Mit Steinschleuder unterwegs
Zweiter Fall in Hohenwarth: Schuss auch auf Fenster im ehemaligen "Kramerladen"

Daniel Karmann/dpa
Am Sonntag hat ein Unbekannter laut Polizei auf eine Fensterscheibe in Hohenwarth geschossen. Nun gibt die Polizei bekannt: Im selben Zeitraum wurde auf die Fensterscheibe im ehemaligen "Kramerladen" geschossen.
Eine Schaufensterscheibe des Hohenwarther Feuerwehrhauses (Landkreis Cham) ist am Sonntagmorgen gegen 5 Uhr mit einer Stahlkugel beschossen worden. Eine Elf-Millimeter-Stahlkugel durchschlug die äußere Scheibe des doppelt verglasten Fensters.
Die Polizei machte nun am Mittwochvormittag bekannt: Im selben Zeitraum wurde eine weitere Fensterscheibe in Hohenwarth, nämlich die des ehemaligen „Kramerladens“, durchschossen. Die Stahlkugel wurde, wie auch beim Feuerwehrhaus, vermutlich aus einer Steinschleuder abgefeuert.
Im Feuerwehrhaus schlief im Raum dahinter nach einem Übungsabend eine Jugendgruppe der FFW auf dem Boden. Verletzte gab es nicht. Wie ein Sprecher der Polizei auf Nachfrage erklärte, stammt die Kugel nicht von einer Schusswaffe: „Wir gehen von einer hochwertigen Steinschleuder aus“, sagte er. Ein Vater brachte gegen 8 Uhr Frühstück für die Jugendgruppe vorbei und fand dabei die Stahlkugel vor dem Schaufenster.
Im Fall der beschädigten Scheibe des ehemaligen "Kramerladens" hatte der Geschädigte den Vorfall laut PHK Christian Pongratz am Dienstag im Nachgang angezeigt. Wann genau die Scheibe beschossen wurde, sei anhand der Spurenlage nicht festzumachen. Da jedoch bei dem Schuss auf die Schaufensterscheibe des Feuerwehrhauses ebenfalls eine Steinschleuder benutzt wurde, geht die Polizei davon aus, dass es sich um den selben Täter handelt, der in einer Tathandlung im gleichen Zeitraum mit der Steinschleuder auf die verschiedenen Scheiben schoss, so Pongratz.
Hohenwarths Bürgermeister Xaver Gmach bezeichnet die Tat als „Riesen-Sauerei“ und hofft, „dass sich die Taten aufklären, immerhin ist kein unerheblicher Sachschaden entstanden“. Ihm falle auf, dass die Bürger zunehmend sensibel werden und die Augen offen halten, einige hätten auch schon in der Gemeinde nachgefragt.
Wer Angaben zu den beiden Vorfällen machen kann, soll sich mit der PI Bad Kötzting in Verbindung setzen, Tel. 09941/94310.