Fußball
Eintracht erlöst - 1:0 gegen Köln erster Heimsieg seit März
Younes Ebnoutalib verzichtete nach dem Abpfiff auf große Jubelgesten, aber die Erleichterung war auch dem Matchwinner deutlich anzumerken. Der Neu-Nationalspieler hatte mit seinem Siegtor in der 77. Minute der Eintracht aus Frankfurt ein verdientes 1:0 (0:0) gegen den 1. FC Köln beschert und die lange Heimflaute seines Teams beendet. Der erste Heimsieg der Hessen seit über sieben Monaten war auch eine schnelle Wiedergutmachung für das peinliche 0:6 sechs Tage zuvor bei RB Leipzig.
„Es war sehr, sehr wichtig für uns, für ganzen Verein, gerade nach so einem Spiel eine solche Reaktion zu zeigen“, sagte Kapitän Robin Koch, der auch persönlich turbulente Tage hinter sich hatte, bei Sky: „Ich muss der Mannschaft heute ein Riesenkompliment aussprechen. Wir haben es heute über 90 Minuten auf den Platz gebracht.“
Vor 59.600 Zuschauern vollendete der 23 Jahre alte Ebnoutalib auf sehenswerte Vorlage von Noel Aseko. Die Gäste von Trainer René Wagner hatten spätestens ab der Halbzeit auf einen Punktgewinn gespielt, verpassten nach dem 2:1-Derbysieg gegen Borussia Mönchengladbach aber den nächsten Achtungserfolg. „Es tut einfach unfassbar weh, dass wir diese drei Punkte nicht mit nach Hause nehmen können“, sagte Kölns Nationalspieler Saïd El Mala.
Fokus auf Koch
Jubilar Noah Atubolu im Frankfurter Tor, der sein 100. Bundesliga-Spiel absolvierte, war bereits nach 40 Sekunden gefordert und entschärfte einen Schuss von Kölns Stürmer Marius Bülter. Beim Sechs-Gegentore-Debakel in Leipzig waren die Hessen vor einer Woche bereits zu einem solch frühen Zeitpunkt in Rückstand geraten.
Besonders im Fokus stand Kapitän Koch, den Hütter in Leipzig nach einer Halbzeit ausgewechselt hatte. Erstmals zu sehen war der schwer kritisierte Abwehrchef nach zwölf Minuten, als ihm El Mala entwischte und Koch sich nur mit einem Foul zu helfen wusste. Koch hatte Glück, dass es Schiedsrichter Benjamin Brand bei dieser Situation bei einer Ermahnung beließ.
Atubolu zeichnet sich aus
Nach dem frühen Schreckmoment war sonst aber eher die Eintracht tonangebend. Stürmer Younes Ebnoutalib (3.) und Farès Chaïbi (9.) vergaben im Strafraum die ersten Möglichkeiten für die Hessen.
Während die Gastgeber oft zu ungenau abschlossen, scheiterten die Kölner immer wieder an Torhüter Atubolu. Der 24-Jährige, der im Sommer vom SC Freiburg an den Main kam, zeigte starke Strafraumbeherrschung und vereitelte eine weitere Chance von Stürmer Bülter nach einer guten halben Stunde. In der letzten Szene vor dem Pausenpfiff schoss El Mala nach sehenswertem Solo klar am Tor vorbei.
El Mala vergibt nach starkem Solo
Zwar bemüht, aber relativ unsichtbar war Ex-Weltmeister Mario Götze, der im Zentrum den Vorzug vor dem zuletzt schwachen Aseko erhielt. „Mit Mario haben wir einen Spieler, der sehr erfahren ist und uns in dieser Situation auch guttut“, sagte Hütter. Überraschend verzichtete hatte der Österreicher in seiner Startelf auf den torgefährlichen Can Uzun.
Nach der Pause kam Frankfurts Ebnoutalib aus kurzer Distanz zum Kopfball, doch die Flanke von Außenbahnspieler Keita Kosugi kam einen Tick zu hoch. Kurz danach blockte Joel Schmied den nächsten Abschluss von Ebnoutalib, der zu Jahresbeginn von der SV Elversberg kam und inzwischen Nationalspieler unter Bundestrainer Jürgen Klopp ist.
Als Innenverteidiger Lilian Brassier und Chaibi jeweils per Kopf am starken Kölner Torwart Schwäbe scheiterten, war Frankfurts Führung eigentlich überfällig. Doch Köln wahrte auch gegen anrennende Gastgeber die Stabilität und wollte unbedingt den einen Punkt. Doch dann gelang Aseko ein kleiner Geniestreich, den Stürmer Ebnoutalib mit dem Siegtor vollendete.
















