Werke gesucht
Helmut Münch in 100 Bildern aus Mainburger Privatbesitz

Nicole Haberländer
Vor einem echten Münch im Rathaus: Bürgermeisterin Karoline Fritz-Ertlmaier, Ausstellungsleiterin Dr. Isabelle Lesmeister und Cornelia Kroiß vom Stadtmarketing (v.l.).

100 Jahre wäre der Hallertauer Künstler Helmut Münch dieses Jahr geworden. Ihm zu Ehren will die Stadt Mainburg eine einzigartige Jubiläumsausstellung veranstalten: „Mein Münch. 100 Jahre, 100 Werke, 100 Geschichten“ ist der Titel der Ausstellung, die vom 11. bis 20. Dezember in der Stadthalle zu sehen sein wird.
Das Besondere an diesem Ausstellungskonzept: Die Stadt Mainburg sucht dafür 100 Werke von privaten Besitzern und möchte damit Helmut Münch ein ganz persönliches Andenken schenken. Eine Ausstellung, die neben der großen Bandbreite des Künstlers lebendig zeigt, wie sehr er mit den Menschen in Mainburg und der Hallertau verbunden war. Und gleichzeitig eine Ausstellung, die sein künstlerisches Schaffen mit der Lebensgeschichte der Menschen verbindet, bei denen seine Werke zuhause sind.
In Ebrantshausen zu Hause
Helmut Münch, der 1926 in Würzburg geboren wurde, dort aufgewachsen und zur Schule gegangen ist, studierte nach seinem Abitur, nach Militärdienst und Kriegsgefangenschaft 1948 Grafik und Holzschnitt an der Kunstakademie in Stuttgart. Danach ging er zum Studium für Malerei und Grafik an die Kunstakademie nach Nürnberg. 1952 heiratete er seine Frau Gertraud, eine Bildweberin, und zog mit ihr zusammen in die Hallertau, wo er vier Jahre als Kunstlehrer an der damaligen privaten Realschule Mainburg arbeitete. 1956 machte er sich als freischaffender Künstler selbstständig. In Ebrantshausen ließ sich das Ehepaar Münch 1958 nieder, wo sich beide ihr Leben lang zuhause fühlten.
Helmut Münch war Mitbegründer und erster Vorsitzender der Gruppe Kunst der Weltenburger Akademie, Mitbegründer der Gruppe Oberbayern Nord des Berufsverbandes bildender Künstler und Dozent an der internationalen Sommerakademie für bildende und angewandte Kunst in Innsbruck. Was Helmut Münch zum „Maler der Hallertau“ macht, wie ihn ein Bildband des Pinsker-Verlages aus dem Jahr 1996 bezeichnet, war seine ganz besondere Beziehung zu den Menschen und der Landschaft hier vor Ort.
Denn neben seiner Kunst, die Münch für Kirchen und öffentliche Gebäude schuf, skizzierte, zeichnete und malte er bis zu seinem Tod am 14. November 2008 Menschen aus Mainburg und der Hallertau und Hopfenlandschaften zu allen Jahreszeiten. Diese Liebe zu seiner Wahlheimat spiegelt sich in all seinen Bildern wider. „Haben Sie einen echten Münch zuhause?“, fragt Bürgermeisterin Karoline Fritz-Ertlmaier, „zeigen Sie ihn den Menschen vor Ort. Werden Sie mit Ihrem Münch Teil unserer Ausstellung.“
Gesucht werden dafür Gemälde, Zeichnungen, Grafiken, Skizzen, Entwürfe und weitere geeignete Originalarbeiten des Künstlers, auch Fotografien von Werken, die nicht transportiert werden können, zum Beispiel Kunst am Bau. Personen, die keine Werke Münchs besitzen, können durch Erinnerungen, Fotografien oder Hinweise auf bislang unbekannte Arbeiten zum Projekt beitragen. Dr. Isabelle Lesmeister ist die künstlerische Leiterin der Ausstellung für Helmut Münch, den sie persönlich gekannt hat. Das Projekt „Mein Münch“ liegt der Mainburger Kunsthistorikerin, die heute in Regensburg eine Kunstgalerie führt, deswegen besonders am Herzen. Auch ein Begleitprogramm ist für die Ausstellung vorgesehen. Neben der Vernissage sind Führungen, Schulangebote und ein Erzählcafé geplant. So soll das Projekt generationenübergreifend wirken. Ältere Menschen können persönliche Erinnerungen einbringen, während Kinder und Jugendliche über Führungen Zugang zur regionalen Kunstgeschichte erhalten.
Begleitangebot zur Ausstellung geplant
Geplant ist, dass jedes Originalwerk in der Ausstellung zweigeteilt beschriftet wird: zum einen mit den sachlichen Werkdaten des Künstlers, zum anderen mit einer persönlichen Erinnerung der Werkbesitzer. Jeder Leihgeber entscheidet, ob er mit vollem Namen, abgekürzt oder vielleicht auch nicht genannt werden möchte. „Möglich wäre auch, das Werk mit einem Foto seines Standorts zu zeigen“, sagt Isabelle Lesmeister, „sodass sichtbar wird, wie und wo Kunst die Menschen im Alltag begleitet.“
„Das Schöne ist, dass man Helmut Münch auch heute noch in Mainburger und Hallertauer Privathaushalten begegnet“, freut sich Cornelia Kroiß vom Stadtmarketing. Der Künstler, den auch sie persönlich kennengelernt hat, sei mit seiner Kunst „hier bei uns nach wie vor präsent und mit den Hallertauern verbunden“.
Info
Leihgeber können sich mit einem Foto ihres Werks oder mit mehreren Werken anmelden unter www.mainburg.de/muench.








