Serien-Tipp
In „Lucky“ landet eine Diebin in einer Verfolgungsjagd nach der anderen
Darum geht’s: Die Diebin Lucky hat all ihre Tricks von ihrem Vater gelernt, der sie schon in jungen Jahren zum Langfinger ausgebildet hat. Er lässt sie von jedem klauen, der auch nur ein wenig unaufmerksam ist – ohne dabei zu merken, dass er seine Tochter ihrer Kindheit beraubt.
Ein paar Jahre später stiehlt Lucky mehrere Millionen Dollar mit ihrem Ehemann. In der Nacht wird sie allerdings von ihrem Partner eiskalt sitzen gelassen. Er verschwindet mit der Kohle, ohne „Tschüss“ oder „Entschuldigung“ zu sagen.
Viel Zeit bleibt Lucky aber nicht, um dem Geld und ihrer großen Liebe hinterherzutrauern. Das FBI hat es auf sie abgesehen, ebenso wie ihre Schwiegermutter, die das Geld für einen gnadenlosen Verbrecherboss auftreiben soll.
Also muss Lucky ihren verräterischen Ehemann und das verlorene Geld finden, ohne dabei ums Leben zu kommen. Eine chaotische Jagd beginnt, die Lucky nur mit Manipulation und ihrer Kleptomanie überleben kann.
Das Besondere: Die Serie basiert auf einem Roman, den die Schauspielerin Reese Witherspoon in ihrem Buchclub empfohlen hat. Nun ist sie Produzentin der Serie, die mit Anya Taylor-Joy auch einen richtigen Star in der Hauptrolle hat. Sie spielt die Action-Szenen gut und Lucky intelligent, verletzlich und selbstbewusst.
Ein weiterer Name fällt gleich zu Anfang auf: Musikerin Fiona Apple liefert den Intro-Song der Serie. Das ist besonders, weil die Sängerin in vergangenen Jahren ihre Fans nur selten mit neuen Songs beglückt hat und allgemein ein sehr zurückgezogenes Leben führt. Ihre raue Stimme passt perfekt zum harten Leben von Lucky.
Fazit: Leider ist der Intro-Song das Beste an der ganzen Serie. Die Schauspieler geben ihr Möglichstes und verstecken beinahe mit Erfolg, wie mittelmäßig das Drehbuch ist, das ihnen gegeben wurde. Anya Taylor-Joy gibt Lucky viel Biss, Annette Bening überzeugt als besorgte Schwiegermutter und grausame Gangsterfrau, Timothy Olyphant schenkt Luckys Vater einen seltsamen Charme.
Doch dann ist da zum Beispiel auch Luckys Ehemann, der ungefähr so viel Persönlichkeit wie ein Holzbrett hat. Und der Hauptbösewicht namens Wayne Whittaker verschwindet im Vergleich mit seinen deutlich interessanteren Untergebenen auch so sehr im Hintergrund, dass er nie wirklich bedrohlich wirkt. Die FBI-Agenten könnten auch Teil jeder durchschnittlichen Crime-Serie sein.
Die Action ist zum Glück ganz nett und unterhält den Zuschauer deutlich mehr als die schwammig geschriebenen Dialoge. Die Serie ist auch ganz hübsch gefilmt, was manchmal davon ablenkt, dass der Plot teilweise ganze Folgen lang auf der Stelle trottet, bis es Zeit für die nächste wilde Verfolgungsjagd ist. Bei nur sieben Folgen ist das leider ziemlich fatal. Wer nur eine nette Action-Serie sucht, ist bei „Lucky“ aber gut unterhalten.
„Lucky“, eine Staffel, sieben Folgen à 45 Minuten, verfügbar bei AppleTV, freigegeben ab 18 Jahren.




