Bundesliga
Starke Aufholjagd: Bayern siegen nach 0:3-Rückstand in Mainz
Mit einer unwiderstehlichen Aufholjagd hat Meister Bayern München bei der Generalprobe für das Champions-League-Halbfinale eine drohende Blamage beim FSV Mainz 05 abgewendet. Drei Tage vor dem Kracher-Duell in Paris gewann das Starensemble von der Isar dank einer deutlichen Steigerung nach der Pause mit 4:3 (0:3) und verhinderte damit die zweite Saison-Niederlage in der Fußball-Bundesliga.
Dabei wandelten die Münchner erst zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte einen Drei-Tore-Rückstand zur Pause in einen Sieg um. Zuvor war ihnen dieses Kunststück 1976 gegen den VfL Bochum (6:5) gelungen.
Vor 33.305 Zuschauern trafen Dominik Kohr in der 15. Minute, Paul Nebel (29.) und Sheraldo Becker (45.+2) vor der Pause für die Mainzer. Nicolas Jackson (53.), Michael Olise (73.), Jamal Musiala (80.) und Harry Kane (83.) sorgten nach dem Wechsel für die Wende.
Wie im Vorfeld bereits angedeutet, warf Bayern-Trainer Vincent Kompany vor dem Königsklassenduell bei Paris Saint-Germain die große Rotationsmaschine an und veränderte seine Startelf gleich auf acht Positionen. Aus der Anfangsformation beim 2:0-Pokalsieg in Leverkusen am vergangenen Mittwoch blieben nur Konrad Laimer, Aleksandar Pavlovic und Luiz Díaz übrig.
Stammtorwart Manuel Neuer saß beim Anpfiff ebenso auf der Bank wie Top-Torjäger Kane, Nationalspieler Musiala oder Dribbelkünstler Olise. Abwehrchef Dayot Upamecano und Mittelfeldantreiber Joshua Kimmich standen aus Gründen der Belastungssteuerung nicht einmal im Kader.
Diese Maßnahme ging voll nach hinten los, denn die Münchner B-Elf blamierte sich in der ersten Halbzeit bis auf die Knochen. Mainz stand gut in der Defensive und wagte sich immer wieder gefährlich aus der Deckung - mit Erfolg.
Nach einer Viertelstunde flankte Kaishu Sano im Anschluss an eine Ecke in die Mitte, wo Kohr per Direktabnahme zur Führung vollendete. Fünf Minuten später schnupperten die Hausherren bei einer Doppelchance am 2:0. Bayern-Keeper Jonas Urbig rettete erst gegen Becker und entschärfte dann auch den Nachschuss von Nadiem Amiri.
Spätestens jetzt hatte Mainz gegen pomadig agierende Gäste die Führung verdient - und baute diese nach einer knappen halben Stunde aus, als die Bayern-Abwehr bei einem schnellen Gegenstoß der Hausherren erneut nicht im Bilde war. Einen Flachschuss von Amiri konnte Urbig zwar noch parieren, doch im Nachsetzen schaltete Nebel am schnellsten und versenkte den Abpraller im Netz.
Die Bayern enttäuschten auf ganzer Linie und kamen erst in der 40. Minute zur ersten Chance. Alphonso Davies traf jedoch nur das Außennetz. Ansonsten hatte der Pokal-Finalist nur braves Ballgeschiebe zu bieten, was Kompany an der Seitenlinie und den Vereins-Granden auf der Tribüne sichtlich missfiel. Und es kam noch schlimmer: Kurz vor der Pause staubte Becker zum 3:0 ab, nachdem Urbig zuvor mit einer Glanzparade einen Schuss von Amiri noch abgewehrt hatte.
Kompany reagierte auf den desaströsen Auftritt und brachte mit Wiederbeginn Kane und Olise. Sofort veränderte sich die Statik des Spiels, das jetzt fast nur noch in Richtung des Mainzer Tores lief. Jackson sorgte mit seinem Treffer per Direktabnahme für neue Hoffnung und Kompany mit der Einwechslung von Musiala nach 56 Minuten für noch mehr Offensivpower.
Das zahlte sich aus, denn Olise sorgte mit einem sehenswerten Schlenzer in den Winkel für den Anschluss. Jetzt brachen bei Mainz alle Dämme. Gegen die individuelle Klasse der Münchner fanden die Rheinhessen kein Gegenmittel mehr und standen nach weiteren Gegentoren von Musiala und Kane am Ende mit leeren Händen da.











