Überblick

Stichwahlen in der Region: Das Ringen um die begehrten Posten

In vielen Rathäusern und Landratsämtern in der Region ist nach wie vor unklar, wer künftig das Sagen hat. Wir geben einen Überblick über die wichtigsten Stichwahl-Brennpunkte am Sonntag.

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Ringen um die begehrten Posten: Auch in Passau, München oder dem Kreis Rottal-Inn stehen Stichwahlen an.

Ringen um die begehrten Posten: Auch in Passau, München oder dem Kreis Rottal-Inn stehen Stichwahlen an.

An die Wahlurnen, die Zweite: Alleine bei den Landkreisen, kreisfreien Städten und größeren Städten mit mehr als 10.000 Einwohnern stehen am Sonntag 128 Stichwahlen an. Ein genauer Blick auf einige Kandidaten-Konstellationen in Ostbayern zeigt, dass vielerorts enge Ergebnisse zu erwarten sind - und dass ein großer Vorsprung bei den Wahlen vor knapp zwei Wochen an diesem Sonntag nicht unbedingt einen klaren Sieg bedeuten muss.

Thomas Burger (SPD) und Astrid Freudenstein (CSU)

Thomas Burger (SPD) und Astrid Freudenstein (CSU)

Stadt Regensburg: Wer folgt auf die scheidende Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD)? Das Ergebnis von vor knapp zwei Wochen deutet auf ein klares Rennen in der Hauptstadt der Oberpfalz hin: 37,5 Prozent der Stimmen gingen an Astrid Freudenstein (CSU), 19,1 Prozent an Thomas Burger (SPD). Die Entwicklungen seitdem könnten allerdings die Verhältnisse neu ordnen: Sprechen sich die Freien Wähler für Freudenstein aus, positionieren sich gleich mehrere Parteien pro Burger: So empfehlen die Grünen, die Brücke, die Ribisl-Partie, die ÖDP, Volt und die Linkspartei den SPD-Mann.

Christoph Rabl (Die Grünen) und Thomas Haslinger (CSU)

Christoph Rabl (Die Grünen) und Thomas Haslinger (CSU)

Stadt Landshut: „Gestalten statt verwalten.“ Unter diesem Motto führte Christoph Rabl (Die Grünen) seinen Wahlkampf - und zwang mit 20,2 Prozent den Favoriten Thomas Haslinger (CSU, 37 Prozent) in die Stichwahl. Während Rabl für ein vergleichsweise neues Profil stehen will, hatte Haslinger bereits in den vergangenen Jahren eine große Präsenz in der Politik der Hauptstadt Niederbayerns: In den vergangenen sechs Jahren war er als zweiter Bürgermeister aktiv. So oder so ist klar: An der Spitze Landshuts wird ein neuer Oberbürgermeister stehen. Der bisherige Amtsinhaber Alexander Putz (CSU) trat nicht mehr an.

Claudia Geilersdorfer (CSU) und Alfred Holzner (FW)

Claudia Geilersdorfer (CSU) und Alfred Holzner (FW)

Kreis Landshut: Die Zukunft des Krankenhauses in Vilsbiburg bestimmt den Wahlkampf. Claudia Geilersdorfer (CSU) und Alfred Holzner (Freie Wähler) streiten um die Deutungshoheit über Details aus der Klinikfusion, mit der man die medizinische Versorgung an fünf Standorten in Stadt und Landkreis Landshut sichern will. Holzner brachte sich am 8. März mit 43,1 Prozent der Stimmen in eine gute Position, Geilersdorfer erhielt 30,7 Prozent. Die entscheidende Frage: Geht es nach zwölf Jahren Peter Dreier mit den Freien Wählern weiter oder wollen die Bürger den alten Platzhirschen CSU?

Laurentius Seidl (CSU) und Georg Haindl (FW)

Laurentius Seidl (CSU) und Georg Haindl (FW)

Rottenburg: Weil Holzner als Landrat kandidiert, bekommt die Stadt nach 18 Jahren einen neuen Bürgermeister. Laurentius Seidl (CSU, 41,6 Prozent) lag vor zwei Wochen knapp vor Georg Haindl (FW, 36,2 Prozent). Zünglein an der Waage werden nun wohl die bisherigen Wähler von Markus Kutzer (CWSU, 22,2 Prozent) sein.

Christian Schindler (FW) und Michael Multerer (CSU)

Christian Schindler (FW) und Michael Multerer (CSU)

Kreis Cham: Am Sonntag entscheidet sich, ob die jahrzehntelang währende CSU-Dominanz im Landratsamt auch weiterhin Bestand hat. Nachdem der langjährige Amtsinhaber Franz Löffler (CSU) nicht mehr kandidierte, machten sich sieben Kandidaten Hoffnungen auf das Amt. Mit 44,6 Prozent der Stimmen verpasste Michael Multerer (CSU) die absolute Mehrheit - und es kommt erwartungsgemäß zur Stichwahl. Für den langjährigen Bürgermeister der Gemeinde Arnschwang geht es gegen den Chamer Christian Schindler (FW), der zuletzt 31,6 Prozent der Stimmen sammelte.

Tobias Beck (FW) und Ewald Seifert (CSU)

Tobias Beck (FW) und Ewald Seifert (CSU)

Kreis Straubing-Bogen: Als bisherige CSU-Bastion ist die Tatsache, dass es überhaupt zu einer Stichwahl kommt, bereits ein Novum. CSU-Kandidat Ewald Seifert erhielt zwar 45,9 Prozent der Stimmen - der geringe Abstand zu Tobias Beck (FW, 39,4 Prozent) hat allerdings nicht wenige überrascht. Der gebürtige Mallersdorfer Beck ist seit 2023 Abgeordneter im Bayerischen Landtag - bereits 2020 machte er sich Hoffnungen auf den Landratsposten, unterlag dabei aber gegen den nun scheidenden Amtsinhaber Josef Laumer (CSU). Seifert war seit 2002 Bürgermeister der Gemeinde Oberschneiding.

Walter Franz (BOG) und Andrea Probst (CSU)

Walter Franz (BOG) und Andrea Probst (CSU)

Bogen: Ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern sich innerhalb des Landkreises Walter Franz (47,9 Prozent) und Amtsinhaberin Andrea Probst (CSU, 47,1 Prozent) um den Bürgermeisterposten. Probst setzte sich selbst 2020 in einer Stichwahl durch, nun geht es gegen Franz, der für die neue Wählervereinigung BOG antritt.

Valentin Walk (CSU) und Jürgen Ohr (BfB)

Valentin Walk (CSU) und Jürgen Ohr (BfB)

Dingolfing: Es war ein politischer Knall weit über Dingolfing hinaus: Im vergangenen November trat Bürgermeister Armin Grassinger (UWG) überraschend aufgrund von Anfeindungen von seinem Posten zurück. Auf seinen Nachfolger wird nun wohl ein besonderes Augenmerk gerichtet sein. Mit 44,5 Prozent der Stimmen geht Valentin Walk (CSU) als klarer Favorit in die Stichwahl. Wer sein Gegner sein wird, entschied sich erst auf den letzten Metern. Jürgen Ohr (BfB) erhielt mit 1.138 Stimmen 15,1 Prozent - und damit gerade einmal zwei Stimmen mehr als SPD-Kandidat Gerald Vislmeier.

Thomas Lorenz (UWG/FWG) und Matthias Kohlmayer (LGM)

Thomas Lorenz (UWG/FWG) und Matthias Kohlmayer (LGM)

Landau: Einen Wahlkrimi erlebte auch Amtsinhaber Matthias Kohlmayer (LGM) im Kampf um den Bürgermeisterposten. Dabei ging es aber nicht um die Frage, gegen wen er in einer Stichwahl antreten muss, sondern darum, ob es überhaupt dazu kommt. 3.244 Stimmen (49,5 Prozent) sammelte er trotz fünf Gegenkandidaten letztlich - und damit 31 zu wenig zur absoluten Mehrheit. Am Sonntag tritt er nun gegen den zweiten Bürgermeister Thomas Lorenz (UWG/FWG, 25,2 Prozent) an.

Annette Setzensack (ÖDP) und Karoline Fritz-Ertlmaier (SLU)

Annette Setzensack (ÖDP) und Karoline Fritz-Ertlmaier (SLU)

Mainburg: Bereits vor der Stichwahl steht ein Novum fest: Die Stadt bekommt erstmals eine Bürgermeisterin. Für Karoline Fritz-Ertlmaier (SLU, 30,9 Prozent) und Annette Setzensack (ÖDP, 27,1 Prozent) dürfte sich ausgezahlt haben, dass sie sich bei der Debatte um das Mainburger Krankenhaus am meisten eingebracht haben. Amtsinhaber Helmut Fichtner (FW) verpasste mit 24,5 Prozent der Stimmen die Stichwahl hingegen knapp.

Martin Neumeyer (CSU) und Christian Nerb (FW)

Martin Neumeyer (CSU) und Christian Nerb (FW)

Kreis und Stadt Kelheim: Die Debatte um die Zukunft des Mainburger Krankenhauses dürfte auch wesentlichen Einfluss auf das Ergebnis im Kampf um den Landratsposten gehabt haben. Amtsinhaber Martin Neumeyer (CSU) vereinte zwar 33,9 Prozent der Stimmen auf sich - knapp dahinter lag aber bereits mit 33,1 Prozent der Stimmen Christian Nerb, der bisherige Bürgermeister von Saal an der Donau (FW). Ähnlich knapp ist die Situation in der Stadt Kelheim: Amtsinhaber Christian Schweiger (CSU, 43,1 Prozent) und Dennis Diermeier (FW, 41,7 Prozent) lagen fast gleichauf.

Susanne Hoyer (CSU) und Helmut Petz (FW)

Susanne Hoyer (CSU) und Helmut Petz (FW)

Kreis Freising und Moosburg: Neun Personen traten an, um Landrat in Freising zu werden - oder es zu bleiben. Für Amtsinhaber Helmut Petz (FW) geht es wie erwartet in die Stichwahl. Mit 27,8 Prozent der Stimmen landete er allerdings hinter Langenbachs bisheriger Bürgermeisterin Susanne Hoyer (CSU, 32,3 Prozent). Ähnlich stellt sich die Lage in Moosburg dar: Amtsinhaber Josef Dollinger (Moosburg pur) sammelte vor knapp zwei Wochen 25 Prozent der Stimmen. Sein Konkurrent Maximilian Mader schnitt mit 28,2 Prozent dagegen etwas besser ab.

Hans Greil (Unabhängige) und Franz Wittmann (CSU)

Hans Greil (Unabhängige) und Franz Wittmann (CSU)

Viechtach: Dass es zur Stichwahl kommt, war in der Stadt keine große Überraschung. Die Reihenfolge der Kandidaten hatten einige Beobachter so aber nicht auf dem Zettel: Der zweite Bürgermeister Hans Greil (Unabhängige) lag mit 36,8 Prozent vor dem amtierenden Bürgermeister Franz Wittmann (CSU), der auf 29,9 Prozent kam. 2020 hatte Greil eine Stichwahl noch um wenige Stimmen verpasst.

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