Schuleingangsuntersuchung 2.0
Das ändert sich für Kinder und Eltern im Kreis Landshut ab September

IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.
Kinder werden künftig schon mit vier bis fünf Jahren untersucht. Dann kann es in die Schule gehen.

Für viele Eltern gehört sie fest zum Vorschuljahr dazu: die Schuleingangsuntersuchung. Doch das Verfahren wird sich für Kindergartenkinder in Stadt und Landkreis Landshut künftig deutlich verändern. Das Gesundheitsamt Landshut führt ab September 2026 schrittweise die sogenannte reformierte Schuleingangsuntersuchung, kurz rSEU, ein - ein Konzept, das bayernweit für mehr Chancengleichheit beim Schulstart sorgen soll.
Der Grundgedanke hinter der Neuerung: Nicht mehr die Frage „Ist mein Kind schulfähig?“ soll im Mittelpunkt stehen, sondern die Frage, ob ein Kind auf dem Weg vom Kindergarten in die Schule Unterstützung braucht. Untersucht wird künftig, ob Kinder in den beiden Jahren vor der Einschulung ihren altersgemäßen Entwicklungsstand erreichen.
Der entscheidende Unterschied zum bisherigen Verfahren liegt im Timing. Bislang fand die Untersuchung erst innerhalb der letzten zwölf Monate vor Schulbeginn statt - für manche Kinder blieb dadurch schlicht zu wenig Zeit, um erkannte Entwicklungsrückstände bis zum Schuleintritt noch aufzuholen. Gerade bei Seh- und Hörstörungen zählt jedoch jeder Monat: Je früher eine Beeinträchtigung erkannt wird, desto besser lässt sie sich behandeln oder ausgleichen. Auch erste Vorläuferfähigkeiten des Lesens, Schreibens und Rechnens entwickeln sich schon im Kindergartenalter - und lassen sich in dieser Zeit besonders wirkungsvoll fördern.
Ein Jahr früher, breiter aufgestellt
Die Reform setzt deshalb an zwei Stellschrauben an: Zum einen wurde der Untersuchungszeitpunkt um ein ganzes Jahr vorverlegt, zum anderen das Spektrum der untersuchten Bereiche erweitert. Statt kurz vor der Einschulung werden die Kinder künftig bereits im Alter von vier bis fünf Jahren untersucht, die Testinhalte wurden entsprechend darauf abgestimmt.
Wer nun befürchtet, sein Kind müsse deshalb früher oder später eingeschult werden, kann aufatmen: Am Einschulungsalter und -zeitpunkt selbst ändert sich nichts. Auch während der Umstellungsphase wird zunächst weiterhin mit den eigentlichen Vorschulkindern begonnen, sodass der Übergang für die Familien möglichst reibungslos verläuft.
Zeigt die Untersuchung auffällige Ergebnisse, bleibt mit der rSEU deutlich mehr Zeit, um gezielt gegenzusteuern - sei es durch logopädische Übungen, eine Sehhilfe oder spielerische Frühförderung im Kindergartenalltag. „Es geht darum, im Bedarfsfall Hilfen anzuregen, nicht darum, eine Prüfung zu bestehen“, betont das Gesundheitsamt. Diese frühere Weichenstellung soll betroffenen Kindern und ihren Familien den Start ins Schulleben erheblich erleichtern.
Wer ist als erstes an der Reihe?
Langfristig verfolgt Bayern mit der flächendeckenden Einführung der rSEU das Ziel, allen Kindern im Freistaat eine möglichst gleich gute Ausgangslage für einen gelungenen Schulbeginn zu verschaffen.
Den Anfang machen ab September 2026 die Kinder aus Stadt und Landkreis Landshut, die zwischen dem 1. Oktober 2020 und dem 30. September 2021 zur Welt kamen. Im Laufe des Jahres 2027 folgt dann der nächste Jahrgang: Kinder, die zwischen dem 1. Oktober 2021 und dem 30. September 2022 geboren wurden. Wie gewohnt erfolgen die Einladungen gestaffelt nach Alter der Kinder. Da die Umstellung bayernweit koordiniert werden muss, wird sich die Einführung der rSEU über mehrere Jahre erstrecken, bis das neue Verfahren flächendeckend etabliert ist.
Eltern, deren Kinder in den kommenden Monaten zur Untersuchung eingeladen werden, erhalten die entsprechenden Informationen und Termine wie gewohnt direkt vom Gesundheitsamt Landshut.








