Keine Berlin-Ambitionen
Günther zieht Schleswig-Holstein Berlin vor und schätzt Merz
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat derzeit keine Ambitionen auf einen Wechsel in die Bundespolitik und möchte noch länger Regierungschef in Kiel bleiben. „Ich bin sehr, sehr gerne Ministerpräsident in Schleswig-Holstein, also ich möchte es eigentlich auch noch fünf Jahre bleiben“, sagte der 53-Jährige am Abend in der ARD-Sendung „Inas Nacht“. „Berlin ist für mich bisher wirklich nie eine Option gewesen.“
Günther regiert seit 2017 im nördlichsten Bundesland, wo im April 2027 die nächsten Landtagswahlen stattfinden. Die Umfragwerte für Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und die schwarz-rote Koalition sind derzeit schlecht.
Kein Regierungsstreit in der Öffentlichkeit
Ein Wechsel in die Bundeshauptstadt reizt ihn nicht. „Ich mache auch keinen Hehl daraus, dass ich mit der Art und Weise, wie da Politik gemacht wird, wirklich fremdele“, sagte Günther. In seiner schwarz-grünen Koalition in Schleswig-Holstein werde nicht schlecht in der Öffentlichkeit übereinander geredet, sondern montags nachmittags alles miteinander hinter verschlossenen Türen beredet.
„Es gibt keine Frage, die dann nicht geklärt ist, damit wir danach von Dienstag bis Sonntag gute Laune haben, das Land zu regieren und die Streitfragen untereinander geklärt sind. Ich glaube, in Berlin würde das auch funktionieren, wenn man das von Anfang an konsequent macht“, sagte Günther.
Antwort auf Merz-Frage sorgt für Gelächter
Er gehört zu den acht Ministerpräsidenten, die vor den vergangenen Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin ein Unterstützungsschreiben für Merz unterzeichnet hatten.
Über den Bundeskanzler berichtete Günther, Merz habe auch schon zum Essen eingeladen. Auf die Frage von Moderatorin Ina Müller, wie Merz denn sei, antwortete Günther mit etwas Zögern: „Normal, ja, auch nett im Umgang.“ Das Publikum reagierte darauf mit Gelächter. Zuvor hatte Günther gemeinsam mit Ina Müller den Schlager-Klassiker „Verdammt, ich lieb Dich“ von Matthias Reim gesungen.









