Debatte um WM-Verzicht

Matthäus: Kahn-Aussagen zu Musiala „überflüssig“

Jamal Musiala erzielte beim FC St. Pauli das Führungstor für die Bayern.

Jamal Musiala erzielte beim FC St. Pauli das Führungstor für die Bayern.

Von dpa

Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus hält die Aussagen von Oliver Kahn zu einem WM-Verzicht von Jamal Musiala für „unverständlich“ und „überflüssig“. Er sei überzeugt, dass der Mittelfeldspieler des FC Bayern „bei der Weltmeisterschaft für Deutschland ganz wichtig werden kann“, sagte Matthäus am Rande des 5:0-Sieges der Münchner beim FC St. Pauli im TV-Sender Sky. „Es ist ja nicht das erste Mal, dass Oliver Kahn und ich eine andere Meinung haben“, fügte der 65-Jährige hinzu.

Kahn hatte Musiala zuvor empfohlen, für das Turnier abzusagen. „Wenn ich spüre, dass etwas in meinem Spiel nicht stimmt, dann muss ich an mir arbeiten, wieder bereit zu sein“, sagte der frühere Vorstandschef des FC Bayern.

Lothar Matthäus hält Oliver Kahns Aussagen für überflüssig.

Lothar Matthäus hält Oliver Kahns Aussagen für überflüssig.

„Oliver Kahn hat nicht mal auf eine Trainingseinheit verzichtet“, konterte Matthäus die Aussagen seines langjährigen Teamkollegen. Musiala sei nach seiner langen Verletzungspause auf einem guten Weg. „Man kann sagen, okay, er ist noch nicht in WM-Form. Aber er hat ja noch Wochen und Monate wie andere Spieler auch“, erklärte Matthäus.

„Der Olli ist ein Torwart“, meinte Ex-Bayern-Profi Stefan Effenberg scherzhaft im „Doppelpass“ bei Sport1. „Ich glaube, der Olli meint das eher vom Kopf her. Also, es muss Klick machen und ich glaube, es hat schon Klick gemacht bei Musiala“, so Effenberg, für den klar ist: „Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass er auf jeden Fall mit zur WM muss und dass er da auch in den Spielen - ob von Anfang an oder als Einwechselspieler - den Unterschied ausmachen kann aufgrund seiner Qualität, die er einfach hat.“ Musiala müsse man auch mit 95 Prozent mit zur WM nehmen.

Musiala selbst hatte nach der Bundesliga-Partie in Hamburg versichert: „Auf jeden Fall will ich zur WM.“ Bei den Münchnern wolle er zu einer erfolgreichen Saison beitragen, so der Jungstar: „Dann ist mein Fokus, dem Land und der Mannschaft zu helfen.“

Bayern-Sportvorstand Max Eberl hält die Debatte um Musialas WM-Teilnahme für verfrüht. „Diese Verletzung war echt ein Einschlag für ihn. Er hat den Knöchel gesehen. Natürlich hat er damit noch zu tun - nicht nur körperlich, sondern auch von der Birne“, sagte Eberl. Musiala werde das aber hinter sich lassen. Gegen St. Pauli gelang dem Jungstar der Führungstreffer.

Musiala hatte sich bei der Club-WM in den USA im vergangenen Sommer das Wadenbein gebrochen und dazu schwer am Sprunggelenk verletzt. Der 23-Jährige musste operiert werden und fiel bis zu Jahresbeginn aus. Seitdem ist er auf der Suche nach seiner Topform.

Nach seinem ordentlichen Auftritt in Hamburg sagte er: „Ich bin zufrieden mit meiner ganzen Leistung. Jede Minute, die ich nehmen kann, wo ich Gefühl in den Fuß und den Beinen wieder reinbekommen kann, tut mir gut. Ich habe einen Schritt nach vorne gemacht.“ Er fühle sich besser als vor einem Monat.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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