Wahlleitung

Endergebnis in Moskau: Dreiviertelmehrheit für Kreml-Partei

Mehr als Dreiviertel der Sitze in der Staatsduma bekommt Geeintes Russland. (Archivbild)

Mehr als Dreiviertel der Sitze in der Staatsduma bekommt Geeintes Russland. (Archivbild)

Von dpa

Als Endergebnis der russischen Parlamentswahl hat die Kreml-Partei eine deutliche Dreiviertelmehrheit zugesprochen bekommen. Von 450 Sitzen der Staatsduma in Moskau entfielen 349 auf Geeintes Russland, wie die zentrale Wahlkommission der Nachrichtenagentur Tass zufolge mitteilte.

Die Führung um Kremlchef Wladimir Putin hatte den Urnengang vom vergangenen Wochenende als Volksabstimmung über den seit mehr als viereinhalb Jahren dauernden Krieg gegen die Ukraine inszeniert. 46 neue Abgeordnete hätten in diesem Krieg gekämpft, sagte Ella Pamfilowa, die Leiterin der Wahlkommission.

Kommt eine neue Mobilisierung?

Die Anti-Kriegspartei Jabloko war von der landesweiten Wahl und den meisten Regionalwahlen ausgeschlossen. Befürchtet wird, dass Putin die angebliche Zustimmung zu seinem Kurs für eine neue Mobilisierungswelle nutzen könnte.

Die Wahlleitung hat das offizielle Ergebnis verkündet, doch unabhängige Experten sehen Anzeichen für Fälschungen. (Archivbild)

Die Wahlleitung hat das offizielle Ergebnis verkündet, doch unabhängige Experten sehen Anzeichen für Fälschungen. (Archivbild)

Die anderen Parteien, die in die Duma einzogen, unterstützen alle die Politik des Kremls. Die Kommunisten kommen dem Endergebnis zufolge auf 37 Mandate, die nationalistischen Liberaldemokraten auf 23. Außerdem sind die Parteien Neue Leute (19 Sitze), Gerechtes Russland (17), Rodina (1) sowie vier Einzelkandidaten vertreten.

Experten sehen Fälschungen am Ergebnis

Nicht nur die Rahmenbedingungen von Wahlen in Russland sind unfair gegen Kritiker der Regierung. Unabhängige Wahlexperten gehen davon aus, dass auch das Ergebnis verfälscht worden ist. Sie haben dazu Resultate in den einzelnen Regionen analysiert.

Geeintes Russland habe Druck auf Staatsbedienstete ausgeübt und sei trotzdem höchstens auf 35 Prozent der Stimmen gekommen, sagte der frühere Vize-Chef der mittlerweile verbotenen Wahlrechtsbewegung Golos, Stanislaw Andrejtschuk, dem Exilmedium „Meduza“. Ohne diese Nötigung schätzte er die Zustimmung zur Kreml-Partei auf etwa 25 Prozent. Offiziell hat Geeintes Russland nun 58 Prozent der Stimmen erhalten.

Andrejtschuk bezweifelte auch die offiziell genannte hohe Wahlbeteiligung von knapp 59 Prozent. Sie habe eher bei 40 Prozent gelegen.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

Themen des Artikels folgen

Alle Artikel zu gefolgten Themen und Autoren finden Sie bei mein idowa

Finden, was Sie suchen: Sie können sich Artikel von idowa in der Google-Suche nun bevorzugt anzeigen lassen. Mehr Informationen zur kostenlosen Google-Funktion finden Sie auf unserer Infoseite.

Keine Kommentare


Neueste zuerst Älteste zuerst Beliebteste zuerst
alle Leser-Kommentare anzeigen
Leser-Kommentare ausblenden

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert.