CSU-Parteitag
Aigner: Entscheidung liegt bei Parteivorsitzenden

Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) freut sich nach eigenen Worten über den großen Rückhalt in ihrer Partei für eine mögliche Kandidatur für das Bundespräsidentenamt - hält sich aber ansonsten zurück. „Ich habe mich wirklich sehr über die Reaktion des Parteitags gefreut. Das ist auch eine gewisse Bestätigung nach über 40 Jahren Arbeit für die CSU“, sagte Aigner am Abend am Rande des Delegiertentreffens. Sie betonte allerdings: „Der Parteitag wird aber nicht entscheiden über diese Frage. Das ist Aufgabe der Parteivorsitzenden.“
Zuvor hatte CSU-Chef Markus Söder am Ende seiner Parteitagsrede erneut für Aigner als nächste Bundespräsidentin geworben. Die Entscheidung werde zwar „woanders gefällt“. Söder betonte aber: „Das wäre eine tolle Sache.“ Die Ansage wurde mit frenetischem Applaus quittiert. Aigner, die bei der Rede in der ersten Reihe saß, stand auf und winkte den Delegierten zu. Söder sagte anschließend, er werde das am Samstag noch einmal sagen, wenn Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf dem Parteitag zu Gast ist.
Söder wirbt für Aigner
In der CSU wird Aigner seit langem als denkbare Bundespräsidentin gehandelt. Söder selbst hatte sie in einem Interview mit dem „Münchner Merkur“ Ende April erstmals für das Amt ins Gespräch gebracht. „Die Union wird nach dem Sommer einen Vorschlag machen. Wenn Ilse Aigner möchte, hat sie meine volle Sympathie und Unterstützung“, sagte er damals. Dies hat er seither in Interviews wiederholt bekräftigt. Aigner selbst reagierte auf Fragen stets zurückhaltend: Die Frage stelle sich jetzt nicht, sagte sie meist.
Die Haltung der CDU-Führung zu Aigner ist unklar - kurz vor dem CSU-Parteitag machte sie aber klar, dass die Kandidatenfrage noch offen sei. „Die CDU hat den Anspruch nicht aufgegeben, einen Kandidaten oder eine Kandidatin aus ihren Reihen zu nominieren“, hieß es aus Parteikreisen. Merz hat sich bislang zu der Frage noch nicht öffentlich geäußert.









