Frankreich

„Welle des Hasses“: Strafe für Mobbing gegen Brigitte Macron

Im Prozess wegen Cybermobbings von Brigitte Macron wurden die Angeklagten zumeist zu Bewährungsstrafen von sechs Monaten verurteilt. (Archivbild)

Im Prozess wegen Cybermobbings von Brigitte Macron wurden die Angeklagten zumeist zu Bewährungsstrafen von sechs Monaten verurteilt. (Archivbild)

Von dpa

Im Prozess wegen Cybermobbings von Frankreichs First Lady Brigitte Macron werden in Paris heute die Urteile gegen acht Männer und zwei Frauen erwartet. Den Angeklagten werden zahlreiche böswillige Äußerungen über das Geschlecht der Präsidentengattin sowie über den Altersunterschied zu Emmanuel Macron vorgeworfen. Dabei war teils selbst von Pädophilie die Rede. Den Angeklagten drohen bis zu zwei Jahre Haft.

Hintergrund ist die schon seit der Wahl von Macron ins Präsidentenamt 2017 in den sozialen Medien kursierende Verschwörungserzählung, wonach Brigitte Macron (72) eine Transfrau sein und als Mann geboren worden sein soll. Die Macrons gingen dagegen schon früher gerichtlich vor.

Brigitte Macron und ihre Familie leidet seit Jahren unter böswilligem Cybermobbing (Archivbild).

Brigitte Macron und ihre Familie leidet seit Jahren unter böswilligem Cybermobbing (Archivbild).

Zu den Angeklagten im Alter von 41 bis 60 Jahren gehören ein in Frankreich bekannter Verschwörungstheoretiker sowie eine Frau, die sich als Medium und Werbefachfrau ausgibt und deren X-Konto inzwischen gesperrt wurde. Sie wird als maßgeblich beteiligt an der Verbreitung des Gerüchts angesehen. Die Staatsanwaltschaft verlangte für die Angeklagten Haftstrafen von drei bis 12 Monaten auf Bewährung sowie Geldstrafen bis zu 8.000 Euro.

Brigitte Macron hatte den Ermittlern bei der Einreichung ihrer Klage nach Berichten französischer Medien erklärt, dass das Gerücht, sie sei eine Transfrau, „sehr starke Auswirkungen“ auf ihr Umfeld und auf sie selbst gehabt habe und berichtete, dass ihre Enkelkinder gehört hätten, dass „ihre Großmutter ein Mann“ sei. Ihre Tochter Tiphaine Auzière sagte vor Gericht, die weltweit verbreiteten Falschbehauptungen hätten Auswirkungen auf die Gesundheit ihrer Mutter, die angesichts der ständigen Infragestellung ihrer „Identität“ „ständig auf der Hut“ sei.

Außer in Frankreich klagen Präsident Macron und Ehefrau Brigitte auch in den USA wegen Verleumdung gegen die rechte US-Influencerin Candace Owens. Die Klage im US-Bundesstaat Delaware richtet sich unter anderem gegen Owens Behauptung, Brigitte Macron sei als Mann geboren worden. Die Franzosen werfen ihr vor, wissentlich Falschbehauptungen verbreitet zu haben.

Die Macrons seien durch diese Behauptungen zum Opfer einer „globalen Erniedrigungs-Kampagne“ geworden, die „invasiv, entmenschlichend und zutiefst unfair“ sei, heißt es in der Klage. Owens hielt nach Bekanntwerden der Klage an ihren Aussagen fest.

Brigitte Macron ist nicht die einzige Präsidentengattin, die Zielscheibe sexistischer Verschwörungstheorien ist. Auch über Michelle Obama, die Ehefrau von Ex-US-Präsident Barack Obama, werden immer wieder sexistische und rassistische Beiträge und die Behauptung verbreitet, sie sei ein Mann.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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