Rückfällig geworden

Missbrauch im Hafturlaub in Bayern? Ministerin sieht Fehler

Ein 23 Jahre alter Sexualstraftäter soll in seinem Hafturlaub Kinder missbraucht haben - jetzt will die niedersächsische Landesregierung Lücken im Umgang mit solchen Fällen schließen. (Symbolbild)

Ein 23 Jahre alter Sexualstraftäter soll in seinem Hafturlaub Kinder missbraucht haben - jetzt will die niedersächsische Landesregierung Lücken im Umgang mit solchen Fällen schließen. (Symbolbild)

Von dpa

Ein Sexualstraftäter aus Niedersachsen soll in seinem Hafturlaub in Bayern rückfällig geworden sein und dort mehrere Kinder missbraucht haben. Die Landesregierung in Hannover will deswegen jetzt Lücken im Umgang mit solchen Fällen schließen.

Niedersachsens Justizministerin Kathrin Wahlmann (SPD) sagte, vor den Haftlockerungen in der Jugendanstalt in Hameln sei eine psychologische Stellungnahme zu dem 23-Jährigen eingeholt worden, vor dem Hafturlaub aber nicht. Das sei ein „Versäumnis“ gewesen, betonte die SPD-Politikerin.

Der 23-Jährige saß seit April 2021 wegen vergleichbarer Taten eine knapp fünfeinhalb Jahre lange Haftstrafe in der Jugendanstalt in Hameln ab, dort wurde er auch therapiert. Vor dem Hafturlaub soll er bereits mehrere Ausgänge gehabt haben.

Zur Vorbereitung auf eine Haftentlassung wurde ein Hafturlaub gewährt. Dabei soll der 23-Jährige in Bayern Kontakt zu minderjährigen Kindern gehabt haben, es soll zu schweren sexuellen Übergriffen gekommen sein. Er wurde noch während des Hafturlaubs wieder festgenommen.

23-Jähriger ab Oktober erneut vor Gericht

Ein Opfer aus dem Raum Aschaffenburg soll zur Tatzeit zwischen März und Mai 2025 zwölf Jahre alt gewesen sein. Der Verdächtige soll sich zudem im Juli 2025 an einem damals Elfjährigen sexuell vergangen haben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 23-Jährigen mehrfachen schweren sexuellen Missbrauch, das Herstellen kinderpornographischer Inhalte, Vergewaltigung und Körperverletzung vor.

Der Mann steht vom 7. Oktober an in Aschaffenburg vor Gericht, seit Anfang August sitzt er in der dortigen Justizvollzugsanstalt. Sein Strafende in Niedersachsen wäre am 31. Juli gewesen.

Straftaten während der Vollzugslockerungen gebe es so gut wie nie, betonte Wolfgang Kuhlmann, der Leiter der Jugendanstalt Hameln. „Dieser Fall ist der schwerste meiner Laufbahn.“ Dem 23-Jährigen seien unbegleitete Ausgänge zu einem Volleyballverein, schließlich auch zur Berufsschule gestattet worden. Mit Lockerungen gelinge eine Entlassung deutlich besser, sagte Kuhlmann.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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