Kuba unter Druck
Kubas Präsident warnt USA vor militärischer Eskalation

Ramon Espinosa/AP/dpa
«Wenn das passiert, wird es Kämpfe geben, und es wird einen Widerstand geben», sagte Kubas Präsident Miguel Diaz-Canel. (Archivbild)
Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel hat die USA davor gewarnt, den Konflikt zwischen den beiden Ländern militärisch zu eskalieren. „Wenn das passiert, wird es Kämpfe geben, und es wird einen Widerstand geben, und wir werden uns verteidigen, und wenn wir sterben müssen, werden wir sterben, denn wie unsere Nationalhymne sagt:"Für das Vaterland zu sterben, heißt, zu leben"“, sagte Díaz-Canel in einem Interview des US-Senders NBC News.
„Wir wollen keinen Krieg“, sagte er weiter und zeigte sich offen für Gespräche mit Washington. Auf die Frage nach zentralen Forderungen der USA - darunter die Freilassung politischer Gefangener, Mehrparteienwahlen sowie die Anerkennung von Gewerkschaften und einer freien Presse - sagte Díaz-Canel, solche Forderungen seien an Kuba nicht gestellt worden. Mit Blick auf das politische System und die verfassungsmäßige Ordnung seien diese Fragen „nicht Gegenstand von Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten“. Die Behauptung, Kritiker würden systematisch inhaftiert, bezeichnete er als „große Lüge“.
Die Aussagen des kubanischen Präsidenten fallen in eine Phase wachsender Spannungen zwischen den beiden Ländern. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt mit schärferem Vorgehen gegenüber Kuba gedroht und von einer möglichen „Übernahme“ gesprochen.
Der sozialistische Inselstaat steckt seit Jahren in einer schweren Wirtschaftskrise, die seit drei Monaten durch ein US-Ölembargo dramatisch verschärft wird. Seinen wichtigsten Öllieferanten Venezuela hat Kuba verloren, nachdem die USA dort Anfang Januar mit der Festnahme von Präsident Nicolás Maduro den Machtwechsel forciert hatten.
Kuba leidet unter akuter Energieknappheit, häufigen Stromausfällen und Versorgungsengpässen. Ende März erhielt das Land erstmals seit Monaten wieder eine Öllieferung aus Russland, nachdem andere Lieferanten unter US-Druck abgesprungen waren. Das Schiff brachte laut Medienberichten rund 100.000 Tonnen Rohöl nach Kuba.
Die Lieferung war zuvor von der US-Regierung genehmigt worden. Nach Angaben aus Washington bedeutete dies jedoch keine Änderung der bestehenden Sanktionspolitik gegenüber Havanna; entsprechende Entscheidungen würden weiterhin von Fall zu Fall getroffen.








