Vierschanzentournee
„Noch ein Mensch“: Designierter Tournee-Champ Prevc besiegt
Domen Prevc präsentiert sich bei der Vierschanzentournee trotz der ersten Niederlage weiter stark und ist auf dem Weg zum Gesamtsieg. Der slowenische Top-Skispringer belegte bei der dritten Station in Innsbruck den zweiten Platz. Den Sieg am Bergisel sicherte sich der Japaner Ren Nikaido mit Sprüngen auf 131 und 128 Meter. Als bester Deutscher landete Felix Hoffmann auf Rang fünf (126,5 und 130,5 Meter). Philipp Raimund wurde Zwölfter (126 und 125).
Prevc hatte zuvor sowohl in Oberstdorf als auch in Garmisch-Partenkirchen mit großem Vorsprung gewonnen. Auch wenn er diesmal nicht ganz vorn lag, scheint er beim Finale am Dienstag in Bischofshofen kaum noch einholbar. Auf Platz drei landete in Innsbruck der Österreicher Stephan Embacher.
Die beiden früheren deutschen Erfolgsgaranten Andreas Wellinger und Karl Geiger stecken dagegen weiter in der Krise. Beide schieden bereits im ersten Durchgang aus. Geiger wurde 31., Wellinger belegte den 37. Platz. Pius Paschke sprang auf den 28. Rang.
So durfte sich neben Nikaido sowie dem zweitplatzierten Prevc der Österreicher Stephan Embacher über Rang drei und die Teilnahme an der Siegerehrung freuen.
Die Laune verderben ließ sich Hoffmann trotzdem nicht. Der 28-Jährige genoss wie sein zwölftplatzierter Teamkollege Philipp Raimund, der sich nach dem Wettkampf als Animateur am Rande des Auslaufs probierte, die prächtige Atmosphäre. Im Tournee-Ranking ist Hoffmann Fünfter und damit bester Deutscher. Sein Rückstand auf den drittplatzierten Embacher beträgt 13,7 Punkte. Das sind umgerechnet gut siebeneinhalb Meter.
Bei eisiger Kälte und strahlendem Sonnenschein waren 21.125 Zuschauer auf den Bergisel gepilgert. Im ausverkauften Stadionkessel hoch über der Innsbrucker Innenstadt und gegenüber der mächtigen Nordkette feierten sie ein großes Skisprung-Fest.
Vor dem großen Finale in Bischofshofen führt Prevc mit 41,4 Punkten vor seinem ersten Verfolger Jan Hörl. Mehr als 40 Punkte Vorsprung zu diesem Zeitpunkt hatte zuletzt der Japaner Ryoyu Kobayashi 2019. Er gewann dann auch den goldenen Adler. „Domen macht es tatsächlich saumäßig gut, aber es ist gut zu sehen, dass er immer noch ein Mensch ist“, sagte Raimund.
Prevc sprang 129,5 und 128 Meter weit. Sieger Nikaido landete nach 131 und 128 Metern. Auch wenn Prevc nun nicht mehr als vierter Sportler nach Sven Hannawald, Kamil Stoch und Kobayashi alle vier Springen bei einer Tournee gewinnen kann: Er prägt die 74. Ausgabe seit dem ersten Tag.
In Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen gewann der „verrückte Vogel“, wie ihn Ex-Springer und Eurosport-Experte Markus Eisenbichler nannte, mit großem Vorsprung.
In der Qualifikation am Bergisel zeigte der 26-Jährige erstmals eine Schwäche. Bei komplizierten Bedingungen mit Rückenwind sprang der Mann, der mit einem Flug auf 254,5 Meter den Weiten-Weltrekord hält, nur 112 Meter weit. Damit belegte Prevc den 30. Platz. Als es im Wettkampf darauf ankam, lieferte Prevc dann aber wieder wie gewohnt.
Während Hoffmann und Raimund auf einem sehr guten Weg sind, ihr bestes Tournee-Ergebnis zu erzielen, kämpfen die deutschen Erfolgsgaranten früherer Tage weiter mit ihrer Form. Von der Weltspitze sind Andreas Wellinger und Karl Geiger derzeit extrem weit entfernt. Beide schieden bereits im ersten Durchgang aus. Geiger wurde 31., Wellinger belegte den 37. Platz. Pius Paschke sprang auf den 28. Rang.
Wie schlecht es gerade läuft, verdeutlichte Geiger mit seiner Reaktion. Mit seinem Sprung auf 121 Meter war der Oberstdorfer gar nicht mal unzufrieden. „Ich hoffe, dass die Richtung die richtige ist und dann wird es auch irgendwann wieder besser werden“, sagte der 32-Jährige im ZDF.
Für die Springer geht es schon an diesem Montag weiter. Um 16.30 Uhr (ARD und Eurosport) steht in Bischofshofen die Qualifikation an. Einen deutschen Einzelsieg zum Tournee-Abschluss gab es seit Sven Hannawald im Jahr 2002 nicht mehr.











