Oberbürgermeisterwahl

Knapper Sieg im Erzgebirge: CDU-OB setzt auf Zusammenarbeit

CDU-Kandidat gewinnt OB-Wahl in Aue gegen Rechtsextremen.

CDU-Kandidat gewinnt OB-Wahl in Aue gegen Rechtsextremen.

Von dpa

Die CDU hat die Oberbürgermeisterwahl in Aue-Bad Schlema im Erzgebirge knapp gewonnen. Ihr Kandidat will dem unterlegenen Bewerber von den rechtsextremen „Freien Sachsen“ dennoch die Hand reichen. CDU-Wahlsieger Marcus Hoffmann sagte der Deutschen Presse-Agentur auf die Frage, ob er auch auf Stefan Hartung zugehen werde: „Ja natürlich, wir müssen zusammenarbeiten. Konkret im Stadtrat.“

Die Wahl hatte über Sachsen hinaus für Aufmerksamkeit gesorgt - so berichtete auch die „New York Times“ über sie. Im ersten Wahlgang am 10. Mai hatte Hartung vor Hoffmann gelegen. Am Sonntag das umgekehrte Bild: Hoffmann (41) erhielt im zweiten Wahlgang nach dem vorläufigen Ergebnis 5.007 Stimmen, Hartung (37) kam auf 4.499 Stimmen. Hartung ist Mitglied des Stadtrates und des Kreistages und hatte auch am Sonntag bis zur Auszählung der Briefwähler noch vorn gelegen. Dann überholte Hoffmann ihn.

Der unterlegene Kandidat von den rechtsextremen «Freien Sachsen» will mit dem Wahlsieger zusammenarbeiten.

Der unterlegene Kandidat von den rechtsextremen «Freien Sachsen» will mit dem Wahlsieger zusammenarbeiten.

Hartung war jahrelang Funktionär der NPD - heute „Die Heimat“. Er ist Mitbegründer der „Freien Sachsen“, deren Vize er heute ist. Die Kleinstpartei wird vom sächsischen Verfassungsschutz - und auch vom Bundesverfassungsschutz - als rechtsextrem eingestuft und hat nach eigenen Angaben etwa 1.200 Mitglieder. Die Partei organisiert immer wieder öffentlichen Protest - etwa Fackelmärsche gegen Asylbewerberunterkünfte.

Laut Verfassungsschutz strebt die Partei mehr Autonomie für Sachsen an - notfalls auch einen „Säxit“ in Anlehnung an den Brexit genannten Ausstieg des Vereinigten Königreiches aus der EU. Sachsen wird dabei nicht nur in den heutigen Grenzen verstanden, sondern in denen des einstigen Königreiches.

Hartung setzt nach eigenen Worten auf eine gute Zusammenarbeit mit dem neuen Oberbürgermeister im Stadtrat und wünschte ihm „im Sinne unserer Stadt ein glückliches Händchen.“ Direkt nach seiner Wahlniederlage hatte Hartung noch gesagt, dass Hoffmann von vielen gewählt worden sei, „um mich zu verhindern.“ Das sei kein gutes Omen.

Die Stadt Aue-Bad Schlema liegt im Erzgebirge, das überregional für Bergbautradition, Kunsthandwerk und Wintersport bekannt ist. Im kommenden Jahr ist sie Gastgeber der sächsischen Landesgartenschau.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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