Dienstältester Innenminister
Herrmann: Mein Glaube gibt mir in schweren Zeiten Halt

Peter Kneffel/dpa
Joachim Herrmann (CSU), Bayerns dienstältester Innenminister, wird am 21. September 70 Jahre alt. (Archivbild)
Joachim Herrmann ist als dienstältester Innenminister Bayerns seit fast 20 Jahren mit Terroranschlägen, Mord und schwerer Kriminalität konfrontiert - und glaubt trotzdem weiter an das Gute im Menschen. „Das tue ich nach wie vor“, sagte der CSU-Politiker vor seinem 70. Geburtstag am 21. September der „Augsburger Allgemeinen“. „Für mich ist mein christlicher Glaube in diesen Situationen der große Rückhalt - und ja - manchmal brauche ich dann lange, bis ich einschlafen kann.“
Er habe in seinem Berufsleben allerdings nicht nur mit den Bösen zu tun, sondern auch mit „vielen wunderbaren, höchst engagierten Menschen“. Als Beispiele nannte er Polizisten, Feuerwehrleute, Hilfsorganisationen und das Technische Hilfswerk.
„Die schrecklichste Woche“
Besonders geprägt habe ihn eine Woche im Sommer 2016. Damals hatte es innerhalb weniger Tage einen Anschlag in Würzburg, einen Amoklauf am Münchner Olympia-Einkaufszentrum und einen Anschlag in Ansbach gegeben. Auch einzelne Fälle ließen ihn bis heute nicht los. Als Beispiel nannte er den Mord an einem Polizisten in Augsburg im Jahr 2011. „Das treibt einen schon um.“
Modelleisenbahn im Elternhaus
Nach fast zwei Jahrzehnten als Innenminister - er hatte das Amt 2007 übernommen - hat Herrmann dennoch nicht vor, sich zum Geburtstag zur Ruhe zu setzen. Auf die Frage nach einer Beschäftigung für die Zeit nach der Politik verwies er auf seine Modelleisenbahn. Die Anlage steht noch immer in seinem Elternhaus, das inzwischen seine Tochter mit ihrer Familie übernommen habe.
Seine Anlage sei allerdings wohl „nicht ganz so groß wie die von Horst Seehofer“, sagte Herrmann mit Blick auf den früheren bayerischen Ministerpräsidenten. Früher sei er ein begeisterter Modelleisenbahnfan gewesen. Bevor er sich wieder damit beschäftigen könne, müsse die Anlage allerdings erst einmal digitalisiert werden. Auf die Frage, ob das wie bei der Deutschen Bahn sei, antwortete Herrmann: „So wie bei der Deutschen Bahn - nur hoffentlich zügiger.“
Noch keine Entscheidung über Kandidatur
Ob Herrmann 2028 erneut für den Landtag kandidieren will, ließ er offen. „Das muss man sehen - und zu gegebener Zeit entscheiden, spätestens in einem Jahr“, sagte er.








