Ukraine-Krieg

Russische Drohne schlägt in Kiewer Geheimdienstzentrale ein

Nach einem direkten russischen Angriff auf die Zentrale des Geheimdienstes SBU hat Präsident Wolodymyr Selenskyj den SBU angewiesen, Russland «spiegelbildlich» zu antworten. (Archivbild)

Nach einem direkten russischen Angriff auf die Zentrale des Geheimdienstes SBU hat Präsident Wolodymyr Selenskyj den SBU angewiesen, Russland «spiegelbildlich» zu antworten. (Archivbild)

Von dpa

Eine russische Drohne hat das Hauptgebäude des ukrainischen Geheimdienstes SBU im Zentrum der Hauptstadt Kiew getroffen. „Die Drohne zielte direkt auf das Arbeitszimmer des SBU-Leiters in diesem Gebäude“, teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj bei Telegram mit. Der Staatschef gab demnach SBU-Chef Olexander Poklad die Anweisung, Russland „spiegelbildlich“ auf diesen Angriff zu antworten.

In einem späteren Post schrieb Selenskyj nach einem Gespräch mit Poklad, dass der geografische Rahmen für die Reaktion auf die russischen Angriffe festgelegt worden sei. Der Zeitpunkt werde so gewählt, dass Ergebnisse sichergestellt seien, kündigte Selenskyj an.

Angaben der Stadtverwaltung zufolge gab es bei der Attacke auf die Geheimdienstzentrale mindestens zwölf Verletzte. Das Dach des Gebäudes und die Außenwand wurden demnach beschädigt. In den sozialen Netzwerken kursierende Fotos zeigten ein Einschlagloch an einer Fensteröffnung im zweiten Stock des Seitenflügels.

Schäden nicht nur am SBU-Gebäude

Der SBU bestätigte in einer Mitteilung die Schäden. Diese würden nun repariert. „Und die Russen erhalten eine schmerzhafte Antwort auf ihre Angriffe - noch mehr Geheimoperationen, offengelegte Agentennetze und vernichtete Feinde“, hieß es auf Telegram.

Der Drohneneinschlag hatte nach Angaben der Museumsverwaltung auch Auswirkungen auf die zum Unesco-Weltkulturerbe zählende Sophienkathedrale. Demnach zersplitterten in einem aus dem 18. Jahrhundert stammenden Verwaltungsgebäude die Fensterscheiben. Andere Gebäude des Museumskomplexes seien nicht in Mitleidenschaft gezogen worden.

Ukraine verlangt Reaktion von Unesco und Partnern

Außenminister Andrij Sybiha bezeichnete den Angriff auf der Plattform X auch deshalb als eine „erhebliche Eskalation“. Er forderte die Unesco zu einer Reaktion auf. Die UN-Organisation solle ihre Anstrengungen zum Schutz des gefährdeten ukrainischen Erbes erhöhen.

Gleichzeitig verwies Sybiha darauf, dass der Drohnenangriff während eines neuen Anlaufs zur Wiederaufnahme von Friedensgesprächen mit US-Vermittlung erfolgte. „Wir fordern unsere internationalen Partner auf, diese Handlungen unmissverständlich zu verurteilen und den Druck auf das Putin-Regime zu erhöhen“, schrieb der Chefdiplomat. Unbestätigten Berichten zufolge plant der US-Sondergesandte Steve Witkoff zusammen mit dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, eine Reise nach Moskau und anschließend nach Kiew. Dabei sind den Angaben zufolge jeweils Gespräche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und Selenskyj geplant.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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