Fußball-Bundesliga
Augsburgs Kade und das „coole Spiel“ vor Klopps Augen
Beim Selfie mit der kleinen Trophäe für den „Man of the Match“ schaute Anton Kade strahlend in die Handy-Kamera. Den kleinen Ball für den besten Spieler nahm der herausragende U21-Nationalspieler nach dem perfekten Bundesliga-Start des FC Augsburg beim 3:0 (1:0) gegen Aufsteiger FC Schalke 04 stolz mit nach Hause. „Es ist neu, dass man jetzt einen Pokal bekommt. Ich freue mich sehr darüber“, sagte der 22-Jährige glücklich.
Noch viel mehr freuen würde sich Kade freilich in den kommenden Wochen über einen Anruf von Jürgen Klopp. Der Bundestrainer saß am Sonntagabend im Augsburger Stadion, in dem er am 27. September gegen Griechenland sein Heimdebüt mit der Fußball-Nationalmannschaft bestreiten wird. Und Klopp sah einen bärenstarken Kade, der auf dem Platz den Unterschied ausmachte.
„Ich hatte noch keinen Kontakt mit ihm“
Und den der prominente Tribünengast zusätzlich beflügelt hatte. „Ich wusste es vorher, dass er da ist“, erzählte Kade. Und einen besseren Zeitpunkt, sein schon beachtliches Können und seine Stärken als Offensivspieler zu zeigen, hätte es für den gebürtigen Berliner und Ex-Herthaner kaum geben können. Kade war permanent gefährlich, die Schalker konnten ihn nicht einbremsen.
„Ich hatte noch keinen Kontakt mit ihm“, sagte Kade angesprochen auf Klopp, um hinzuzufügen: „Aber ich glaube, er hat ein cooles Spiel gesehen. Ich habe auch gut gespielt, darüber habe ich mich gefreut.“
Womöglich zählt Kade ja zu den Feldspielern auf Klopps geheimer 57-Mann-Liste, die vermutlich gar nicht wüssten, dass sie für ihn Kandidaten für den Neubeginn der DFB-Auswahl seien. Kade bringt jedenfalls Attribute mit, die zum Klopp-Fußball passen: Tempo, Technik, Leidenschaft - und viel Potenzial.
Tor, Assist - Kade liefert Argumente
Eine Beförderung des Junioren-Nationalspielers und damit womöglich ein Heim-Länderspiel für Kade wäre schon eine Überraschung. Aber warum nicht? „Anton hat hier die Bühne bei uns. Und wenn man scored, hat man ein paar Argumente auf seiner Seite“, sagte FCA-Sportdirektor Benni Weber.
Vor allem der rasante Antritt inklusive Außenristpass, mit dem Kade das 1:0 von Michael Gregoritsch vorbereitete, war spektakulär. Oder „Wahnsinn“, wie Trainer Manuel Baum an seinem 47. Geburtstag verzückt sagte.
Der österreichische WM-Teilnehmer Gregoritsch mochte sich nicht anmaßen, einen Kollegen in eine Nationalmannschaft zu reden: „Jürgen Klopp wird wissen, was er in seinem Kader braucht und was nicht.“
Gregoritsch rühmt Kades Qualitäten
Der Mittelstürmer outete sich als absoluter Kade-Fan. Beide harmonieren auf dem Platz übrigens auffällig gut zu Saisonbeginn. „Anton ist ein toller Mitspieler. Er hat ein Riesenpotenzial. Er arbeitet für uns, offensiv und defensiv. Er macht Wege. Und er hat eine gute Schuss- und Passtechnik. Wenn er so weitermacht, wird er eine gute Saison spielen“, referierte der erfahrene Gregoritsch.
Sein Trainer mochte angesichts der insgesamt starken Mannschaftsleistung nicht alles auf Kade „fokussieren“, der nach der Roten Karte für Schalkes Ron Schallenberg mit einem präzisen Flachschuss das 2:0 erzielte. Der eingewechselte Rodrigo Rebeiro erhöhte in der Nachspielzeit noch.
Wie Kade seine Idealposition fand
„Wir hatten ja einen Gast im Stadion, der sich ganz viele von unseren Spielern anschauen konnte“, sagte Baum und zählte neben Kade noch mehrere wie Torwart Finn Dahmen oder den jungen Außenverteidiger Hennes Behrens auf.
Kade wiederum musste ein wenig zu seinem Glück gezwungen werden, wie Baum erzählte. „Ursprünglich ist Anton mal mit der Idee gekommen, er möchte rechte Schiene spielen. Das hat ein bisschen gebraucht, bis er sich selbst widerlegt hat. Er kann vorne drin als zweite Spitze spielen, er kann Zehner spielen, er kann Flügel spielen.“ Womöglich kann das auch Klopp brauchen.










