Verdienste um die Stadt

Goldene Bürgermedaille für Regensburgs Ex-Oberbürgermeisterin

Neben Gertrud Maltz-Schwarzfischer werden am Stadtfreiheitstag am 14. November weitere Persönlichkeiten ausgezeichnet, die sich besonders um die Stadt verdient gemacht haben. Die Entscheidung darüber traf der Stadtrat.

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Gertrud Maltz-Schwarzfischer

Gertrud Maltz-Schwarzfischer

Wahl-O-Mat
Von Redaktion Regensburg

Feierlich wird es am Stadtfreiheitstag am 14. November im Historischen Reichssaal. Oberbürgermeister Thomas Burger wird städtische Medaillen und Auszeichnungen an Bürgerinnen und Bürger vergeben, die sich in besonderer Weise um die Stadt verdient gemacht haben. Ein Preis geht an Burgers Vorgängerin. Entschieden hatte über die Vergabe der Stadtrat in seiner Sitzung am 30. September.

Goldene Bürgermedaille für Gertrud Maltz-Schwarzfischer: 2008 wurde sie erstmals für die SPD in den Stadtrat gewählt. Als zweite Bürgermeisterin verantwortete sie ab 2014 die Bereiche Soziales, Jugend und Senioren. Nach der vorläufigen Dienstenthebung des damaligen Oberbürgermeisters Joachim Wolbergs 2017 übernahm sie kommissarisch die Amtsgeschäfte des OBs. „In dieser herausfordernden Phase stellte sie nicht nur die weiterhin erfolgreiche Arbeit der Stadtverwaltung sicher, sondern es gelang ihr auch, das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Führung der Stadt zu bewahren“, heißt es in der Begründung zur Preisverleihung. Bei der Kommunalwahl 2020 setzte sie sich in der Stichwahl zur Oberbürgermeisterin durch. Die Bewältigung der Corona-Pandemie und der Umgang mit den Folgen des Ukraine-Krieges stellten erneut besondere Anforderungen dar. Maltz-Schwarzfischer habe sich „mit großem Engagement für eine nachhaltige und zukunftsfähige Stadtentwicklung“ eingesetzt, steht in der Begründung weiter. Etwa mit der Entwicklung des Quartiers auf dem Gelände der ehemaligen Prinz-Leopold Kaserne, der Neugestaltung des Obermünsterviertels sowie der Verkehrsberuhigung in der Altstadt. Wirtschaftliche Impulse habe sie unter anderem mit der Weiterentwicklung der Clusterpolitik oder der Umsetzung des Techcampus gesetzt.

Silberne Bürgermedaille für Winfried Freisleben: Winfried - besser bekannt als „Winnie“ - Freisleben, habe das kulturelle und gesellschaftliche Leben der Stadt nicht nur als passionierter Gast- und Kulturwirt, sondern auch als „begnadeter Netzwerker und engagierter Kulturförderer“ bereichert, so die Begründung. „Winnie Freisleben war fast 40 Jahre lang das Herz und die Seele des Jazzclubs Regensburg, bevor er im Jahr 2025 aus dem Vorstand ausschied.“ Und: „Als Mitbegründer des Bayerischen Jazzweekends trug er dazu bei, Regensburg in seiner Bedeutung und Bekanntheit als Jazzstandort weiter zu steigern und nachhaltig zu etablieren.“ Sein Verständnis von Kunst und Kultur sei stets mit gesellschaftlicher Verantwortung und sozialem Engagement verbunden gewesen. Auch als Inhaber der Kulturgaststätte „Leerer Beutel“ habe Freisleben sich nicht nur als Gastwirt, sondern auch als Kulturwirt mit Leib und Seele verstanden.

Winfried Freisleben

Winfried Freisleben

Matthäus-Runtinger-Medaille für Michael Matt: Der Geschäftsführer von Optik Matt leitet das Familienunternehmen gemeinsam mit seiner Ehefrau in zweiter Generation. Sein Wirken sei geprägt von Innovationskraft, Qualitätsbewusstsein und dem Anspruch, das Unternehmen nachhaltig weiterzuentwickeln, heißt es in der Begründung. Ein besonderes Augenmerk lege er dabei auf eine ressourcenschonende und regionale Fertigung im Bayerischen Wald. Die Verbundenheit mit der Region und das gesellschaftliche Miteinander seien ihm ein Anliegen. Diese Werte bringe er ehrenamtlich in seine Arbeit für die IHK Regensburg für Oberpfalz und Kelheim ein. Von 2018 bis 2025 stand er als Präsident an der Spitze der IHK: „Während seiner Amtszeit als Präsident leistete Matt wichtige Impulse für die zukunftsfähige Entwicklung der Region.“

Michael Matt

Michael Matt

Albertus-Magnus-Medaille für Professor Thomas Fischer: Sein wissenschaftliches Lebenswerk ist von der Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Archäologie der römischen Provinzen geprägt. Von 1972 bis 1978 studierte er Provinzialrömische Archäologie, Vor- und Frühgeschichte, Alte Geschichte, Mittelalterliche Geschichte und Klassische Archäologie unter anderem in Regensburg. Viele Jahre war er als Professor an der Universität zu Köln tätig. Gleichwohl forschte er immer wieder zu der Stadtgeschichte Regensburgs. Er sei „ein ausgewiesener provinzialrömischer Archäologe, der sich durch seine besondere Fähigkeit auszeichnet, römische Kleinfunde sicher zu bestimmen und einzuordnen, archäologische Befunde treffend zu deuten, diese mit überregionalen Vergleichsfunden in Beziehung zu setzen und in größere historische Zusammenhänge einzuordnen“, so die Begründung zur Preisverleihung.

Professor Thomas Fischer

Professor Thomas Fischer

Stadtschlüssel für Ursula Michalke: Seit mehreren Jahrzehnten widmet sie sich den Theaterfreunden Regensburg. Mit einer Gesamtfördersumme von rund 740.000 Euro unterstützten die Theaterfreunde das Theater Regensburg in vielfältiger Weise finanziell. Unter dem Vorsitz von Michalke erhielt insbesondere die Förderung von Kindern und Jugendlichen einen besonderen Stellenwert. „Ihr Anliegen ist es, junge Menschen für das Theater zu begeistern und ihnen unabhängig von ihren persönlichen Voraussetzungen den Zugang zu Kunst und Kultur zu ermöglichen“, heißt es in der Begründung. Besonders wichtig sei ihr eine vertrauensvolle Verbindung zwischen dem Verein und dem Ensemble. Gemeinsame Ausflüge und Veranstaltungen tragen ebenso dazu bei wie die Unterstützung bei der Unterbringung von Gastengagements oder die Organisation von Deutsch-Sprachkursen für internationale Ensemblemitglieder.

Ursula Michalke

Ursula Michalke

Stadtschlüssel für Renate Haimerl-Brosch: Sie engagiert sich seit vielen Jahren für das kulturelle Leben in der Region, etwa als Gründungsmitglied der Gruppe Rosvita Lib GbR und im Neuen Kunstverein Regensburg, den sie seit 2021 leitet. „Sie hat zahlreiche viel beachtete Kulturveranstaltungen organisiert und tut dies bis heute, unter anderem in Regensburg sowie in ihrem Atelierhaus in Neukirchen“, steht in der Begründung. Sie initiiert und begleitet zahlreiche kulturelle Aktivitäten. Dazu zählen die regelmäßige Beteiligung des Kunstvereins am kulturellen Jahresthema der Stadt, die Teilnahme am Galerienabend sowie Kunstaktionen an der „Kunsthaltestelle“ gegenüber den Räumlichkeiten des Vereins. Unter ihrer Mitwirkung entstanden Kontakte zu weiteren regionalen Kunst- und Kulturinstitutionen. Gleichzeitig arbeitet der Verein mit Schulen zusammen und ermöglicht einen unmittelbaren Bildungszugang zu zeitgenössischer Kunst.

Renate Haimerl-Brosch

Renate Haimerl-Brosch

Stadtschlüssel für den Verein Rafael: Der Verein bietet obdachlosen oder hilfsbedürftigen Menschen mit gesundheitlichen Problemen einen niedrigschwellige Kontakt für medizinische Versorgung. Für viele der betroffenen Menschen liegt die größte Hürde nicht in einer fehlenden Krankenversicherung, sondern in der Hemmschwelle, überhaupt eine Arztpraxis aufzusuchen. Mittlerweile engagieren sich rund 25 Ehrenamtliche im Bereich der Allgemeinmedizin und 18 im Bereich der Zahnmedizin.

Stadtschlüssel für den Arbeitskreis für ausländische Arbeitnehmer (a. a. a.): Der Arbeitskreis entstand Anfang der 1970er Jahre aus Schülerinnen und Schülern sowie Studierenden, die Kinder mit Migrationsgeschichte beim Erlernen der deutschen Sprache und bei deren Hausaufgaben unterstützten. Inzwischen ist der Verein mit fünf Einrichtungen und Anlaufstellen präsent und damit für Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und Familien niederschwellig erreichbar. Die ehrenamtlich Tätigen unterstützen bei der Hausaufgabenbetreuung, bieten Lernhilfen an und leisten einen Beitrag zur schulischen und sprachlichen Förderung von Schülern aller Jahrgangsstufen.

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