Kriminalität

Interpol: 95 Festnahmen bei Einsatz gegen Kindesmissbrauch

Bei einem internationalen Einsatz gegen die Verbreitung von Missbrauchsdarstellungen von Kindern im Internet sind 95 Verdächtige festgenommen worden. (Archivbild)

Bei einem internationalen Einsatz gegen die Verbreitung von Missbrauchsdarstellungen von Kindern im Internet sind 95 Verdächtige festgenommen worden. (Archivbild)

Von dpa

Bei einem internationalen Einsatz gegen die Verbreitung von Missbrauchsdarstellungen von Kindern im Internet sind 95 Verdächtige festgenommen worden. Das teilte die internationale Polizeiorganisation Interpol mit. „Hinter jeder Datei steht ein Kind, das missbraucht wurde und jedes Mal erneut zum Opfer wird, wenn dieses Bild weiterverbreitet wird“, erklärte Stephen Fry, Interpols Exekutivdirektor für Ermittlungsunterstützung, laut einer Mitteilung der Organisation.

An den vier zwischen März und September durchgeführten Polizeioperationen waren Interpol zufolge 17 Länder aus Lateinamerika und Europa beteiligt, darunter Brasilien, Kolumbien, Argentinien, Spanien und Italien. Die Ermittler vollstreckten 127 Durchsuchungsbeschlüsse. Deutsche Behörden waren nicht beteiligt.

Fünfjähriges Kind in Kolumbien in Sicherheit gebracht

In Kolumbien brachte die Polizei demnach ein fünfjähriges Kind in Sicherheit und nahm einen Elternteil fest. Dieser soll Missbrauchsdarstellungen des Kindes produziert und im Internet verkauft haben. Mit Hilfe einer Interpol-Datenbank konnten Ermittler mehrere Dateien demselben Kind zuordnen. Einige stammten aus der Zeit, als es erst ein Jahr alt gewesen war.

In Ecuador stießen Ermittler bei der Untersuchung eines Verdächtigen aus einer Chatgruppe auf mehr als 4.000 Dateien mit Missbrauchsdarstellungen von Kindern mit einem Gesamtumfang von rund 15 Gigabyte. In Panama wurde der Administrator einer Chatgruppe festgenommen, über die solches Material verbreitet wurde und die Interpol zufolge mehr als 700 Nutzer hatte.

In Argentinien nahm die Polizei einen Verdächtigen fest, der mit mehr als 260 Mädchen aus verschiedenen Ländern Kontakt gehabt haben soll. Ihm wird sexuelle Erpressung Minderjähriger vorgeworfen. Er soll von den Betroffenen zunehmend explizitere Videos und Bilder verlangt und ihnen gedroht haben, wenn sie sich weigerten.

Nach Angaben von Interpol nutzen Täter digitale Plattformen zunehmend, um Kinder sexuell auszubeuten, Missbrauch zu koordinieren und mit illegalen Inhalten Geld zu verdienen.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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