Porro (66.) war Ausdruck davon.
28 Jahre nach der letzten WM-Teilnahme 1998 in Frankreich war das Comeback beim XXL-Turnier in den USA, Kanada und Mexiko von vornherein eine Riesenaufgabe. „Wir wussten ja schon am 12. Dezember, dass wir die mit Abstand schwierigste Gruppe haben von allen“, sagte der deutsche Trainer Ralf Rangnick unter Verweis auf die Auslosung.
Weltmeister Argentinien, Algerien und Jordanien waren die Gegner in Gruppe J, die das von vielen Profis mit Bundesliga-Bezug geprägte Team nach einer dramatischen Schlussphase gegen Algerien auf Rang zwei beendete. Dass es in diesem Fall aller Wahrscheinlichkeit nach schon im Sechzehntelfinale gegen den Europameister gehen würde, war Österreich seit der Auslosung klar.
„In solchen Spielen muss man sich, glaube ich, das Glück auch irgendwo erarbeiten. Wir haben das Zeug dazu, auch vielleicht irgendwo so einen Gegner an einem überragenden Tag zu schlagen“, sagte Alaba. „Da muss aber natürlich alles stimmen, das ist uns natürlich auch bewusst. Da ist schon noch Luft nach oben.“
Inwiefern er selbst dabei sein wird, wenn es um die Qualifikation für die Europameisterschaft 2028 geht und das Turnier an sich geht, ließ Alaba offen. „Ich habe mir überhaupt keine Gedanken gemacht um meine Zukunft, auch auf Club-Ebene um meine Zukunft. Ich war wirklich hier und jetzt sehr, sehr konzentriert und fokussiert auf diese Weltmeisterschaft. Und habe da wirklich nur darauf meinen Fokus gelegt“, sagte der ehemalige Profi des FC Bayern München.
Alabas Vertrag bei Real Madrid war Ende Juni ausgelaufen. Wie es für den 34-Jährigen weitergeht, ist unklar. Er werde „erstmal diesen bitteren Moment verarbeiten müssen. Das wird sicherlich ein paar Tage dauern und brauchen. Und dann mache ich mir natürlich Gedanken“, sagte Alaba.
Alaba sprach mit langen Pausen in den Katakomben des hochmodernen Los-Angeles-Stadiums - die Emotionen durch das Aus, den Frust auf dem Platz und den Abschied des 37 Jahre alten Arnautovic waren ihm anzusehen. Auch seine Kollegen wirkten bei aller Professionalität emotional angefasst.
„Er hat immer alles gegeben, er ist immer vorangegangen. Dafür gibt es einen großen Respekt von meiner Seite. Ich bin froh, dass ich so ein kleiner Teil seines Weges sein konnte“, sagte etwa Bayern-Profi Konrad Laimer. „Wir wollen den nächsten Schritt gehen, wir müssen den nächsten Schritt gehen.“ Für die richtigen Schlüsse brauche es aber einen Moment.
„Heute ist es schwierig, heute überwiegt die Enttäuschung“, sagte er. „Es wird sicher genug Analysen geben, es wird genug richtige Entscheidungen geben. Da bin ich mir sicher, dass wir da auch sehr viel Positives rausziehen können aus der Weltmeisterschaft“, sagte er.














