Ab ins All

Was neun kleine Würzburger Satelliten aus dem All beobachten

Die Arbeit an den kleinen Satelliten ist äußerst kompliziert. (Archivbild)

Die Arbeit an den kleinen Satelliten ist äußerst kompliziert. (Archivbild)

Von dpa

Sie sollen frühzeitig Waldschäden in Bayern erkennen oder den Katastrophenschutz etwa bei Hochwasser unterstützen. Von Kalifornien aus sind neun Kleinsatelliten aus Würzburg für Erdbeobachtungsaufgaben mit einer Trägerrakete ins All gebracht worden, wie Klaus Schilling vom Zentrum für Telematik (ZfT) in Würzburg sagte. „Es war ein Bilderbuchstart. Die Satelliten sind in verschiedene Richtungen verteilt worden.“

Aufgabe von fünf Satelliten sei es nun, alle drei Tage Bilder und Daten von Bayern zu liefern für Hochwasserprognosen oder die Land- und Forstwirtschaft. Multi-Spektralkameras sollen insbesondere Waldschäden durch Trockenheit frühzeitig feststellen.

Dieses Projekt namens „CuBy“ soll die Erkenntnisse dem Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung in München sowie den Bayerischen Staatsforsten, der Landwirtschaft und dem Katastrophenschutz zur Verfügung stellen.

Schon vor 20 Jahren schickte Klaus Schilling kleine Satelliten ins All. (Archivbild)
Schon vor 20 Jahren schickte Klaus Schilling kleine Satelliten ins All. (Archivbild)
Schon vor 20 Jahren schickte Klaus Schilling kleine Satelliten ins All. (Archivbild)
Die Mitarbeiter des Zentrums für Telematik arbeiten in Schutzanzügen. (Archivbild)
Die Mitarbeiter des Zentrums für Telematik arbeiten in Schutzanzügen. (Archivbild)
Die Mitarbeiter des Zentrums für Telematik arbeiten in Schutzanzügen. (Archivbild)
Kleine Satelliten sind in Entwicklung und Platzierung in der Umlaufbahn deutlich günstiger als ihre großen Geschwister.  (Archivbild)
Kleine Satelliten sind in Entwicklung und Platzierung in der Umlaufbahn deutlich günstiger als ihre großen Geschwister. (Archivbild)
Kleine Satelliten sind in Entwicklung und Platzierung in der Umlaufbahn deutlich günstiger als ihre großen Geschwister. (Archivbild)

Drei weitere sogenannte TOM-Satelliten sollen aus verschiedenen Richtungen auf ein Zielgebiet schauen und so 3D-Aufnahmen erzeugen, beispielsweise um bei Katastrophenlagen zu unterstützen. Dazu arbeiteten die Wissenschaftler mit Partnern auf fünf Kontinenten zusammen, um die Daten zeitnah weiterzuleiten.

Satellit Nummer 9 ist den Angaben zufolge ein Vorerkundungsexemplar. Er soll Informationen für eine spätere Mission zum Thema Klimavorhersagen liefern.

Kleine Satelliten - in diesem Fall so groß wie ein Schuhkarton - sind in der Entwicklung und bei der Platzierung in der Umlaufbahn deutlich günstiger als ihre großen Geschwister. Nach Schillings Angaben sind zum ersten Mal so viele in Europa gefertigte Satelliten gleichzeitig ins All gestartet.

Schilling gilt als Pionier bei der Kleinsatelliten-Forschung, nachdem er lange in der Raumfahrtindustrie und anschließend an der Universität Würzburg tätig war. Der erste deutsche Pico-Satellit kam 2005 von Schillings Uni-Team und hieß „Uwe-1“. Seine Mission: Internet aus dem All zu ermöglichen. Seither wurden zahlreiche kleine Satelliten aus Würzburg - von der Universität, Forschungsinstituten, Industrie und Start-ups - in den Orbit gebracht.

Das Zentrum für Telematik ist eine außeruniversitäre Einrichtung. Es finanziert sich durch Aufträge der EU, der Europäischen Weltraumorganisation, des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, der Industrie und von Anwendern von Satellitentechnik.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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