Das Oktoberfest geht los

„How to Wiesn“ - Wissenswertes zum Oktoberfestbesuch

Am Samstag beginnt das 191. Oktoberfest. (Archivbild)

Am Samstag beginnt das 191. Oktoberfest. (Archivbild)

Von dpa

Countdown zum 191. Oktoberfest. Am nächsten Samstag heißt es in München wieder „O'zapft is“. Zeit, sich Gedanken über einen Wiesn-Besuch zu machen. In welchem Zelt lässt es sich am besten feiern? Wie schmeckt das Wiesn-Bier? Wie steht es um die Sicherheit? Fragen und Antworten rund um das wohl größte Volksfest der Welt.

Wie kommt man auf die Wiesn - muss man Eintritt zahlen?

Anfahrt zur Wiesn: mit dem Auto ein No-Go. Rund um das Gelände sind die Straßen gesperrt. Parkplätze gibt es nicht. Deshalb: S-Bahn Hackerbrücke, U-Bahn Goetheplatz und Poccistrasse, oder vom Hauptbahnhof Bodenmarkierungen und Schildern folgen. Der Eintritt zum großen Wiesn-Gelände ist frei. Wer die traditionellere Oide Wiesn im Südteil des Festgeländes besuchen will, muss ein Ticket (vier Euro) kaufen. Dafür kosten die nostalgischen Fahrgeschäfte dort nur 1,50 Euro.

Regelmäßig feiern auf der Wiesn auch viele Prominente - im vergangenen Jahr zum Beispiel Heidi Klum, Tom Kaulitz und Lars Klingbeil (r).
Regelmäßig feiern auf der Wiesn auch viele Prominente - im vergangenen Jahr zum Beispiel Heidi Klum, Tom Kaulitz und Lars Klingbeil (r).
Regelmäßig feiern auf der Wiesn auch viele Prominente - im vergangenen Jahr zum Beispiel Heidi Klum, Tom Kaulitz und Lars Klingbeil (r).
Voll, voller - gefährlich: Dieses Jahr gibt es neue Sicherheitsvorkehrungen. (Archivbild)
Voll, voller - gefährlich: Dieses Jahr gibt es neue Sicherheitsvorkehrungen. (Archivbild)
Voll, voller - gefährlich: Dieses Jahr gibt es neue Sicherheitsvorkehrungen. (Archivbild)
Oktoberfestbesucher feiern im Hacker-Pschorr Festzelt. (Archivbild)
Oktoberfestbesucher feiern im Hacker-Pschorr Festzelt. (Archivbild)
Oktoberfestbesucher feiern im Hacker-Pschorr Festzelt. (Archivbild)
Die Achterbahn «Olympia-Looping» prägt seit Jahrzehnten das Bild der Wiesn. (Archivbild)
Die Achterbahn «Olympia-Looping» prägt seit Jahrzehnten das Bild der Wiesn. (Archivbild)
Die Achterbahn «Olympia-Looping» prägt seit Jahrzehnten das Bild der Wiesn. (Archivbild)
Das Wiesnbier ist extra-stark. (Archivbild)
Das Wiesnbier ist extra-stark. (Archivbild)
Das Wiesnbier ist extra-stark. (Archivbild)
Eng, enger, Bierzelt: Vorsicht vor Taschendieben. (Archivbild)
Eng, enger, Bierzelt: Vorsicht vor Taschendieben. (Archivbild)
Eng, enger, Bierzelt: Vorsicht vor Taschendieben. (Archivbild)
Die reservierbaren Plätze in den Bierzelten sind ausgebucht. (Archivbild)
Die reservierbaren Plätze in den Bierzelten sind ausgebucht. (Archivbild)
Die reservierbaren Plätze in den Bierzelten sind ausgebucht. (Archivbild)

Wie reserviert man einen Tisch?

Jetzt wohl gar nicht mehr. In den Zelten sind die Tische vor allem für Abende und Wochenenden schon seit dem Frühjahr ausgebucht. „Münchner Freunde anrufen, ob sie Anfang September noch schnell einen Tisch reservieren können - das ist ziemlich aussichtslos“, sagt Wiesnbuch-Autor Christian Rupprecht.

Wer sehr viel Glück hat, kann kurzfristig jemanden finden, der seine Reservierung nicht wahrnehmen kann und sie deshalb auf dem offiziellen Online-Portal der Stadt zum Originalpreis verkauft. Dabei werden im Wesentlichen nur die Kosten für Verzehrgutscheine fällig. Keine gute Idee ist es, Hunderte oder gar Tausende Euro bei Zweitanbietern auszugeben. Da stehen gutgläubige Käufer unter Umständen am Ende ohne gültige Reservierung da, denn der Weiterverkauf auf diesem Weg ist nicht erlaubt.

Was mache ich ohne Reservierung?

Die Wirte vergeben nicht alle Plätze. Wer gut zu Fuß ist, eilt morgens bei Festbeginn zum Zelt seiner Wahl. Chancen auf einen freien Tisch gibt es teils auch mittags unter der Woche.

Schottenhamel oder Käfer-Zelt, Hofbräu oder Augustiner?

14 große Zelte gibt es, dazu kommen die kleineren und die, die auf der Oidn Wiesn stehen. Doch wer glaubt, es sei egal, in welchem Zelt man feiert, der war wahrscheinlich noch nie da. „Diese Zelte sind ganz viele verschiedene Biotope“, sagt Autor Rupprecht, der im vergangenen Jahr das Buch „Inside Wiesn“ auf den Markt gebracht hat. Untertitel: „Sag mir, wo Du trinkst, und ich sag Dir, wer Du bist!“

Die Spanne reicht - so schreibt er - von traditioneller Beschaulichkeit im Augustiner-Zelt zu ausgelassener Partystimmung im Schottenhamel oder im Paulaner-Zelt, von der Luxusvariante im Käfer-Zelt bis zur „UN-Trachten-Hauptversammlung“, wie Rupprecht es nennt, im Hofbräu-Zelt mit seinem internationalen Publikum. „Das sind unterschiedliche Universen eigentlich.“

Wo feiern die Promis?

Die traditionelle Antwort ist: im Käfer-Zelt. Dort gibt es den berüchtigten Almauftrieb am ersten Wiesn-Sonntag mit Stammgästen wie Scooter-Frontmann HP Baxxter, Oliver Pocher oder Becker-Tochter Anna Ermakova. Dort feiert der FC Bayern regelmäßig am Sonntag nach einem Bundesliga-Heimspiel. Und Ex-Spielerfrau Cathy Hummels lässt dort ihren Wiesn-Bummel ausklingen. Teils waren auch die Kaulitz-Zwillinge Bill und Tom dort immer wieder zu sehen - Tom im vergangenen Jahr auch mit seiner Frau Heidi Klum.

Beim Anstich im Schottenhamel sind meistens Schlager-Größen wie Florian Silbereisen und Carolin Reiber dabei, im Schützenfestzelt feiert Regine Sixt ihre Damen-Wiesn mit ausschließlich weiblicher Prominenz. Und Arnold Schwarzenegger feiert am liebsten im Marstall. Dort soll dieses Jahr sein Schauspiel-Kollege Ralf Moeller das erste Fass anstechen.

Was sind die absoluten No-Gos?

Wer im Zelt auf den Tisch steigt, um dort zu tanzen, kann sich recht sicher sein, dass es das Letzte ist, was er in diesem Zelt getan hat. Wer dabei erwischt wird, wird rausgeworfen - und muss woanders oder draußen weiterfeiern. Auf den Bänken stehen und feiern ist hingegen erlaubt - und wird auch teils exzessiv getan.

Eine No-Go-Area im wahrsten Sinne des Wortes ist der kleine Hang hinter den Zelten an der Westseite der Theresienwiese. Die Grünfläche mag verlockend sein, wenn Füße und Kopf schmerzen oder nach der fünften Maß Schwindel oder Müdigkeit einsetzen. Aber die Fläche heißt bei den Münchnern nicht umsonst „Kotzhügel“. Also Obacht.

Wie teuer ist das Bier?

Die Gäste müssen fürs Festbier wieder tiefer in die Tasche greifen: Die Maß kostet zwischen 14,80 Euro und 15,90 Euro, im Schnitt 2,38 Prozent mehr als im Vorjahr. Welches der sechs nach geheimem Rezept gebrauten Wiesnbiere Augustiner, Hacker-Pschorr, Hofbräu, Löwenbräu, Paulaner und Spaten am besten schmeckt, ist nicht nur Geschmackssache, sondern auch eine Glaubensfrage. Vorsicht: Das Bier hat um sechs Prozent Alkohol - und ist stärker als normales Helles.

Darf man auf der Wiesn kiffen?

Natürlich nicht. Wir sind schließlich in Bayern. Der Freistaat hat das Kiffen auf Volksfesten und in Biergärten per Landesgesetz verboten.

Was gibt es Besonderes bei Schaustellern und Fahrgeschäften?

Traditionalisten zieht es auf die Oide Wiesn, dort standen wechselweise historische Geschäfte wie die „Fahrt ins Paradies“ oder die Hexn-Wippn. Auf der normalen Wiesn geht es in der Krinoline zu Live-Blasmusik in sanften Hebebewegung im Kreis, sie ist nach dem Reifrock der Damenwelt um Mitte des 19. Jahrhunderts benannt. Zu den absoluten Wiesn-Originalen zählen der Flohzirkus und das mehr als 150 Jahre alte Schichtl-Theater, es ist bayerisches immaterielles Kulturerbe. Bei den Fahrgeschäften prägen traditionell Riesenrad und Olympia Looping-Achterbahn das Bild.

Dieses Jahr locken drei neue Fahrgeschäfte, darunter das „Chaos Pendel“, das Fahrgäste in bis zu 42 Metern Höhe und mit 80 Kilometern pro Stunde durch die Luft wirbelt.

Was darf man auf die Wiesn mitnehmen?

Keine Glasflaschen, keine Messer - und nur kleine Taschen mit einem Volumen von bis zu drei Litern. Alles andere muss in die Gepäckaufbewahrung.

Wie steht es um die Sicherheit?

Wahrscheinlich ist die Wiesn einer der sichersten Plätze in ganz München: 600 Polizeibeamte sind rund um das Fest im Einsatz. Die Wiesnwache wird unterstützt von der Bayerischen Bereitschaftspolizei, spezialisierten Taschendieb-Fahndern und internationalen Einsatzkräften. Trotzdem Vorsicht: Nicht nur Gäste, sondern auch Taschendiebe reisen extra an. Taschen nicht auf Bänken liegenlassen, Geld und Papiere am Körper tragen. Für Notfälle, Bedrohungen oder sexuelle Übergriffe unterstützen viele Zelte die „SafeNow“-App, mit der per Klick das Sicherheitspersonal gerufen werden kann.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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