Gesundheit

Ab nach Grönland

Im Frühling die Natur zu genießen, kann wunderbar entspannen - solange man nicht an Heuschnupfen leidet.

Im Frühling die Natur zu genießen, kann wunderbar entspannen - solange man nicht an Heuschnupfen leidet.

Von Redaktion idowa

Die Nase läuft, die Augen tränen und jucken, der Hals kratzt, und niesen muss man auch dauernd: Was sich zunächst nach einer Erkältung anhört, sind typische Symptome für Heuschnupfen. Viele Leute haben momentan damit zu kämpfen. Aber was ist das eigentlich, Heuschnupfen? Und was kann man dagegen machen?

Wer wochenlang mit Triefnase und geröteten Augen rumläuft, wird natürlich oft gefragt, was los ist. "Ich habe Heuschnupfen", heißt es dann. Damit werden umgangssprachlich Allergien gegen verschiedene Blüten- und Gräserpollen bezeichnet, die vor allem zwischen Februar und November vielen Leuten das Leben schwer machen. Aber der Heuschnupfen wird ja nicht nur durch Pollen im Heu ausgelöst. Im Moment werden viele Leute von einer sogenannten Frühblüher-allergie geplagt, ausgelöst von Birken-, Erlen- und Haselpollen. Die blühen als erstes, sagt der Landshuter HNO-Arzt Dr. Kurt Schlechtweg. Ob es einen schon im Frühjahr trifft oder erst im Herbst, hängt also davon ab, gegen welche Pollen man allergisch ist. Je nachdem, wann was blüht. Die Heuschnupfensaison ist jedenfalls lang. Wer auf mehrere Pollen allergisch reagiert, ist unter Umständen monatelang immer wieder geplagt.

Schnupfenähnliche Symptome
Die Symptome sind auf den ersten Blick ähnlich wie bei einem normalen Schnupfen: laufende Nase und Beschwerden beim Atmen durch die Nase, häufiges Niesen. Allerdings verschlechtert sich beim normalen Schnupfen auch der Allgemeinzustand, etwa durch Gliederschmerzen, erklärt Prof. Dr. Karl Götte, HNO-Arzt aus Landshut. Beim Heuschnupfen hingegen hat man einen Niesreiz, klaren Ausfluss aus der Nase und Behinderung der Nasenatmung, ohne dass sich der Allgemeinzustand sonst verschlechtert. Die Allergie bewirkt eine Reaktion der Atemschleimhaut, kann also die Nase ebenso betreffen wie Mund und Rachen oder in schweren Fällen die Bronchien. Wenn auch die Augen tränen und jucken, handelt es sich um eine allergische Bindehautentzündung. Das liegt laut Schlechtweg daran, dass die Augenschleimhaut mit der Schleimhaut in Nase und Lunge verwandt ist. Auch der Tränenkanal hat daher eine Verbindung zur Nasenhöhle.

Urlaub an der See oder im Gebirge

Wer an einer solchen Pollenallergie leidet, hat es in der Zeit, in der die entsprechenden Gräser und Bäume blühen, schwer.
Am sinnvollsten wäre es, den Blüten ganz aus dem Weg zu gehen, sagt Dr. Werner Resch, Vorsitzender des ärztlichen Kreisverbands Landshut. "Am besten, man zieht nach Grönland. Da gibt es diese Pollen nicht." Nun haben die wenigsten die Möglichkeit oder Lust, den Sommer auf Grönland zu verbringen. Doch besonders schwer Geplagten könnte auch ein Aufenthalt am Meer Linderung verschaffen. Bei hoher Luftfeuchtigkeit können die Pollen nämlich nicht frei fliegen. Sie verbreiten sich nicht über die Luft, werden nicht eingeatmet und machen keine Beschwerden. Das ist vermutlich auch ein Grund, warum die Reaktionen von Jahr zu Jahr variieren können. Auch das Hochgebirge ist pollenfrei, sagt Schlechtweg.

Im Alltag gilt: Je näher man beispielsweise einer Birke oder einer Wiese kommt, desto stärker ist die Reaktion. Da man den Pollen kaum auskommt, ist es sinnvoll, die Symptome zu behandeln.

Art der Allergie abklären lassen
Auf gut Glück sollte man Medikamente allerdings nicht nehmen. Daher ist es sinnvoll, beim Arzt abzuklären, ob man wirklich an Heuschnupfen leidet und wogegen man allergisch ist.

Übrigens ist der Begriff Heuschnupfen irreführend: Die Allergie hat nur sehr bedingt etwas mit Heu und nichts mit einem normalen Schnupfen zu tun. Streng genommen bezeichnet "Heuschnupfen" also nur eine Allergie gegen bestimmte Gräserpollen, die bevorzugt auftreten, wenn Heu geerntet wird. Besonders schlimm ist es bei Roggen, das ist ein besonders potentes Allergen, erklärt Schlechtweg. Das heißt, dessen Pollen können besonders starke allergische Reaktionen auslösen. Die korrekte Bezeichnung für "Heuschnupfen" als allgemeine Bezeichnung wäre "Pollinose", das heißt eine Erkrankung durch Pollen, oder "allergische Rhinitis", eine Entzündung der Nase durch eine allergische Reaktion, erläutert Götte.

Eine Seltenheit: angeborene Allergien
Eine angeborene Allergie ist laut Schlechtweg äußerst selten. Die meisten Leute werden im Lauf des Lebens sensibilisiert, meist im Kindes- oder Jugendalter. Es kommt aber auch vor, dass Erwachsene plötzlich allergisch auf Pollen reagieren; andere wiederum verlieren die Allergie ebenso plötzlich. Woran das liegt, weiß man nicht.

Wann was fliegt, kann man im Pollenflugkalender ablesen.

Wann was fliegt, kann man im Pollenflugkalender ablesen.

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