Fußball-Bundesliga
Bayern mit Feier-Animateur Kompany heiß auf Pokal-Party

Tom Weller/dpa
Bayern-Trainer Vincent Kompany bekommt eine Bierdusche von Abwehrspieler Dayot Upamecano.
Beim Party-Marathon im Stadion, auf dem Nockherberg und schließlich noch auf dem Münchner Rathausbalkon mochte Vincent Kompany seinen Meisterspielern kein Limit setzen. Auch der Trainer war nach der Rekord-Meisterschaft mit sagenhaften 122 Toren und der Abschlussgala beim 5:1 (3:1) gegen den 1. FC Köln in prächtiger Partylaune.
Den Bierduschen seiner Spieler konnte er natürlich nicht entgehen - und als Feierbiest wollte sich Kompany nicht selbst titulieren. „Feierbiest? Nein, bin ich nicht, wenn wir ein Ranking machen“, wehrte der 40 Jahre alte Belgier ab.
Und doch hat gerade dieser Mann dem Münchner Starensemble neben einem rasanten Spielstil eben auch vermittelt, wie sehr sie auch wiederkehrende Erfolge nach harter Arbeit über ein gesamtes Jahr genießen sollen. Kompany übernimmt dabei gern die Rolle des Animateurs, „damit es anfängt. Ich bin dann ein bisschen früher im Bett als die anderen.“
Der inzwischen legendäre Porzellan-Kakadu als Glücksbringer war auch jetzt wieder dabei. Nach dem Meistertitel 2025 will der inzwischen landauf, landab bewunderte Trainer Kompany in seinem zweiten Bayern-Jahr nach dem knapp verpassten Champions-League-Endspiel unbedingt das Double gewinnen.
„Es ist wichtig, dass wir diese Titel schätzen und feiern“, erklärte der Coach: „Und ab Montag müssen wir den Knopf wieder umdrehen. Ich glaube, dass die Jungs wissen, was dann die nächste Aufgabe ist.“
Meisterfeier schön und gut. Aber am kommenden Samstag soll bei der lang ersehnten Rückkehr nach Berlin im Finale gegen Titelverteidiger VfB Stuttgart die 35. Meisterschaft mit dem 21. DFB-Pokalgewinn abgerundet werden.
„Es war eine fantastische Bundesliga-Saison. Und nun wollen wir noch den deutschen Cup“, tönte Harry Kane. Der 32 Jahre alte Engländer wurde mit 36 Treffern auch in seinem dritten Bundesligajahr wieder Torschützenkönig. „Es ist eine Auszeichnung für all die harte Arbeit. Danke auch an die Kollegen“, sagte King Kane mit der Torjäger-Kanone des Fachmagazins „Kicker“ in der Hand.
Kane präsentierte sich bei der munteren Torgala gegen Köln in der Allianz Arena in Bestform fürs Pokalfinale. Der Goalgetter schnürte seinen elften Bundesliga-Dreierpack. Er traf volley zum 1:0, per Freistoß zum 2:0 und mit einem Distanzschuss zum 4:1. Den Rest besorgten Tom Bischof und der vor dem Anpfiff gemeinsam mit Nationalspieler Leon Goretzka und Raphaël Guerreiro von den Bayern-Bossen verabschiedete Leihspieler Nicolas Jackson.
„Es war eine Rekord-Saison“, schwärmte Kane über das Offensiv-Feuerwerk, das die Kompany-Bayern an vielen der 34 Spieltage ablieferten. „Wann immer du bei Bayern München Rekorde brichst, bedeutet es, dass du etwas Spezielles geschafft hast“, sagte Anführer und Vorarbeiter Kane. „Die Latte liegt jetzt sehr hoch“, sagte Kompany bereits in der Vorausschau auf die Spielzeit 2026/27.
„Wir haben eine großartige Gemeinschaft“, sagte Sportvorstand Max Eberl über das Meister-Ensemble vom 40 Jahre alten Kapitän Neuer über den von der DFL als Spieler der Saison ausgezeichneten Flügel-Zauberer Michael Olise (23) bis zur gerade volljährig gewordenen Saison-Entdeckung Lennart Karl (18).
Vom ersten bis zum letzten Spieltag war der Rekordmeister Tabellenführer. 89 Punkte holte das Team, 16 mehr als Borussia Dortmund auf Platz zwei. „Wir haben die Liga dominiert“, sagte Neuer, der wegen eines Schmerzes in der Wade nach einer Stunde das Tor räumte.
„Ich wollte mit Blick auf nächste Woche kein Risiko eingehen“, erklärte er Richtung Pokalendspiel. Und womöglich auch mit Blick auf die WM, für die ihn Bundestrainer Julian Nagelsmann womöglich doch nominieren will.
Am Tag nach seiner Vertragsverlängerung bis 2027 reichte Neuer bei der Meisterehrung die Schale übrigens an Teamkollege Goretzka weiter. Der 31-Jährige durfte sie bei seinem letzten Bayern-Heimspiel nach acht Jahren im rot-weißen Konfettiregen als Erster hochrecken. „Es war ein runder Abschied. Viele Erinnerungen kamen noch einmal hoch. Ich bin in erster Linie dankbar“, sagte Goretzka. Auch er will aber jetzt in Berlin noch einmal als Pokalsieger feiern.










