Nach Marathon-Debatte

Neue Babis-Regierung in Tschechien gewinnt Vertrauensfrage

Tschechiens Ministerpräsident Andrej Babis kann nach einer gewonnenen Vertrauensabstimmung weiterregieren. (Archivbild)

Tschechiens Ministerpräsident Andrej Babis kann nach einer gewonnenen Vertrauensabstimmung weiterregieren. (Archivbild)

Von dpa

Die neue tschechische Regierung unter dem Ministerpräsidenten und Milliardär Andrej Babis hat die vorgeschriebene Vertrauensabstimmung im Parlament gewonnen. Einen Monat nach der Ernennung des rechtsgerichteten Kabinetts stimmten 108 Abgeordnete mit Ja und 91 mit Nein. Der Koalition gehören neben der rechtspopulistischen ANO von Babis auch die Autofahrerpartei Motoristen und die ultrarechte Freiheit und direkte Demokratie (SPD) an. In Tschechien sieht die Verfassung vor, dass jede neuernannte Regierung binnen 30 Tagen die Vertrauensfrage stellen muss.

Der Abstimmung ging ein mehr als 25-stündiger Schlagabtausch im Abgeordnetenhaus voraus. Die Opposition warf den Regierungsparteien vor, sich gegenseitig vor Strafverfolgung zu schützen. Hintergrund sind Ermittlungen gegen Babis wegen des Verdachts des Subventionsbetrugs und gegen den SPD-Gründer und Parlamentspräsidenten Tomio Okamura wegen mutmaßlicher Volksverhetzung. Als Abgeordnete genießen sie Immunität. Ein weiterer Kritikpunkt in der Debatte war die Abkehr von der entschiedenen Ukraine-Unterstützung der konservativen Vorgängerregierung.

Tschechiens Ministerpräsident Babis hat eine erste Bewährungsprobe bestanden. (Archivbild)
Tschechiens Ministerpräsident Babis hat eine erste Bewährungsprobe bestanden. (Archivbild)
Tschechiens Ministerpräsident Babis hat eine erste Bewährungsprobe bestanden. (Archivbild)
Die Verfassung sieht vor, dass jedes neue Kabinett innerhalb von 30 Tagen nach seiner Ernennung die Vertrauensfrage stellen muss. (Archivbild)
Die Verfassung sieht vor, dass jedes neue Kabinett innerhalb von 30 Tagen nach seiner Ernennung die Vertrauensfrage stellen muss. (Archivbild)
Die Verfassung sieht vor, dass jedes neue Kabinett innerhalb von 30 Tagen nach seiner Ernennung die Vertrauensfrage stellen muss. (Archivbild)

Babis selbst betonte, dass die Tschechische Republik und die tschechischen Bürger für ihn an erster Stelle stünden. Er versprach eine schnelle Abschiebung straffälliger Ausländer und lehnte einen Wechsel von der Krone zum Euro als Währung ab. Zudem kritisierte er die Klimapolitik der EU als schädlich für die Industrie. Er schloss aus, dass sich Tschechien an einer etwaigen Friedenstruppe in der Ukraine beteiligen würde. Die Prager Granaten-Initiative für das von Russland angegriffene Land will Babis nur koordinierend weiterführen, ohne eigene Steuergelder zu verwenden. Im Zuge dieses Projekts wurden bisher mehr als vier Millionen Schuss Munition an Kiew geliefert.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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