Einstiger Todesstreifen

Warum das „Grüne Band“ so wichtig für den Naturschutz ist

Am «Grünen Band» gibt es auch Rad- und Wanderwege. (Symbolbild)

Am «Grünen Band» gibt es auch Rad- und Wanderwege. (Symbolbild)

Von dpa

Einst war es der gefürchtete Todesstreifen, die Trennzone zwischen zwei Staaten und zwei Systemen - und heute ein wertvolles Naturschutzgebiet: das „Grüne Band“ an der ehemaligen Grenze zwischen BRD und DDR. Die drei Bundesländer Bayern, Sachsen und Thüringen starten nun das Naturschutzgroßprojekt „Grünes Band Dreiländereck“. Erwartet wird heute (Montag) in Mödlareuth, dem einst geteilten Dorf, auch Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD). Ziele sind, das „Grüne Band“ und sein Umfeld zu erhalten und zu entwickeln.

Dass die Grenze zwischen den beiden Staaten so stark abgeriegelt war, verschaffte der Natur eine „Atempause“, wie es beim Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) heißt: „Der Grenzstreifen wurde zum Refugium für mehr als 1.200 seltene und gefährdete Pflanzen und Tiere.“ Nach dem Fall der Mauer sei hier eines der größten und bedeutsamsten Naturschutzprojekte geschaffen worden. Das „Grüne Band“ zieht sich von der Ostsee bis nach Bayern auf etwa 1.400 Kilometern.

Ein Grenzstein am «Grünen Band» erinnert an die einstige Teilung. (Symbolbild)
Ein Grenzstein am «Grünen Band» erinnert an die einstige Teilung. (Symbolbild)
Ein Grenzstein am «Grünen Band» erinnert an die einstige Teilung. (Symbolbild)
Das einst geteilte Dort Mödlareuth liegt am «Grünen Band». (Symbolbild)
Das einst geteilte Dort Mödlareuth liegt am «Grünen Band». (Symbolbild)
Das einst geteilte Dort Mödlareuth liegt am «Grünen Band». (Symbolbild)

Kürzlich bei einem Besuch Schneiders am „Grünen Band“ in Sachsen-Anhalt betonte BUND-Chef Olaf Bandt, das Gebiet sei ein „Hotspot der Biodiversität, verbindet Landschafts- und Lebensräume miteinander, trägt zum natürlichen Klimaschutz bei und fungiert als Klimakorridor“.

Zu bedeutenden Arten am Grünen Band zählen den Angaben nach der Goldene Scheckenfalter, die Flussperlmuschel oder der Luchs und viele seltene Orchideenarten wie zum Beispiel der Frauenschuh.

Der BUND initiierte bereits wenige Wochen nach dem Mauerfall 1989 nach eigenen Angaben das Naturschutzprojekt „Grünes Band“. Seit 2024 steht das Projekt zudem auf der deutschen Vorschlagsliste für das Unesco-Weltnatur- und Kulturerbe.

Außerdem ist das „Grüne Band“ Teil eines europäischen Verbundes, der sich auf mehr als 12.500 Kilometer vom Eismeer über das Schwarze Meer bis zur Adria erstreckt. Er verbindet Schutzgebiete entlang des einstigen Eisernen Vorhangs.

Die Verantwortlichen für das Projekt „Grünes Band“ betonen auch stets die Verbindung mit anderen Zeugnissen der Teilung - denn dort befinden sich auch zahlreiche Gedenkstätten und Erinnerungsstätten wie etwa das Deutsch-deutsche Museum Mödlareuth.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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