Großübung
Katastrophenschutz am Viechtacher Krankenhaus: Einsatzkräfte proben Bombenfund

Christoph Aschenbrenner/Arberlandkliniken
Eng eingebunden war die Einsatzleitung der Arberlandklinik Viechtach

Einsatzkräfte und Behörden im Landkreis Regen haben bei einer unangekündigten Großübung den Fund einer Bombe zwischen der Arberlandklinik und dem Gesundheitszentrum an der Arberlandklinik simuliert. Ziel war es, die Zusammenarbeit der beteiligten Stellen sowie die Evakuierung der Klinik und umliegender Gebäude zu erproben. Kreisbrandrat Hermann Keilhofer entwickelte das Übungsszenario.
Im Landratsamt Regen trat die Führungsgruppe Katastrophenschutz (FÜGK) unter der Leitung der Juristin Christin Kelly zusammen. Im Feuerwehrhaus Viechtach richteten die Verantwortlichen die Örtliche Einsatzleitung (ÖEL) ein. Christian Aulinger leitete sie zunächst, später übernahm Marco Dietl. In der Arberlandklinik bereitete die Krankenhauseinsatzleitung die Evakuierung vor. An der Übung beteiligten sich das Bayerische Rote Kreuz (BRK), die Kreisbrandinspektion Regen, die Freiwillige Feuerwehr Viechtach, das Technische Hilfswerk (THW), die Polizei und die Arberlandkliniken. Auch die Integrierte Leitstelle Straubing, die Regierung von Niederbayern und die Stadt Viechtach wirkten mit.

Martin Alt/FFW Viechtach
Mit dabei waren die vier ÖEL des Landkreis Regen, Mitglieder der Kreisbrandinspektion Regen, Mitglieder des BRK Kreisverband Regen mit Sanitätseinsatzleitung und Unterstützungsgruppe Sanitätseinsatzleitung, die Unterstützungsgruppe des Örtlichen Einsatzleiter, Mitglieder der Feuerwehr Viechtach, Vertreter der Polizei Viechtach, die Krankenhauseinsatzleitung der Arberlandklinik Viechtach und Mitglieder des THW Regen.
Das Szenario brachte verschiedene Herausforderungen mit. 138 Patienten sollten verlegt oder entlassen werden. Mehr als 200 Mitarbeiter der Arberlandkliniken sollten nicht nur aus dem Gefahrenbereich gebracht werden, sondern sich bis zur Verlegung weiter um Patienten kümmern. Zudem sollten alle Gebäude im 300 Meter Umkreis geräumt werden. Insgesamt hätten rund 930 Menschen ihre Wohnungen verlassen müssen. Zu den Betroffenen gehörte auch ein Seniorenheim. Für die Anlieger wurden die Stadthalle und die Realschulturnhalle als Notquartier eingerichtet.
Teile der digitalen Technik fallen aus
Die ÖEL koordinierte die Maßnahmen vor Ort. Die FÜGK legte im Landratsamt die Rahmenbedingungen fest und erließ die erforderlichen Anordnungen. Während die Einsatzkräfte in Viechtach die Evakuierung der Klinik und der umliegenden Gebäude vorbereiteten, organisierte die Führungsgruppe Material und die Versorgung der Einsatzkräfte. Dabei wurde nicht nur am Schreibtisch geplant, es wurde beispielsweise bei örtlichen Baustoffmärkten und -händlern nach Kies und Bigpacks gefragt, selbst Pressemitteilungen wurden tatsächlich geschrieben. „Regelmäßiges Üben schult uns alle und hilft, im Ernstfall Entscheidungen zu treffen“, sagte Kelly. Am Nachmittag endete die Übung.
Bei der Abschlussbesprechung erklärte Keilhofer, dass Übungen in einem Krankenhaus besondere Anforderungen stellten. Der Betrieb in Klinik und Gesundheitszentrum sollte währenddessen weiterlaufen. Nach seinen Angaben gelang dies ohne größere Beeinträchtigungen. Keilhofer dankte den Einsatzkräften und den beiden Örtlichen Einsatzleitern Christian Aulinger und Marco Dietl.
„Kleinigkeiten passieren immer“, betonte Keilhofer, auch Landrat Raith bekräftigte: „Übungen sind dazu da, um Lerneffekte zu erzielen.“ Die Beteiligten stellten bei der Auswertung vor allem Verbesserungsbedarf bei analogen Arbeitsabläufen fest. Teile der digitalen Technik, darunter das E-Mail-Programm, fielen während der Übung zeitweise oder vollständig aus. Die Einsatzkräfte dokumentierten deshalb Vorgänge auf Papier und trafen Entscheidungen anhand schriftlicher Unterlagen. „Analog ist die letzte Rückfallebene“, sagte Keilhofer. Künftig wollen die Verantwortlichen solche Ausfallszenarien häufiger trainieren. Außerdem soll sich der Austausch zwischen ÖEL und FÜGK verbessern. So werde es bereits Anfang kommenden Jahres ein Treffen der Stäbe in Viechtach geben.
Der Hintergrund
Geübt wurde der Fund einer 250 Kilogramm schweren Fliegerbombe. Im Einsatz waren rund 150 Personen, darunter Mitglieder der Örtlichen Einsatzleitung, der Freiwilligen Feuerwehr Viechtach, der Kreisbrandinspektion Regen, des Bayerischen Roten Kreuzes, der Führungsgruppe Katastrophenschutz, des THW, der Alarm- und Einsatzleitung der Arberlandkliniken, des Technischen Hilfswerk, der Polizei, der Stadt Viechtach und der Integrierten Leitstelle Straubing.








