Opfer von den Philippinen

Prozess um Livestream-Missbrauch eines Mädchens beginnt

Für den Prozess gegen den 53-Jährigen hat das Nürnberger Landgericht sechs Verhandlungstage angesetzt. (Symbolbild)

Für den Prozess gegen den 53-Jährigen hat das Nürnberger Landgericht sechs Verhandlungstage angesetzt. (Symbolbild)

Von dpa

Ein 53-Jähriger aus Mittelfranken steht wegen des jahrelangen schweren Missbrauchs eines Mädchens auf den Philippinen heute (9.00 Uhr) vor Gericht. In Dutzenden Fällen handelt es sich der Staatsanwaltschaft zufolge um sogenannten Livestream-Missbrauch, in einem Fall verging er sich selbst an dem Kind.

Der Angeklagte befindet sich seit Mai 2025 in Untersuchungshaft. Die Generalstaatsanwaltschaft wirft ihm vor, die Mutter dafür bezahlt zu haben, ihre Tochter dabei zu filmen und zu fotografieren, wie sie sexuelle Handlungen an sich, anderen Kindern oder Erwachsenen vornimmt. Die Aufnahmen soll der Mann anschließend zugeschickt bekommen haben. Teilweise soll er auch per Livestream zugeschaut und dem Mädchen Anweisungen gegeben haben.

Den Ermittlungen zufolge beging der Mann aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt die Straftaten über einen Zeitraum von drei Jahren. Das Mädchen war in der Zeit acht bis elf Jahre alt.

Die Ermittlungen hatte der Generalstaatsanwaltschaft zufolge eine Hilfsorganisation auf den Philippinen ins Rollen gebracht, die Hinweise an australische Sicherheitsbehörden gegeben hatte. Den Ermittlern gelang es demnach schließlich, den Verdächtigen zu identifizieren. Im Mai 2025 durchsuchten diese seine Wohnung und nahmen ihn fest.

Livestreaming ist laut der Menschenrechtsorganisation International Justice Mission ein internationales Verbrechen. Ein Schwerpunkt liegt auf den Philippinen, wo deren Einschätzungen zufolge Kinder regelmäßig Opfer von sexueller Ausbeutung über das Internet werden. Bei den zahlenden Auftraggebern handelt es sich demnach überwiegend um Männer aus Europa, Nordamerika oder Australien.

Für den Prozess gegen den 53-Jährigen hat das Nürnberger Landgericht sechs Verhandlungstage angesetzt. Am ersten Prozesstag soll nach der Verlesung der Anklageschrift der 53-Jährige die Gelegenheit bekommen, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Später sollen ein Ermittler und ein IT-Forensiker als Zeugen aussagen.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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