Sozialleistungen

Linke: Kürzungspläne träfen acht Millionen Menschen

Der Linken-Politiker und Sozialexperte Ulrich Schneider listet in einem Papier mögliche Folgen von geplanten Kürzungen. (Archivbild)

Der Linken-Politiker und Sozialexperte Ulrich Schneider listet in einem Papier mögliche Folgen von geplanten Kürzungen. (Archivbild)

Von dpa

Angekündigte Kürzungen bei Sozialleistungen betreffen nach Schätzungen der Linken rund acht Millionen Menschen in Deutschland. Dabei geht es unter anderem um geplante Einschnitte bei Pflegeleistungen, Wohngeld, Elterngeld, Kindersofortzuschlag, Unterhaltsvorschluss und um Verzögerungen bei der Bafög-Anpassung.

„Die Kürzungspolitik trifft mit hoher Präzision die Einkommensschwächsten dieser Gesellschaft“, heißt es in einem Papier des Linken-Vorstandsmitglieds Ulrich Schneider, früher Geschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands. Er listet eine ganze Reihe von geplanten Reformen der schwarz-roten Koalition:

Wohngeld: Das Kabinett hat einen Entwurf von Bauministerin Verena Hubertz (SPD) beschlossen, mit dem 2027 mindestens 1,5 Milliarden, ab 2028 dann zwei Milliarden Euro jährlich eingespart werden sollen. Der Kreis der Empfänger soll kleiner, die Summen geringer ausfallen. Das werde einige Hunderttausend Menschen treffen, schätzt Schneider.

Pflege: Einem Entwurf des Gesundheitsministeriums zufolge soll der Zugang zu Pflegeleistungen enger gefasst werden. Schneider rechnet vor, dass allein eine Streichung des sogenannten Entlastungsbetrags von 131 Euro für Pflegestufe eins potenziell rund eine Million leicht Pflegebedürftige beträfe.

Elterngeld: Nach Plänen von Familienministerin Karin Prien (CDU) sollen Mindest- und Höchstbetrag beim Elterngeld zwar leicht erhöht werden. Zugleich soll jedoch die Bezugsdauer von 14 auf 12 Monate sinken. Das schrecke junge Leute mit Kinderwunsch ab, kritisiert die Linke. 2025 bezogen laut offizieller Statistik 1,6 Millionen Menschen Elterngeld.

Kindersofortzuschlag: Prien plant die Streichung des Kindersofortzuschlags von 25 Euro für arme Familien, die Grundsicherung, den Kinderzuschlag oder Wohngeld beziehen. „Davon wären 1,5 Millionen Kinder in 600.000 Haushalten betroffen“, rechnet Schneider vor.

Unterhaltsvorschuss: Der Staat soll nach Plänen der Familienministerin nur noch für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren mit einem Vorschuss einspringen, wenn Unterhaltspflichtige nicht zahlen. Bisher gilt eine Altersgrenze von 18. Das träfe der Linken zufolge rund 111.000 Teenager.

Bafög: Junge Leute mit Bafög sollen ein halbes Jahr später als ursprünglich geplant eine höhere Wohnkostenpauschale bekommen - nicht im kommenden Wintersemester, sondern erst im nächsten Sommersemester. Mehr als 600.000 Studierende und Schüler seien betroffen, schreibt Schneider.

Krankenkassen: Die bereits beschlossene Gesundheitsreform bringt unter anderem höhere Zuzahlungen bei Arzneien und einen höheren Eigenanteil bei Zahnersatz. „Das sind im Ernstfall mehrere Hundert Euro“, heißt es in dem Papier.

Rentenreform: Bei der debattierten Rentenreform sei es hingegen für eine „fundierte armutspolitische Bewertung“ noch zu früh.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

Themen des Artikels folgen

Alle Artikel zu gefolgten Themen und Autoren finden Sie bei mein idowa

Finden, was Sie suchen: Sie können sich Artikel von idowa in der Google-Suche nun bevorzugt anzeigen lassen. Mehr Informationen zur kostenlosen Google-Funktion finden Sie auf unserer Infoseite.

Keine Kommentare


Neueste zuerst Älteste zuerst Beliebteste zuerst
alle Leser-Kommentare anzeigen
Leser-Kommentare ausblenden

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert.