WM der Frauen

Plötzlich Weltklasse: Basketballerinnen leben ihren WM-Traum

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Die deutschen Frauen bejubelten das Halbfinale.

Die deutschen Frauen bejubelten das Halbfinale.

Von dpa

Nach dem wohl größten Spiel ihrer Geschichte wollten Deutschlands Basketballerinnen den Moment erst einmal genießen. „Wir gehen auf jeden Fall feiern. Ohne geht's nicht mehr“, sagte Anführerin Leonie Fiebich nach dem historischen ersten Halbfinal-Einzug bei der Heim-WM in Berlin.

Eine Woche nach dem 30-Punkte-Debakel zum Auftakt gegen Spanien greift die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes bei der WM völlig überraschend nach einer Medaille und ist nach einer fulminanten Entwicklung plötzlich in der Weltspitze angekommen. „Die Mannschaft ist Weltklasse“, schwärmte Ex-Nationalspielerin und Magentasport-Expertin Ireti Amojo nach dem famosen 93:74 über Europameister Belgien.

Deutschlands Basketballerinnen wollen auch gegen Frankreich jubeln.
Deutschlands Basketballerinnen wollen auch gegen Frankreich jubeln.
Deutschlands Basketballerinnen wollen auch gegen Frankreich jubeln.
Bundestrainer Olaf Lange hat die deutschen Basketballerinnen auf ein anderes Niveau gehoben.
Bundestrainer Olaf Lange hat die deutschen Basketballerinnen auf ein anderes Niveau gehoben.
Bundestrainer Olaf Lange hat die deutschen Basketballerinnen auf ein anderes Niveau gehoben.
Frieda Bühner hat auch vor Frankreich keine Angst.
Frieda Bühner hat auch vor Frankreich keine Angst.
Frieda Bühner hat auch vor Frankreich keine Angst.

Lange: „Bester Tag im deutschen Basketball“

Im Halbfinale gegen Titelkandidat Frankreich geht es an diesem Samstag (16.30 Uhr/ProSieben Maxx und Magentasport) um den Einzug ins Finale, in dem am Sonntag Topfavorit USA oder Spanien warten würden. Das Superteam der USA um Caitlin Clark gegen die Gastgeberinnen - aus deutscher Sicht wäre das ein Traumfinale.

„Das ist für mich definitiv der beste Tag im deutschen Basketball“, sagte Bundestrainer Olaf Lange, für den es in seiner Heimatstadt Berlin ganz besondere Momente sind. Vor vier Jahren gewann er bei der WM an der Seite seiner australischen Ehefrau Sandy Brondello die Bronzemedaille. Doch mit dem, was er dieser Tage in der Hauptstadt mitmache, sei das nicht zu vergleichen.

„Ich habe mich unglaublich für sie gefreut und wir hatten eine tolle Mannschaft. Aber es fühlt sich anders an, wenn man es mit und dann auch noch in seinem Land, in seiner Heimatstadt macht“, sagte Lange.

Dem erfahrenen Coach ist es innerhalb kurzer Zeit gelungen, seinem Team einen klaren Plan an die Hand zu geben und das große Potenzial der Spielerinnen zu wecken. „Olaf ist genau das Puzzleteil, das uns gefehlt hat“, sagte Fiebich, die mit Lange bereits bei New York Liberty in der WNBA zusammengearbeitet hat. „Ich habe mich noch nie in der Nationalmannschaft so wohl und frei gefühlt. Das ist etwas Besonderes.“

Team wie im Rausch

Gegen Belgien führte diese neue Freiheit zu einem rauschhaften Basketball-Abend. In der ersten Reihe jubelte Basketball-Legende Dirk Nowitzki mit. Der stolze Verbandspräsident Ingo Weiss zeigte begeistert die Faust und auf den Rängen herrschte Ekstase.

Doch was bedeutet der kometenhafte Aufstieg wirklich? „Das bedeutet, dass wir auf dem Weg nach oben sind. Wir sind nicht zu unterschätzen, wir sind kein Underdog mehr“, sagte Fiebich. „Sie haben uns jetzt im Visier und wissen, dass mit uns nicht zu spaßen ist. Wir müssen den Schwung mitnehmen und dann mal schauen, was geht.“

Die starken Französinnen werden noch einmal ein anderes Kaliber sein als Europameister Belgien. Der Olympia-Zweite von 2024 hat sowohl schnelle als auch physische Spielerinnen und liefert so das komplette Paket ab.

Doch Deutschlands Basketballerinnen wollen nach dem Coup gegen Belgien mehr. „Wir haben schon so lange vor, der Welt zu zeigen, dass wir ein starkes Team sind. Das hier zu Hause zu machen, bedeutet so viel“, sagte Nyara Sabally, deren Einsatz bis kurz vor dem Turnier fraglich war.

In den Schuhen der Schwester

Doch die WM in ihrer Heimatstadt wollte sich die WNBA-Spielerin auf keinen Fall entgehen lassen, gegen Belgien trumpfte sie mit einem Double Double ganz groß auf. Und das in besonderen Schuhen. „Das sind Satous. Es ist cool, in den Schuhen deiner Schwester zu spielen“, sagte die jüngere der beiden Sabally-Schwestern.

Die zwei Jahre ältere Satou muss wegen der Nachwirkungen einer Gehirnerschütterung passen, ist so aber zumindest ein bisschen dabei. Es ist dieser besondere Spirit, der das Team nach dem 53:83-Schock zum Auftakt gegen Spanien hat zusammenfinden lassen und es jetzt auf einer Welle der Begeisterung durch das Turnier trägt. Auf dieser Welle wollen Fiebich und Co. jetzt auch gegen Frankreich bleiben.

Nach dem Viertelfinal-Aus bei den Olympischen Spielen 2024 hat Deutschland noch eine Rechnung mit Frankreich offen. „Wir sind ein anderes Team als bei Olympia“, sagte Kapitänin Marie Gülich. Die unerschrockene Frieda Bühner fügte keck hinzu: „Frankreich ist ein richtig gutes Team. Aber wir sind auch unter den besten vier Teams der Welt, also sind wir auch richtig gut.“

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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