Tierpark Berlin

Elefantenbulle bekommt Stoßzahn-OP

Ein gebrochener Stoßzahn, bei dem das Zahnmark freiliegt, ist immer ein medizinischer Notfall, sagte Yves Debosschere, der die Behandlung durchführte (Handout).

Ein gebrochener Stoßzahn, bei dem das Zahnmark freiliegt, ist immer ein medizinischer Notfall, sagte Yves Debosschere, der die Behandlung durchführte (Handout).

Von dpa

Auch Elefanten müssen mal zum Zahnarzt - beziehungsweise der Zahnarzt zu ihnen: Beim Spielen hat sich Elefantenbulle Simon im Berliner Tierpark so sehr am Stoßzahn verletzt, dass eine Behandlung nötig wurde. Dafür reiste ein Spezialist extra aus Belgien an.

„Ein gebrochener Stoßzahn, bei dem das empfindliche Zahnmark freiliegt, ist immer ein medizinischer Notfall - ganz gleich, ob es sich um einen jungen oder einen ausgewachsenen Elefanten handelt“, meint Yves Debosschere, der die Behandlung am Montag durchführte. Entscheidend sei es, möglichst schnell zu handeln: „Eine Behandlung des lebenden Zahnmarks innerhalb der ersten 48 Stunden bietet die besten Chancen, das Zahngewebe vital zu erhalten“, zitiert der Tierpark den Veterinärzahnmediziner.

Europaweit gefragter Spezialist

Debosschere ist nach Angaben des Tierparks europaweit gefragt, wenn es darum geht, verletzte Stoßzähne zu erhalten. Beim zweijährigen Simon sei die verletzte Stelle gezielt behandelt und versiegelt worden, und man sei zuversichtlich.

Die Narkose eines Elefanten, die für den Eingriff notwendig war, ist keine Routineangelegenheit, erklärt Frank Göritz, Leitender Tierarzt des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung, der viel Erfahrung bei derartigen Stoßzahnoperationen mitbringt. Der betroffene Stoßzahn wurde zunächst geröntgt, dann wurde das Zahngewebe aufbereitet und die Wunde versiegelt. Das Verfahren ähnele einer sogenannten Vitalerhaltung der Zahnpulpa beim Menschen, so der Tierpark. Es bestehe die Chance, dass Simons Stoßzahn auch in Zukunft normal weiterwachsen könne.

Die Materialien für die Behandlung seien die gleichen wie bei Menschen - allerdings seien die Bohrer deutlich größer und es würden auch größere Mengen an Füllmaterial benötigt, teilte der Tierpark mit. Die Materialmenge, die bei Simons Behandlung verwendet wurde, würde ausreichen, um 20 Menschen zu behandeln.

Erfreuliches Zeichen

Der kleine Elefantenbulle selbst sei offenbar recht unbeeindruckt von seinem Zahnarzttermin gewesen, so der Tierpark. Kurz nach dem Aufwachen aus der Narkose habe er wieder die Nähe seiner Mutter Tana (15) gesucht und bei ihr getrunken - ein erfreuliches Zeichen.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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