Ausgezeichnet

Bayerwald-Award 2026 ehrt starke Geschichten aus der Region

Vom Everest-Projekt am Hohenbogen über Endometriose-Hilfe bis zu Bergwacht, Schloss und E-Bikes: Der Bayerwald-Award 2026 zeichnet Menschen und Projekte aus ganz Ostbayern aus.

Die Preisträger der einzelnen Kategorien des Bayerwald-Awards

Die Preisträger der einzelnen Kategorien des Bayerwald-Awards

169,8 Kilometer am Hohenbogen, ein Netzwerk für Frauen mit Endometriose, ein Schloss mit neuen Plänen, eine Rettungswinde für die Bergwacht und zwei junge Unternehmer, die gebrauchten E-Bikes ein zweites Leben geben: Beim Bayerwald-Award 2026 standen Menschen und Projekte aus ganz Ostbayern im Mittelpunkt. Im Haidl-Atrium in Röhrnbach wurden die Preise in mehreren Kategorien vergeben.

Der Award versteht sich als „Großer Preis des Bayerischen Waldes“. Ausgezeichnet werden Menschen, Vereine und Unternehmen aus den sechs Landkreisen des Bayerischen Waldes. Durch den Abend führten Martin Gruber und Steffi Starke, Stargast war Kabarettistin Sara Brandhuber. Schirmherr Prinz Ludwig von Bayern richtete einen „Königlichen Impuls“ an die Gäste.

Organisator Bernd Nachreiner und Seine Königliche Hoheit Prinz Ludwig von Bayern

Organisator Bernd Nachreiner und Seine Königliche Hoheit Prinz Ludwig von Bayern

Eine der ungewöhnlichsten sportlichen Leistungen des Abends führte an den Hohenbogen. Marvin Späth aus Neukirchen b. Hl. Blut hatte dort im Juni 169,8 Kilometer und 8.865 Höhenmeter zurückgelegt - in 36 Stunden, 28 Minuten und 47 Sekunden. Rund 14 Mal ging es dafür hinauf und wieder hinunter. Für die Jury war dabei nicht allein die körperliche Leistung entscheidend, sondern auch die mentale Seite. Späth erhielt den Preis in der Kategorie Sport. Die nächste Herausforderung hat er bereits im Blick: 2027 will er sich an eine Nonstop-Extremwanderung von mehr als 400 Kilometern nach Garmisch-Partenkirchen wagen.

Auch der Nachwuchssport war vertreten. Die 17-jährige Golferin Lena Geier aus Ringelai erhielt den Preis in dieser Kategorie. Sie gehört zur nationalen Spitze, ist im Nationalkader und international unterwegs. 2026 spielte sie unter anderem für Team Europe beim PING Junior Solheim Cup. Bei der Verleihung konnte sie nicht persönlich dabei sein und wurde zugeschaltet.

In der Kategorie „Mut und Zuversicht“ wurde Sandy Gruber aus Waldmünchen ausgezeichnet. Sie lebt selbst mit Endometriose und gründete 2023 die Selbsthilfegruppe „Helden in Strumpfhosen“. Aus den ersten Treffen ist inzwischen ein Netzwerk mit Gruppen an mehreren Orten und rund 160 Mitstreiterinnen entstanden. Gruber geht zudem an Schulen, um mit Jugendlichen über Zyklus und Endometriose zu sprechen.

Stark vertreten war auch der Landkreis Regen. Der Förderkreis Schloss Buchenau erhielt den Preis für „Heimat und Brauchtum“. Seit der Übernahme des Schlosses 2006 hat der Verein Teile des Anwesens restauriert und wieder für Veranstaltungen geöffnet. Nun stehen weitere Bauprojekte an. Unter anderem sollen Kontorhaus und Palmenhaus saniert und eine Bayerisch-Böhmische Genussakademie aufgebaut werden.

Die Feuerwehr Patersdorf wurde für gelebte Inklusion ausgezeichnet, das Viechtacher Unternehmen PASSION4IT für „Zukunft und Innovation“. Der Preis für „Medien und Kommunikation“ ging an das Onlinemagazin „Da Hog’n“. Einen besonders persönlichen Moment erlebte Walter Kilger aus Gotteszell. Für sein jahrzehntelanges sportliches und soziales Engagement erhielt er den Sonderpreis der Jury. Das Publikum würdigte ihn mit stehenden Ovationen.

Zwei Preise gingen in den Landkreis Deggendorf. Robert Heilig, Regionalleiter der Bergwacht Region Bayerwald, wurde in der Kategorie „Ehrenamt“ ausgezeichnet. Hervorgehoben wurde unter anderem sein Anteil an der Einführung der Rettungswinde für den Straubinger Rettungshubschrauber „Christoph 15“. Julian und Nico Bender aus Winzer erhielten mit BenderBikes den Nachhaltigkeitspreis. Die Zwillinge bereiten Leasing-Rückläufer von E-Bikes auf und verkaufen sie weiter.

Und dann gab es noch eine Begegnung, bei der es weniger um Kategorien als um die Sitzordnung ging. Der Further Humorist Toni Lauerer saß an diesem Abend Prinz Ludwig gegenüber. Später griff Lauerer unter den Tisch, holte sein neues Buch „Endlich Opa“ aus dem Koffer und schenkte dem Prinzen ein Exemplar. Dass sich beide offenbar gut verstanden, war kaum zu übersehen.

Für den Bayerwald-Award selbst beginnt nach diesem Abend ein neues Kapitel. Die Verleihung in Röhrnbach war die letzte an diesem Ort. Künftig soll die Gala in der Deggendorfer Stadthalle stattfinden. Den symbolischen Schlüssel dafür brachten Landrat Bernd Sibler und Prinz Ludwig bereits mit nach Röhrnbach.

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