Gewalt und Drogen

Landshut 032: Auf Patrouille, wo junge Gangster "Fick die Polizei" rappen

In der Wolfgangsiedlung hat sich Druck aufgebaut. Am 8. Mai wurde eine neue Eskalationsstufe erreicht, sieben Jugendliche haben auf einem Spielplatz Kinder drangsaliert. Die Polizei ist alarmiert.


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Vor einem Wohnblock wie diesem ist ein Rap-Video gedreht worden, mit Machete.

"Heute ist es zu heiß, um was anzustellen": Die jungen Männer, die an diesem Freitagabend mit kaltem Bier und Energydrinks in der Hand auf Hockern und leeren Augustiner-Kisten vor dem Kiosk 32 sitzen, suchen im Schatten Schutz vor der drückenden Abendsonne. Seit Ende Mai kommen sie regelmäßig mit der Polizei ins Gespräch. Wo die anderen sind, erkundigen sich die Männer in Uniform. Sie erfahren: Einige sind bei einem Benefizfußballturnier, andere besuchen einen Kollegen im Knast.

Die Wolfgangsiedlung nördlich des Hauptbahnhofs: Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften mit Gärten durchmischen sich mit Mehrparteienanlagen, einer Kleingartensiedlung und Schulen; Reihen von Wohnblöcken. So ruhig wie am Freitagabend war es dort zuletzt nicht immer. Wäre das Viertel ein mit Wasser gefüllter Kochtopf auf einer heißen Herdplatte, würde der Deckel unter dem Druck an einigen Stellen gewaltig wackeln.

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1 Kommentare:


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Hans G.

am 08.07.2024 um 14:54

Vielen Dank für diesen Artikel! Als langjähriger Anwohner der Weilerstraße (mit Unterbrechungen seit den Neunzigern) muss ich die hier dargestellte Sichtweise leider bestätigen. Die Wolfgangsiedlung, in der man durchaus auch sehr schöne Ecken findet und viele freundliche Mitmenschen verschiedenster Herkunft und Altersklassen antreffen kann, hat in Landshut ja schon lange nicht den besten Ruf. Allerdings hat sich die Situation in manchen Gebieten, insbesondere in den Straßen rund um Grund-, Mittel- und Berufsschule, in den letzten Jahren spürbar verschlechtert. In den Abendstunden und bis spät in die Nacht versammeln sich männliche Jugendliche sowie junge Erwachsene zum „chillen“ mitten im Wohngebiet. Manchmal nur in kleinen Gruppen, aber regelmäßig auch mit bis zu 20 Personen. Dann wird jede Menge Lärm gemacht (lautes Umherschreien, Hupen, aufheulende Motoren) und auch an nächtliches Fußballspielen auf der Straße hat sich die Nachbarschaft mittlerweile gewöhnen müssen. Auf dem Bürgersteig liegen unzählige Zigarettenkippen sowie sonstiger Müll und da sich die Herrschaften gerne auch auf Privatgrundstücke ausbreiten, findet man den Unrat nicht selten auch direkt vor der Haustür. Dank der neuen Gesetzeslage wird Cannabis mittlerweile offen geraucht und man will gar nicht wissen, was in der Gegend noch alles konsumiert bzw. gehandelt wird. Vielleicht muss man auch etwas Verständnis für die jungen Leute aufbringen, denen es offenbar an Möglichkeiten zur sinnvollen Freizeitgestaltung fehlt und man kann ihnen zugutehalten, dass mir noch kein offen aggressives Verhalten gegenüber unbeteiligten Passanten aufgefallen ist. Dennoch gehen einige Anwohner/innen – insbesondere nach Einbruch der Dunkelheit – mittlerweile nur noch mit einem mulmigen Gefühl vor die Tür. Vielen Dank für die Arbeit der Polizei, ich hoffe dass mit den Einsätzen nicht nachgelassen wird und dass dadurch wieder etwas mehr Ruhe in der Nachbarschaft einkehren wird.



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