Untreue im Staatsdienst

Gerichtsvollzieher zweigt Schuldnergeld ab - Haftstrafe

Der Angeklagte sitzt in Haft. (Archivbild)

Der Angeklagte sitzt in Haft. (Archivbild)

Wahl-O-Mat
Von dpa

Ein klammer Gerichtsvollzieher hat in Unterfranken jahrelang von Schuldnern eingetriebenes Geld in die eigene Tasche gesteckt - mehrere Hunderttausend Euro sollen es gewesen sein. Das Landgericht Würzburg verurteilte den 51-Jährigen wegen Untreue in 160 Fällen sowie Datenfälschung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und vier Monaten, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Das Motiv des Angeklagten sei die eigene „finanzielle Schieflage“ gewesen. Zuvor hatte die „Main-Post“ berichtet. Das Urteil von Mitte Juni ist bereits rechtskräftig.

Der Angeklagte wurde zudem aus dem Beamtenverhältnis entlassen. Er wird den Angaben nach keine Besoldung und keine Pension erhalten und nicht mehr im Staatsdienst arbeiten. Bisher seien von Amts wegen bis zum 25. September Rückzahlungen an 127 Gläubiger und an 39 Schuldner in Höhe von rund 323.000 Euro inklusive Zinsen geleistet worden.

Weitere Geschädigte möglich

Das Amtsgericht Würzburg prüft nach Landgerichtsangaben derzeit noch ältere Vorgänge vor dem Jahr 2020. Die Gläubiger und Schuldner, die noch zu entschädigen seien, würden vom Amtsgericht informiert.

Dem Urteil zufolge hatte der Mann die Zahlungsflüsse und ihre Hintergründe mit erheblichem Aufwand verschleiert. Vor zwei Jahren schließlich habe ein Gläubiger bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige erstattet. Auf dieser Grundlage sei ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden.

In Bayern sind Gerichtsvollzieher als Beamte der Justiz eingesetzt und einem Amtsgericht zugeordnet. Sie pfänden bewegliche Sachen des Schuldners wie Geld, Wertsachen und Fahrzeuge oder vollstrecken etwa Urteile.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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