Nach Bayernliga-Titel
Sebastian Dreier aus Hohenthann wechselt die Rolle beim FC Bayern
Sebastian Dreier hat ein Jahr der Superlative hinter sich. Als Cheftrainer der U 16 des FC Bayern München schaffte er mit seinem Team in 27 Spielen 22 Siege, bejubelte 107 Tore und feierte mit 68 Punkten den Titel in der U17-Bayernliga. Trotzdem wird der 34-Jährige aus Hohenthann in der kommenden Spielzeit nicht mehr auf der Trainerbank sitzen und sich einer anderen Aufgabe beim FCB widmen. Welcher genau, ist noch unklar. Aber: „Es wird wieder eine Trainerrolle. Nur anders.“
Und das, obwohl Sebastian Dreier mit seiner Mannschaft ein äußerst seltenes Kunststück gelungen ist. „Es war seit knapp 15 Jahren erst das zweite Mal, dass eine U 16 den Titel in der U 17-Bayernliga geholt hat“, erzählt er. Stolz ist der Fußballlehrer aber auf eine ganz andere Errungenschaft: „Wir als Trainerteam haben viel investiert, dass sich alle Jungs weiterentwickeln können und haben vielen von ihnen eine hohe prozentuale Spielzeit gegeben. Das ist mir wichtiger.“
Weiterentwicklung. Es ist wohl das meistgenutzte Wort im Jugendfußball - aber was steckt bei einem Weltclub wie Bayern München dahinter? Sebastian Dreier erklärt’s: „Wir haben den Fokus in der ersten Ebene stark darauf gelegt, unsere Gegner durch Ballbesitz zu bespielen und die Kontrolle selbst nach Ballverlusten zu behalten.“
In der zweiten Ebene gehe es um Details. „Will man beispielsweise den Ball innerhalb von fünf Sekunden zurückerobern, hat der Stürmer eine andere Aufgabe als der Innenverteidiger. Da gilt es, Feinheiten herauszuarbeiten“, beschreibt er. Die größten Schritte habe sein Team in Sachen Chancenerarbeitung und Toreschießen gemacht.
Am meisten hat den 34-Jährigen die Konstanz seines Teams beeindruckt. „In dem Alter sind wechselnde Phasen eigentlich typisch. Deswegen war es schön zu sehen, dass so viele Spieler so viele gute Phasen hatten“, sagt er. Völlig einfach von der Hand ging aber nicht alles. „Wir hatten mal ein paar Spiele, in denen die Ergebnisse nicht so gepasst haben. Da mussten wir lernen, damit umzugehen. Das war herausfordernd, aber sicher auch lehrreich für jeden Einzelnen, mit so einer Situation umzugehen“, gibt er zu, erlebte aber vor allem den Saisonendspurt als schönste Zeit. „Wir hatten am Ende einige Nachholspiele. Mit welchem Fokus die Jungs das straffe Programm absolviert haben, war schon besonders.“
Dennoch wuchs in Sebastian Dreier der Wunsch, etwas Neues zu machen und ab Sommer nicht mehr als U 16-Coach zu arbeiten. „Ich habe gemerkt, dass ich eine neue Herausforderung brauche. Das ist aber mit nichts Negativem verknüpft. Es hat sich angefühlt, als wäre diese Aufgabe erledigt“, sagt er. In welcher Rolle es für Dreier beim FC Bayern München weitergeht, ist noch unklar. Eilig hat es Sebastian Dreier nicht, ihm ist wichtig, dass der neue Job zu ihm passt. „Da bin ich sehr dankbar, dass der FC Bayern München so offen ist. Aktuell schauen wir gemeinsam, wo ich mein Wissen und meine Erfahrungen am besten einbringen kann.“, erklärt er.
Der 34-Jährige möchte generell nichts überstürzen. „Ich will aus den Situationen, die sich mir stellen, das Beste machen und die Dynamiken mitnehmen, die sich daraus entwickeln. Würde ich mir irgendwelche Ziele setzen, setze ich mich nur unter Druck und treffe vermutlich Entscheidungen, die zur aktuellen Rolle gar nicht passen“, sagt er. Sebastian Dreier ist ein Bauchmensch. Ein angenehmer Kontrast zur sonst eher schnelllebigen Ellbogengesellschaft im Profifußball.













