Jahresauftakt
FDP will mit Dreikönigstreffen wieder in Erfolgsspur kommen
Die FDP kommt zum Auftakt des für sie schicksalhaften Jahres 2026 in Stuttgart zu ihrem traditionellen Dreikönigstreffen zusammen. Dabei muss es Parteichef Christian Dürr gelingen, der aus dem Bundestag geflogenen Partei wieder Mut und Zuversicht zu geben, um die fünf Landtagswahlen in diesem Jahr zu bestehen.
Besonders wichtig werden gleich im März die Wahlen in Baden-Württemberg und in Rheinland-Pfalz sein. Baden-Württemberg sehen die Liberalen als ihr Stammland an, in Rheinland-Pfalz sitzen sie noch als Teil einer Ampel-Koalition in der Landesregierung.
Ein Scheitern in den Westländern käme für die FDP einer Katastrophe gleich, weil sie bei den Wahlen im September in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin kaum auf gute Ergebnisse hoffen kann. Im Osten fällt es den Liberalen oft noch schwerer als im Westen, die Wähler zu überzeugen.
Die FDP war bei der Bundestagswahl im Februar vergangenen Jahres mit 4,3 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. In Meinungsumfragen verharrt die Partei bundesweit seitdem bei drei bis vier Prozent. Im ZDF-Politbarometer der Forschungsgruppe Wahlen wird sie schon gar nicht mehr aufgeführt, sondern rangiert in der namenlosen Gruppe der „Sonstigen“.
Ein Aufwärtstrend ist also nicht zu erkennen. Trotzdem hofft Parteichef Dürr, dass nach wie vor das Motto des Dreikönigstreffens im vergangenen Jahr gilt: „Alles lässt sich ändern.“ Dürr sieht die Liberalen derzeit noch in der Konsolidierungsphase. Als sich bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen im vergangenen September ein erneuter Tiefschlag für die FDP abzeichnete, sagte er der dpa: „Wir Freien Demokraten sind mitten in einer Erneuerung, um das verloren gegangene Vertrauen der Menschen zurückzugewinnen.“
Zur Erneuerung gehört das Erarbeiten eines neuen Grundsatzprogramms. Daran beteiligt die FDP auch Nicht-Parteimitglieder. Momentan befindet man sich in der Phase der Ideensammlung. Die Zielvorgabe von Dürr für die inhaltliche Neuaufstellung lautet: „Wir wollen die Partei der radikalen Mitte sein, mit einem konsequent marktwirtschaftlichen Kurs und echter Reformpolitik.“ Das ist zunächst einmal politisches Wortgeklimper und muss noch mit Inhalten gefüllt werden.
Erkennbar ist, dass Dürr die FDP als Anwalt der jungen Generation positionieren will. Die Verabschiedung des Bundeshaushalts 2025 mit neuen Schulden von rund 82 Milliarden Euro nannte er die „größte Kampfansage an die junge Generation, die es je gab“. Das vor Weihnachten verabschiedete Rentenpaket wertete der Liberale als Verschärfung der „Generationenungerechtigkeit“. Und mit dem neuen Wehrdienstgesetz droht aus seiner Sicht „jungen Menschen künftig erneut ein staatlich verordneter Eingriff in ihre Lebenszeit“.
Sollte die FDP 2026 nicht den Turnaround schaffen, könnte ein früherer Wahlkampfslogan Wirklichkeit werden. Vor der Landtagswahl in Brandenburg 2014 plakatierten die Liberalen unter anderem den Spruch „Keine Sau braucht die FDP“. Was als origineller Wahlkampfschlager gedacht war, wurde bittere Realität. Die Liberalen landeten damals bei 1,5 Prozent der Zweitstimmen. Sie kehrten auch bei den folgenden beiden Wahlen nicht mehr in den Landtag in Potsdam zurück.












