Interview mit Kriegsberichterstatterin und Autorin Julia Leeb
"Ich empfinde es als Pflicht hinzuschauen"

Julia Leeb
In Libyen sind Julia Leeb und ihre Begleiter 2011 unterwegs in die Hafenstadt Brega, als dieses Bild entsteht: Rebellen grüßen die Reporter, einer zeigt grinsend das Victory-Zeichen. Wenig später finden sich Julia Leeb und die anderen in einem Alptraum wieder: Am Straßenrand stehen die ausgebrannten Wracks mehrerer Autos. Gerade saßen darin noch Familien auf der Flucht vor den vorrückenden Truppen des Machthabers Muammar al-Gaddafi. Leeb und ihr Team steigen aus, sie filmt die Pkw-Gerippe. Dann schlägt eine Granate im Wagen der Münchnerin ein, einer ihrer Begleiter wird getötet. Die übrigen bringen sich - begleitet von Granaten-Einschlägen - hinter einer Düne in Deckung. Eine Ewigkeit harren sie dort aus, bis der Beschuss aufhört. Stundenlang laufen sie nachts durch die Wüste, bis ein Autofahrer sie mitnimmt und sie schließlich Bengasi erreichen. Endlich in Sicherheit - doch der Horror des Erlebten bleibt: "Überall sehe ich den Tod, er folgt mir", schreibt Leeb.
Julia Leeb hat ein Buch über ihre Erlebnisse an den gefährlichsten Orten der Erde geschrieben. Hier erzählt sie, was sie antreibt und was Corona für den freien Journalismus bedeutet
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