Neues Programm

Überfüllte Gefängnisse: Briten entlassen wieder Häftlinge

Zahlreiche Häftlinge wurden in England und Wales vorzeitig freigelassen.

Zahlreiche Häftlinge wurden in England und Wales vorzeitig freigelassen.

Von dpa

Angesichts völlig überfüllter Gefängnisse hat die britische Regierung erneut zahlreiche Insassen in England und Wales vorzeitig aus der Haft entlassen. Mit dem am Donnerstag gestarteten Programm können bestimmte Straftäter nun grundsätzlich bereits nach Verbüßung eines Drittels ihrer Strafe aus dem Gefängnis entlassen werden. Zuvor galten schärfere Regeln.

Großbritannien kämpft seit Jahren mit massiv überfüllten Haftanstalten, in denen teils marode Zustände herrschen. Immer wieder wurden in den vergangenen Jahren deshalb Häftlinge unter bestimmten Auflagen vorzeitig entlassen, um Platz in den Gefängnissen zu schaffen und einen Zusammenbruch des Justizsystems zu verhindern. Kritik an den aufgeweichten Regelungen gibt es unter anderem von Opferschutzorganisationen.

In Großbritanniens Gefängnissen herrschen teils marode Zustände. (Archivbild)

In Großbritanniens Gefängnissen herrschen teils marode Zustände. (Archivbild)

Hilfsorganisation richtet Hotline für Besorgte ein

Unter dem neu eingeführten Programm sollen in den kommenden Monaten Tausende weitere Häftlinge freigelassen werden. Unter den Freigelassenen können auch Personen sein, die wegen Straftaten im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt verurteilt wurden, sofern ihre konkrete Straftat nicht von dem Programm ausgeschlossen ist. Ausgenommen sind unter anderem wegen Totschlags verurteilte Personen sowie Täter bestimmter anderer schwerer Straftaten. Lebenslange Haftstrafen, wie sie etwa bei Mord verhängt werden, fallen ebenfalls nicht unter das neue Programm.

Frauenschutzorganisationen übten harsche Kritik an dem neuen System. Sie fürchten, dass Betroffene häuslicher Gewalt nach der vorzeitigen Entlassung ihrer Täter nicht ausreichend geschützt sind. Die Hilfsorganisation Victim Support richtete eine eigene Hotline für Menschen ein, die von der Entlassung eines Straftäters betroffen oder darüber besorgt sind.

„Auch wenn die Täter unter Auflagen, darunter elektronische Überwachung und Sperrzonen, freigelassen werden, wissen wir, dass diese Auflagen von Tätern häufig verletzt werden“, warnt etwa auch die Hilfsorganisation Refuge für Opfer häuslicher Gewalt in einem Statement.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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