Fußball-Bundesliga
Nkunku-Hattrick: Leipzig demontiert Frankfurt
Hattrick für Christopher Nkunku, Ruhe für Martin Demichelis: RB Leipzig hat sich mit einem 6:0 (4:0)-Spektakel gegen Eintracht Frankfurt vom Frust des schlechten Bundesliga-Starts befreit und seinem in der Kritik stehenden Trainer Luft verschafft. Durch den klaren Sieg im Abendspiel kletterten die Sachsen auf Platz fünf, während die Eintracht unter Trainer-Rückkehrer Adi Hütter langsam in eine Krise rutscht und als 13. hinter den Erwartungen bleibt.
Ezechiel Banzuzi (1. Minute) und Christopher Nkunku (5.) leiteten bereits in den ersten Minuten ein, dass Leipzig in seiner Bundesliga-Geschichte im Oktober zu Hause ungeschlagen bleibt. Mit zwei weiteren Toren in der ersten Halbzeit komplettierte Milan-Leihgabe Nkunku (41./44.) seinen Hattrick - der erste in der Leipziger Bundesliga-Historie. Antonio Nusa (54.) und Tidiam Gomis (89.) trafen vor 47.800 Fans ebenfalls. Während die Rückkehr von Hütter nach Frankfurt bisher keinen Effekt hatte, kann Demichelis mindestens bis zum Champions-League-Abend am Dienstag gegen Eindhoven in Ruhe arbeiten.
Jubel nach 46 Sekunden
Intern stand eine zeitnahe Ablösung von Demichelis zwar noch nicht zur Debatte, doch nach dem Bundesliga-Fehlstart mit nur zwei Siegen aus vier Spielen wuchs der Druck auf den Argentinier. Unter der Woche wurde bereits über eine mögliche Rückkehr von Julian Nagelsmann spekuliert, der in Leipzig noch immer sehr geschätzt wird. Diese Gerüchte dürften vorerst an Fahrt verlieren.
In den vier Spielen zuvor hatte Frankfurt jeweils in den ersten zehn Minuten getroffen - in Leipzig lief es genau andersherum. Schon nach laut Stadionuhr 46 Sekunden stand Banzuzi am zweiten Pfosten nach einer Flanke des überragenden Neil El Aynaoui völlig frei und traf mühelos. Nur vier Minuten später blieb Antonio Nusa körperlich gegen Nnamdi Collins robuster, bediente im Strafraum Nkunku - der blies wenige Sekunden später als Torjubel einen roten Ballon als Gruß an seinen Sohn auf.
Vandevoordt dreimal stark
Frankfurt erholte sich nach gut 20 Minuten von dem doppelten Schock, Leipzigs Spiel verlor an Intensität. Chancen für die Eintracht waren die logische Folge. Doch sowohl Ritsu Doan (31.), Ansgar Knauff und Jonathan Burkhardt (je 38.) scheiterten an Leipzigs Keeper Marten Vandevoordt.
Als die Eintracht gerade richtig gut im Spiel und kurz vor dem Anschlusstreffer war, ging die Nkunku-Show weiter. Wiederum nach Vorarbeit von Nusa hielt Noah Atubolo zunächst stark gegen Romulo, doch Nkunku staubte gnadenlos ab. Drei Minuten später profitierte Nkunku wieder von einer Atubolo-Abwehr, nach einem Schuss von Banzuzi. Der Franzose zählte seine Tore nach seinem Hattrick ungläubig an den Fingern ab, Demichelis sprang jubelnd durch seine Coaching-Zone. Erinnerungen an das 6:0 in der vergangenen Saison wurden wach.
Hütter stellt um, Nusa trifft
Hütter reagierte in der Halbzeit: Das System wurde auf eine Viererkette umgestellt, Elias Baum und Younes Ebnoutalib kamen ins Spiel. Doch die Tore schoss weiter Leipzig. In einer Umschaltsituation schnappte sich Nusa den Ball, sprintete 30 Meter auf das Frankfurter Tor zu und knallte den Ball in die kurze Ecke.
Leipzig konnte sich nun sogar vergebene Großchancen leisten. Banzuzi (63.) kam aus zwei Metern Torentfernung zu sehr unter den Ball und schoss diesen in den Himmel. Nach gut einer Stunde nahm Demichelis in Nusa und Nkunku seine beiden besten Spielern vom Platz - Schonung für die Champions League. Gomis erzielte nach einem feinen Solo trotzdem noch ein Tor.















