Mobilität

LanDi in Dingolfing-Landau gehört zu 20 besten Projekten im Nahverkehr

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Der LanDi erhielt eine Auszeichnung.

Der LanDi erhielt eine Auszeichnung.

Wahl-O-Mat
Von Redaktion Landau

Vom Ortsteil zum Bahnhof, zum Arbeitsplatz oder zum Einkaufen - auch ohne eigenes Auto: Mit dem Rufbus „LanDi - flexibel unterwegs“ vernetzt der Landkreis Dingolfing-Landau seine weitläufigen Dörfer flexibel mit dem bestehenden Zug- und Busnetz. Dafür wurde das Projekt heute im Bundeswettbewerb „Anschlüsse gestalten. Mobil in ländlichen Räumen“ ausgezeichnet, wie das Landratsamt mitteilt.

Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) und das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) würdigen mit dem Wettbewerb 20 Projekte. Sie zeigen, wie sich Bahnhöfe in ländlichen Räumen besser mit Bussen, On-Demand-Angeboten, Fuß- und Radverkehr sowie weiteren Mobilitätsangeboten verknüpfen lassen. Ziel sind verlässliche Reiseketten, die auch ohne eigenes Auto im Alltag funktionieren.

Den Landkreis flexibel vernetzen

Der Landkreis Dingolfing-Landau ist geprägt von weitläufigen, ländlichen Dorfstrukturen, die ein attraktives Nahverkehrsangebot erschwerten. Besonders Auszubildende, Schüler und Senioren außerhalb der Hauptachsen waren nur unzureichend angebunden. Gefragt war eine Lösung, die den gesamten Landkreis flexibel vernetzt.

Im Oktober 2023 startete deshalb „LanDi - flexibel unterwegs“, nach nur acht Wochen Vorlaufzeit. Via ist Technologie- und Betriebspartner und übernimmt das Flottenmanagement für zwölf Elektrofahrzeuge. LanDi verbindet Wohngebiete, Bahnhöfe, Nahversorgungszentren und große Arbeitgeber im gesamten Landkreis und dient als Zubringer zum Zug- und Busnetz. Eine Software bündelt Fahrtwünsche automatisch, vermeidet Leerfahrten und sorgt für eine gute Auslastung - so deckt die Flotte 878 Quadratkilometer ab. Fahrgäste buchen per App oder telefonisch, auch bis zu vier Tage im Voraus. Gefahren wird montags bis freitags von 6 bis 21 Uhr sowie samstags, sonntags und an Feiertagen von 8 bis 21 Uhr. Seit 28. September wird das Angebot im Pilotbetrieb zusätzlich auf das Stadtgebiet Dingolfing ausgeweitet (wir berichteten).

Mehr als 20 Prozent der Bevölkerung sind Nutzer

Die Bilanz, Stand Oktober: Nach knapp 30.000 Fahrten im ersten Halbjahr stieg die Nachfrage kontinuierlich. Heute nutzen fast 20.000 registrierte Personen, mehr als 20 Prozent der Bevölkerung des Landkreises, den Dienst. Über 345.000 Fahrten wurden abgeschlossen, monatlich fahren mehr als 11.000 Fahrgäste mit. Rund 70 Prozent aller Fahrten wären mit dem klassischen ÖPNV nicht möglich gewesen. Im vergangenen Jahr wurden über elf Millionen Personenkilometer erbracht; die Fahrgastzufriedenheit liegt bei 4,7 von fünf Sternen.

Sebastian Obermaier, Mobilitätsmanager, Landratsamt Dingolfing-Landau, betont: „Wer auf dem Dorf wohnt, soll nicht auf das eigene Auto angewiesen sein, um zur Ausbildung, zur Arbeit oder zum Zug zu kommen. Rund 70 Prozent der LanDi-Fahrten wären im klassischen Linienverkehr gar nicht möglich gewesen - daran sehen wir, welche Lücken wir damit schließen. Die Auszeichnung bestätigt uns und ist Ansporn, das Angebot weiterzuentwickeln, wie jetzt mit der Erweiterung auf das Stadtgebiet Dingolfing.“

Kommunen und Unternehmen packen an

„LanDi - flexibel unterwegs“ gehört zu den 20 Gewinnerprojekten des bundesweiten Wettbewerbs „Anschlüsse gestalten. Mobil in ländlichen Räumen“. Das Projekt erhält ein Preisgeld von 5.000 Euro. Sabine Poschmann, parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, sagt dazu: „Wer auf dem Land lebt, darf ohne eigenes Auto nicht abgehängt sein. Gute Mobilität bedeutet Teilhabe - und sie macht Gemeinden zu attraktiveren Orten zum Leben und Arbeiten. Die ausgezeichneten Projekte zeigen, was vor Ort möglich ist, wenn Kommunen und Verkehrsunternehmen gemeinsam anpacken. Davon brauchen wir mehr.“

Dr. Peter Jakubowski, Leiter des BBSR, äußert sich: „Ein guter Bahnanschluss hilft wenig, wenn man die letzten Kilometer nicht weiterkommt. Die ausgezeichneten Projekte setzen genau dort an: Sie stimmen Busse auf Züge ab, bringen Menschen aus den Ortsteilen zum Bahnhof und sorgen für sichere und kurze Wege beim Umsteigen. Das sind Lösungen, die den Alltag konkret erleichtern. Und viele davon lassen sich auch andernorts umsetzen. Genau deshalb machen wir sie mit diesem Wettbewerb sichtbar.“

Alle ausgezeichneten Projekte werden auf Mobilikon, dem Online-Nachschlagewerk des BBSR für kommunale Mobilität, vorgestellt. Es bündelt Praxisbeispiele und Informationen zu Mobilitätslösungen und unterstützt Kommunen dabei, passende Ansätze für die Situation vor Ort zu finden.

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